Kabel & Leitungen Sonderleitungen für Space-Shuttle-Schwertransport

Quelle: Lapp 5 min Lesedauer

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Müssen Schiffe, Baumaschinen oder Spaceshuttles von A nach B bewegt werden, kommen oftmals die modularen Schwerlasttransporter der Transporter Industry International Group (TII Group) zum Einsatz – in engen Megacitys, in der arabischen Wüste oder der sibirischen Eiseskälte. Die Fracht muss dabei zuverlässig und sicher am Ziel ankommen. Robuste Sonderleitungen von Lapp helfen dabei.

Ein besonderer Transporter für schwere Lasten der Transporter Industry International Group transportierte das berühmte amerikanische Spaceshuttle „Endeavour“ nach 25 Weltraummissionen quer durch Los Angeles in den Ruhestand.(Bild:  TII)
Ein besonderer Transporter für schwere Lasten der Transporter Industry International Group transportierte das berühmte amerikanische Spaceshuttle „Endeavour“ nach 25 Weltraummissionen quer durch Los Angeles in den Ruhestand.
(Bild: TII)

2012 ging das berühmte amerikanische Spaceshuttle „Endeavour“ nach 25 Weltraummissionen in den Ruhestand. Seine letzte Reise, diesmal auf Erden, war nicht nur ein historischer Moment, sondern auch eine große logistische Herausforderung. Denn der Koloss mit 24 Metern Breite, 38 Metern Höhe und einem Gewicht von 68 Tonnen musste quer durch Los Angeles transportiert werden. Die Route verlief fast 20 Kilometer durch die dicht besiedelte Megametropole, vom Flughafen bis zum California Science Center im Süden der Stadt. Aber: Das Shuttle kann nicht selbst fahren und passte auch auf keinen gewöhnlichen LKW.

Die Lösung war ein besonderer Transporter für schwere Lasten der Transporter Industry International Group. Seit 150 Jahren hat sich das Unternehmen aus Heilbronn auf die Fertigung von Schwerlastfahrzeugen für den globalen Einsatz spezialisiert. Dabei vereinigt es die Marken TII Scheuerle und TII Kamag in einer starken Allianz. Die Transporter bringen Schiffe, Bohrinseln, Flugzeuge, Intralogistik, Windkrafträder oder eben auch Spaceshuttles stets sicher ans Ziel.

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Modularer und ferngesteuerter Schwerlasttransporter

TII spezialisiert sich unter anderem auf einen besonderen Fahrzeugtypen, der auch beim Spaceshuttle „Endeavour“ in den USA zum Einsatz kam: der Self-Propelled Modular Transporter – oder kurz Scheuerle SPMT K24. Dabei handelt es sich um einen modularen und ferngesteuerten Schwerlasttransporter, den man beliebig zum Fahrzeugverbund erweitern kann – je nachdem, was Gewicht und Größe seiner Fracht erfordern. Nutzlasten von bis zu 248 Tonnen nimmt er problemlos auf, obwohl er selbst nur 24 Tonnen wiegt. Eine sogenannte „Power Pack Unit“, die am Fahrzeug angebracht wird, enthält sowohl das Steuerungssystem als auch den Motor des Scheuerle SPMT K24. Die flexiblen Kraftpakete der TII Group haben schon einige Weltrekorde gebrochen – beispielsweise im November 2022, beim Verfrachten eines ausrangierten Ölförderschiffs. Da bewegten die Fahrzeuge beeindruckende 20.300 Tonnen. Das sind etwa 3.383 männliche afrikanische Elefanten oder das knapp 4,5-fache Gewicht des Stuttgarter Fernsehturms.

Auch das amerikanische Spaceshuttle „Endeavour“ wurde auf eine Kombination von SPMT K24 verladen und mit Schritttempo an seinen Bestimmungsort in Los Angeles transportiert – durch eine dichte Stadtlandschaft, vorbei an Wohnsiedlungen, Kaufhäusern, Fernsehkameras und einem begeisterten Straßenpublikum.

Unsere Kunden setzen ihre Schwerlastfahrzeuge weltweit ein. Nach einem Transport in den USA gehen die Fahrzeuge auch mal nach Sibirien – wo das Thermometer auf bitterkalte –25 °C fallen kann. Oder in die staubige Wüstenhitze der arabischen Halbinsel.

Tobias Maier, Teamleiter Steuerungstechnik beim TII-Tochterunternehmen TII Kamag

Die Verbindungstechnik muss funktionieren

„Allerdings ist es nicht immer so schön sonnig wie in Kalifornien”, sagt Tobias Maier, Teamleiter Steuerungstechnik beim TII-Tochterunternehmen TII Kamag in Ulm, und ergänzt: „Unsere Kunden setzen ihre SPMT K24 weltweit ein. Nach einem Transport in den USA gehen die Fahrzeuge auch mal für ein halbes Jahr nach Sibirien – wo das Thermometer auf bitterkalte –25 °C fallen kann. Oder in die staubige Wüstenhitze der arabischen Halbinsel.” Diese Wetterextreme müssen nicht nur die Fahrzeuge aushalten, sondern auch deren Verbindungstechnik, die den Strom vom Motor und die Daten vom integrierten Bordcomputer an die Achsen leitet. Dabei entstehen zwei konkrete Herausforderungen:

  • Die Kabel können erstens nicht einfach außen an den Fahrzeugen verlegt werden. Denn da sind sie Umwelteinflüssen wie UV-Strahlung oder heißen und kalten Temperaturen ausgesetzt. Das Innere des Chassis bietet allerdings nur wenig Platz.
  • Zweitens werden die selbst angetriebenen Modultransporter erst vor Ort bedarfsgerecht miteinander gekoppelt – so auch die Verbindungstechnik. Und zwar von Menschenhand, bei Wind und Wetter.

„Wenn man zu viele Steckerstellen und Einzelkabel hat, kann die Montage vor Ort schnell zum beschwerlichen Akt werden“, sagt Tobias Maier, Teamleiter Steuerungstechnik bei TII-Tochterunternehmen TII Kamag.(Bild:  Lapp)
„Wenn man zu viele Steckerstellen und Einzelkabel hat, kann die Montage vor Ort schnell zum beschwerlichen Akt werden“, sagt Tobias Maier, Teamleiter Steuerungstechnik bei TII-Tochterunternehmen TII Kamag.
(Bild: Lapp)

„Wenn man da zu viele Steckerstellen und Einzelkabel hat, kann das schnell zum beschwerlichen Akt werden“, erklärt Tobias Maier. „Deswegen wurde uns bei der damaligen Fahrzeugplanung klar, dass wir die Anzahl der Kabel an den Fahrzeugen minimieren mussten. Einerseits sollte die Koppelung der Kabel vor Ort für die Leute handlich sein, andererseits wollten wir alle Kabel durch das geschützte Innere des Fahrzeugrahmens leiten können“. Die Idee also: Zwei kompakte Leitungen, in denen man die gesamte Verbindungstechnik unterbringen kann – eine Versorgungsleitung sowie eine Steuer- und Datenleitung.

Hybrid-Sonderleitungen aus Stuttgart sorgen für Robustheit

Doch dafür brauchte es eine Sonderanfertigung. Und hier einen passenden Lieferanten zu finden, war nicht so einfach. Anfangs kamen etliche Anbieter in Frage. Überzeugt hat am Ende jedoch Lapp aus Stuttgart. Das Unternehmen konzipierte nach den Vorgaben von TII zwei spezielle Leitungen – eine Power-Line und eine Data-Line. „Beide Leitungen fassen mehrere Kabeltypen in einem zusammen, das heißt, sie sind Hybridleitungen”, erklärt Joachim Hentschel, Account Manager bei Lapp. „Durch die Power-Line wird das Fahrzeug zunächst mit Strom versorgt, sodass es auch ins Rollen kommt”, ergänzt er. Die Data-Line wiederum ist der Daten-Pool des Fahrzeuges. Sie enthält eine Daten-Bus-Leitung, über die Steuer- und Regelsignale von der „Power Pack Unit“ an die Räder geleitet werden – „um zum Beispiel jede Achse auf den korrekten Lenkwinkel einstellen zu können”. Sowohl Power- als auch Data-Line beinhalten zusätzlich noch serielle Steuerleitungen.

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Jedoch ist ein solches Projekt kein Spaziergang. Der erste Entwurf der Data-Line schaffte den notwendigen Datendurchsatz nicht. Lapp ist bekannt und bei Kunden hoch geschätzt für seine Innovationsarbeit und hartnäckige Lösungssuche. „Das Problem war der Widerstand im Kabel – die sogenannte Impedanz“, erklärt Joachim Hentschel. „Wir mussten deshalb die Aderverteilung in der Leitung anpassen“. Das wurde dann auch schnell umgesetzt. TII ist zufrieden: „Wir sind froh, dass wir mit Lapp einen Partner gefunden haben, der sich in unsere Anforderungen reingefuchst und eine Lösung entwickelt hat. Dieses Engagement finde ich lobenswert”, erklärt Maier.

Mit der Qualität von Lapp sind wir hochzufrieden. Und wenn wir doch mal ein Problem haben, kümmert sich Lapp darum.

Ralf Geiselmann, Meister Montage und Elektrik bei TII Kamag

Ralf Geiselmann, Meister Montage und Elektrik bei TII Kamag kommentiert: „Mit der Qualität von Lapp sind wir hochzufrieden. Und wenn wir doch mal ein Problem haben, kümmert sich Lapp darum.“ Seit 2010 liefert das Stuttgarter Familienunternehmen mittlerweile Sonderleitungen für den Scheuerle SPMT K24 an die TII Group, aber auch Standardleitungen wie Ölflex Classic. „Die kann ich bei Lapp praktisch online konfigurieren und bestellen,“ erklärt Teamleiter Maier, „doch, wenn es um solche Sonderanfertigungen geht, braucht es Beratung vor Ort. Und da können wir jederzeit anrufen und Lapp kommt vorbei“, erklärt er zufrieden. Produktanforderungen, wie bei den Sonderleitungen des SPMT K24, werden persönlich besprochen und überzeugend umgesetzt.

Von der Zusammenarbeit der TII Group und Lapp profitieren auch die Fahrer der Schwerlast-Transporter. Denn mit den Sonderleitungen müssen sie bei Eiseskälte oder gleißender Hitze nur mit zwei Koppelsteckern hantieren. So bleiben ihnen Kabelsalat und Bedienungsfehler erspart. Und die Reduktion von Verschleiß bedeutet eine höhere Ausfallsicherheit. Bleibt ein Modultransporter mit über 10.000 Tonnen Ladung plötzlich mitten in der Wüste stehen, wird schließlich jede Sekunde zur Belastung – und teuer.

Und so werden die selbstfahrenden Modultransporter mit Stuttgarter Verbindungstechnik auch in Zukunft viele Schwerlasten bewegen – zum Beispiel technische Anlagen wie Windkrafträder, die für die nachhaltige Energieversorgung wichtig sind.

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