Automatisierung Siemens-Technik im Wiesn-Einsatz
O'zapft is: Auf dem Münchner Oktoberfest vergnügen sich zwei Wochen lang Millionen Besucher aus aller Welt. Für ungetrübten Spaß bei den Fahrgeschäften sorgen dabei traditionell Automatisierungslösungen von Siemens. Und auch bei einer Bier-Pipeline hat der Konzern seine Technik im Spiel.
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Mit Antriebs-, Steuerungstechnik und Energieverteilung bringt Siemens auf der Wiesn zahlreiche Fahrgeschäfte in Schwung, darunter die großen Attraktionen wie Riesenrad, Wildwasserbahn, Power-Tower und Wellenflieger.
- Nachhaltiger Fahrspaß: Auf der Oiden Wiesn fährt die über 70 Jahre alte Berg- und Talbahn "Fahrt ins Paradies". Das Traditionskarussell wird nach wie vor von seinem original Siemens-Motor mit 11 PS angetrieben.
- Das Oktoberfest-Riesenrad der Firma Willenborg ist mit einer Höhe von 50 m eines der größten Riesenräder der Welt. 1979 aufgestellt, umfasst es 40 Gondeln für 400 Personen und trägt bis zu 540 t Gesamtgewicht. Erst kürzlich wurde die Technik im Riesenrad umfassend modernisiert und die Automatisierung mit einer SIMATIC S7 aufgerüstet.
- Im Freifallturm Power Tower stürzen die Fahrgäste seit 2002 in weniger als 5 s aus 66 m nach unten. Zwei 450-kW-Siemens-Motoren (jeweils 612 PS) sorgen dafür, dass die bis zu 13 t schwere Gondel mit maximal 32 Passagieren schnell und vor allem sicher auf- und absteigen kann. Für die Sicherheit steht das Qualitätssigel des TÜV München. Rund 1.000 Arbeitsstunden wurden in das Prüfprogramm investiert, bevor die ersten Gäste sich in den freien Fall begeben konnten.
- Die größte mobile Wildwasserbahn der Welt hat eine Grundfläche von 60 m x 40 m, eine 650 m lange Bahn und fasst 700 m3 Wasser. Siemens-Technik unterstützt nicht nur die Wasserpumpen, die für die Strömung verantwortlich sind. In einem separaten Container (Power-Station) ist die komplette Siemens-Technik für den Betrieb der Bahn gebündelt.
- Von außen sieht die Abenteuerbahn Odyssee aus wie ein griechischer Tempel. Im Innern jedoch steuert Siemens-Technik Laser, Videosequenzen, Wasserleinwände und Lichteffekte.
- Am Kettenkarussell Wellenflieger misst die Siemens-Anlage automatisch das Gesamtgewicht der zugestiegenen Fahrgäste und stellt dann die Hydraulik punktgenau auf den notwendigen Energiebedarf ein. Ein intelligentes Steuerungssystem garantiert sanftes Anfahren und Abbremsen, energiesparend auf das Gesamtgewicht der Fahrgäste abgestimmt. Das Karussell läuft seit über 50 Jahren mit einem SPS-Steuerungssystem (SIMATIC) von Siemens.
Lösungen für durstige Kehlen
Jährlich werden auf dem Münchner Oktoberfest rund 6 Mio. l Bier ausgeschenkt. Steuerungstechnik und Software von Siemens bringen das süffige Festbier über eine unterirdische Ringleitung sicher und schnell von den Tanks an die Zapfstellen – Zuverlässigkeit und ein hoher Durchlauf sind besonders wichtig, denn an besucherstarken Tagen müssen die Schankkellner bis zu 70.000 l zapfen.
- Seit 2012 arbeitet das Hackerzelt mit einer zentralen Bierversorgung, die mit Siemens-Software gesteuert wird. Dadurch können Abverkauf und Durchlauf jederzeit kontrolliert werden – über Webbrowser, Tablet PC oder Smartphone.
- Früher standen zwei bis drei Tanks an fünf verschiedenen Stellen, heute lagern an einer zentralen Stelle vier Container mit je 28.000 l Bier. Das spart nicht nur Platz, sondern erleichtert auch Anlieferung und Bier-Verteilung innerhalb des Zelts.
- Das Kernstück der zentralen Bierversorgung für das Hackerzelt befindet sich in einem Schaltschrank: Automatisierungstechnik von Siemens, eine speicherprogrammierbare Steuerung der SIMATIC S7 300-Reihe.
- Tanks und Schänken sind über eine 260 m lange Pipeline verbunden, die 1,10 m unter der Oberfläche verläuft. Mit mehr als 25 cm/s läuft das Bier durch die Pipeline hin zu den fünf Schänken. Jeder Zapfhahn schafft bis zu 1.200 Mass pro Stunde – alle 3 s eine.
(jv)
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