Funktionale Sicherheit Sicherheit beim Einsatz von Roboter-Werkzeugwechslern

Redakteur: Jan Vollmuth

Automatische Werkzeugwechselsysteme erhöhen die Flexibilität in der Fertigung beim Einsatz von Robotern. Hohe Anforderungen werden dabei an die funktionale Sicherheit gestellt. Der Hersteller Stäubli Tec-Systems hat für sein Roboter-Werkzeugwechselsystem Sicherheitstechnik entwickelt, die ein Höchstmaß an Zuverlässigkeit bietet.

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Das neue Roboter-Werkzeugwechselsystem MPS 630 von Stäubli Tec-Systems.
Das neue Roboter-Werkzeugwechselsystem MPS 630 von Stäubli Tec-Systems.
(Bild: Stäubli Tec-Systems)

Die Modellvielfalt bei den Autoherstellern nimmt rasant zu und erreicht bereits weit über 3000 Varianten allein bei den deutschen Herstellern. Die damit entstehenden kleineren Serien erfordern eine erhöhte Anwendungsflexibilität der Produktionsanlagen, inklusive der integrierten Roboter, Vorrichtungen und Handhabungsgeräte. Automatische Werkzeugwechselsysteme leisten hier einen wichtigen Beitrag, indem sie das Aufgabenspektrum von Robotern erweitern. Sie sind ein wichtiger Baustein zur Steigerung der Flexibilität und Automation in verschiedenen Fertigungsbereichen – besonders dort, wo Roboter verschiedene Aufgaben wahrnehmen müssen.

Mechatroniklösungen für unterschiedliche Traglasten

Stäubli verfügt über jahrzehntelange Kompetenz auf dem Gebiet der Kupplungstechnik und war einer der ersten Pioniere auf dem Gebiet der Roboterwerkzeug-Wechselsysteme. Dieses gebündelte Know-how macht die Roboter-Werkzeugwechsler der Serie MPS von Stäubli zu zuverlässigen Mechatroniklösungen für unterschiedliche Traglasten, deren Performance die Produktivität und die erforderte höhere Flexibilität in automatisierten Fertigungsanlagen entscheidend verbessert. Als einziger Anbieter weltweit entwickelt Stäubli alle Komponenten für Werkzeugwechselsysteme – Druckluft-, Fluid- oder Elektrokomponenten – in Eigenregie. Die Werkzeugwechsler lassen sich entsprechend der kundenspezifischen Applikation mit verschiedenen Modulen und Komponenten für Medien-, Daten- und elektrischer Energieübertragungen ausrüsten.

Die Richtlinie 2006/42/EG des europäischen Parlaments und des Rates vom 17. Mai 2006 über Maschinen und zur Änderung der Richtlinie 95/16/EG (kurz: Maschinenrichtlinie) regelt ein einheitliches Schutzniveau zur Unfallverhütung für Maschinen. Die darin enthaltenen Vorgaben in Kombination mit der ISO13849 und 10218-2 stellen hohe Anforderungen an die funktionale Sicherheit. Dies betrifft auch den Einsatz von Roboter-Werkzeugwechselsystemen.

Viele Anforderungen für ein hohes Maß an Sicherheit

Die neue Situation in Bezug auf funktionale Sicherheit diskutierten Experten vom TÜV und dem entsprechenden Normenausschuss sowie von Stäubli Tec-Systems auf dem Expertentag Karosseriebau mit dem Schwerpunktthema „Sicherheit beim Einsatz von Roboter-Werkzeugwechselsystemen“ im Stammsitz von Stäubli Tec-Systems in Bayreuth. In ihren jeweiligen Referaten erläuterten die Sicherheitsexperten detailliert die entscheidenden Anforderungen für ein hohes Maß an Sicherheit und in wieweit die Stäubli-Werkzeugwechsler diese Anforderungen erfüllen.

Um die Risiken sicher auszuschalten, hat Stäubli die zwei herausragenden Sicherheitskonzepte Transpondertechnik in Kombination mit der ISB200 und die Aktive Ablagestation entwickelt, die dem Performance Level d Kategorie 3 entsprechen und auf dem Expertentag der Fachöffentlichkeit vorgestellt wurden.

Das Gesamtsystem von Stäubli hat in den Ausführungen „ISB200“ und „Aktives Ablagesystem“ das Zertifikat für Performance Level d, Kategorie 3, vom TÜV Rheinland erhalten. Obwohl mit diesen Maßnahmen bereits ein sehr hohes Maß an Sicherheit erreicht wird, sind Anlagenbauer bzw. -betreiber trotzdem gefordert, eine Bewertung des Restrisikos vorzunehmen und gegebenenfalls weitere Maßnahmen zur Erhöhung der Sicherheit in der Anlage zu treffen. Kompetente Unterstützung erhalten sie dabei von den Experten von Stäubli. (jv)

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