Metallbearbeitung

Spannungsfreie Metallstrukturen durch photochemisches Ätzen

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Filigrane Strukturen und hohe Wiederholgenauigkeit

Beim Stanzen bedeutet eine höhere Komplexität in der Regel auch höhere Kosten. Ein geometrisch anspruchsvolleres Produkt erfordert ein komplexeres Formwerkzeug, was eine aufwändigere und längere Werkzeugerstellung nach sich zieht. Auch ist das Risiko des Werkzeugversagens bei komplexen Formen höher. Beim photochemischen Ätzen ist die Komplexität kein Nachteil. Markus Rettig erläutert: „Die Werkzeug- erstellung beim photochemischen Ätzen erfolgt digital und damit äußerst kostengünstig und schnell. Das erlaubt größere Freiheit im Design und damit diffizile und filigrane Strukturen. Ob das Metallteil ein Loch hat oder viele, es ändert sich nichts an den Kosten.“ Änderungen im Design können in wenigen Stunden anstatt in Tagen oder Wochen realisiert werden. Ein Werkzeugverschleiß ist nicht gegeben, was der Ätztechnik eine hohe Wiederholgenauigkeit beschert. Es kann gewährleistet werden, dass das erste und das millionste Teil absolut identisch sind – ein entscheidender Vorteil bei der Serienproduktion.

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Elektropolieren als idealer Endbearbeitungsprozess

Als idealer Endbearbeitungsprozess beim photochemischen Ätzen hat sich das Elektropolieren etabliert. Markus Rettig kennt die Vorteile: „Zum einen überzeugt es mit einem verbesserten äußeren Erscheinungsbild der gefertigten Metallteile – sie sind heller und glatter, fühlen sich besser an und verfügen über ein gleichmäßiges Glanzprofil. Zum anderen weisen sie noch bessere mechanische Eigenschaften auf.“ Die Dauerfestigkeit wird beim Elektropolieren nicht beeinträchtigt. Zudem sorgt die absolute Glätte für weniger Schleppreibung und Oberflächenreibung. Bei geätzten Metallen mit einem typischen Ra-Wert von 0,64 kann die Oberflächenrauheit durch das Elektropolieren auf einen Ra-Wert von 0,32 bis 0,4 gesenkt werden. Weiterhin erhöht sich die Korrosionsbeständigkeit der Metalle. (qui)

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