Naturfaserkunststoff Sisal für das Handschuhfach

Redakteur: Dipl.-Ing. Dorothee Quitter

International Automotive Components (IAC) hat vollständig spezifizierte Naturfaser-Verbundwerkstoffe für den Einsatz in Fahrzeuginnenräumen vorgestellt.

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Handschuhfach aus naturfaserverstärktem Verbundwerkstoff.
Handschuhfach aus naturfaserverstärktem Verbundwerkstoff.
(Bild: IAC)

Das neue Material ist das Ergebnis eines dreijährigen Modellierungs- und Simulationsprojektes unter der Leitung des Ford Forschungszentrums in Aachen, gefördert vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV). Als Anwendungspartner im Forschungskonsortium hat IAC das Projekt mit seinem umfassenden Fachwissen über naturfaserverstärkte Materialien sowie dem Prozess- und Prüf-Know-how seines Technologiezentrums in Ebersberg unterstützt. In seinem hochmodernen Werk im rumänischen Bals, in dem IAC Innenraumkomponenten für den Minivan Ford B-MAX produziert, wurden zudem Testprodukte unter Serienproduktionsbedingungen gefertigt. Die erste Projektphase umfasste die Entwicklung eines Polypropylen-Sisal-Verbundwerkstoffes basierend auf umfangreicher Materialforschung und Benchmarking-Untersuchungen. Gleichzeitig wurde ein Werkstoff- und Fließmodell für Spritzgießanwendungen entwickelt. Aus dem so gewonnenen naturfaserverstärkten Kunststoff produzierte IAC zunächst spezielle Testplatten und schließlich Serienkomponenten am Beispiel eines Ford B-MAX Handschuhfachs. Die Produktion dieser Muster erfolgte auf der bestehenden Linie. In der nächsten Projektphase beteiligt sich IAC an der Prototypenvalidierung. Dafür werden die im Ford Forschungszentrum erhobenen Ergebnisse aus Aufprallsimulationen und Crash-Tests mit dem bekannten Verhalten der Serienteile verglichen.

Das Forschungsprojekt „Werkstoff- und Fließmodelle für naturfaserverstärkte Spritzgießmaterialien für den praktischen Einsatz in der Automobilindustrie” wurde im Juli 2011 unter der Leitung von Ford ins Leben gerufen. Darin beteiligt sind Partner der Kunststoffindustrie, Engineering- und Software-Unternehmen, Hochschulen und Forschungsinstitute sowie IAC als führender Zulieferer von Innenraumkomponenten für Ford. Die Bundesregierung fördert das Projekt durch ihren Projektträger, die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR). (qui)

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