Forschung und Entwicklung Siemens zeichnet Erfinder des Jahres aus

Redakteur: Ute Drescher

Siemens-Chef Peter Löscher hat zwölf besonders erfolgreiche Forscher und Entwickler als Erfinder des Jahres ausgezeichnet, darunter Bernd Pfannschmidt für ein neues Kühlsystem und Ronald Lange für seine Entwicklungen des TIA-Portals.

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Mit einem neuen Kühlungssystem hat Bernd Pfannschmidt den elektrischen Traktionsmotor für Mining-Trucks so verbessert, dass die Maschine 45 Prozent mehr Leistung bringt. (Bild: Siemens)
Mit einem neuen Kühlungssystem hat Bernd Pfannschmidt den elektrischen Traktionsmotor für Mining-Trucks so verbessert, dass die Maschine 45 Prozent mehr Leistung bringt. (Bild: Siemens)

Mit einem neuen Kühlsystem hat Bernd Pfannschmidt aus Nürnberg die Motorleistung riesiger Tagebau-Trucks um 45 Prozent verbessert. Diese Laster befördern Erze oder Kohle und werden in beiden Hinterrädern von je einem Elektromotor angetrieben.

Trotz der robusten Traktionsmotoren müssen die Trucks, die voll beladen bis zu 630 Tonnen wiegen, bei Steigungen mitunter anhalten, um den Motor nicht zu überhitzen. Da er zur Leistungssteigerung aus Platzgründen nicht vergrößert werden kann, blieb nur die Luftkühlung als Einflussgröße.

Bisher tritt die kalte Luft auf einer Seite des Motors ein. Zuerst kühlt sie den Wickelkopf und den Kurzschlussring, dann strömt sie durch die Luftlöcher im Ständer und Läufer zur anderen Seite des Motors. Hier kühlt sie den zweiten Wickelkopf und den Kurzschlussring, aber in weit geringerem Maße als auf der Einlassseite, da sie bereits vom Motor erwärmt wurde. Mit ausgeklügelten Bohrungen im Gehäuse erreichte Pfannschmidt eine bessere Verteilung der Luftströme, wobei der Motor effektiver gekühlt wird. Der Erfinder hat 53 Erfindungen gemeldet, die in 49 erteilten Einzelpatenten und 51 Schutzrechtsfamilien mündeten.

Ronald Lange hat maßgeblich die Software-Architektur des TIA-Portals entwickelt. Dieses Engineering-Framework vereint alle Automation-Software-Tools in einer einzigen Entwicklungsumgebung. Alle Daten eines Automatisierungssystems, ob für Design, Konfiguration oder Fehlerdiagnose, können untereinander ausgetauscht, verarbeitet und wieder verwendet werden.

Pfannschmidt und Lange gehören zu zwölf besonders erfolgreichen Forschern und Entwicklern, die Siemens-Chef Peter Löscher jetzt als Erfinder des Jahres ausgezeichnet hat.

Insgesamt hat der Konzern im Geschäftsjahr 2011 die Zahl der Erfindungsmeldungen gegenüber dem Vorjahr um zehn Prozent auf 8.600 gesteigert. Das entspricht knapp 40 Erfindungen pro Arbeitstag. Pro Mitarbeiter in Forschung und Entwicklung (derzeit 27.800) verdoppelte sich seit 2001 die Zahl der Erfindungsmeldungen. Der Gesamtbestand an erteilten Patenten stieg von 51.300 im Vorjahr auf 53.300. Löscher kündigte an, die Forschungsausgaben im laufenden Geschäftsjahr 2012 um 500 Millionen Euro zu steigern. 2011 gab Siemens 3,9 Milliarden Euro dafür aus.

In einem Video sind Portraits der Erfinder und ihrer Innovationen zu sehen. (ud)

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