Dehnungssensor Sensor erkennt Schäden am Rotorblatt

Redakteur: Ute Drescher

Wissenschaftler der TU Chemnitz haben ein Sensorsystem für Windkraftanlagen entwickelt, das Rotorblätter permanent überwacht und Schäden frühzeitig erkennt.

Anbieter zum Thema

Michael Heinrich von Fiber Check zeigt den gestickten Dehnungssensor, für den ein Metallfaden in ein Vlies und dann in ein Glasfaserbauteil eingearbeitet wird - dieses System erkennt Schäden in Rotorblättern schon bei der Entstehung. (Bild: TU Chemnitz/Heiko Kießling)
Michael Heinrich von Fiber Check zeigt den gestickten Dehnungssensor, für den ein Metallfaden in ein Vlies und dann in ein Glasfaserbauteil eingearbeitet wird - dieses System erkennt Schäden in Rotorblättern schon bei der Entstehung. (Bild: TU Chemnitz/Heiko Kießling)

Rotorblätter von Windkraftanlagen sind sehr hohen und wechselnden Belastungen ausgesetzt. Das Material - ein Faser-Kunststoff-Verbund - kann dadurch ermüden. Um Schäden frühzeitig zu erkennen, haben Wissenschaftler der Technischen Universität Chemnitz im Projekt Fiber Check ein Sensorsystem entwickelt, das die Rotorblätter permanent überwacht. Denn: "Schon kleine Schäden führen, wenn sie nicht frühzeitig erkannt werden, zu aufwändigen Reparaturen, erheblichen Stillstandszeiten und hohen Ertragsausfällen", sagt Prof. Dr. Cornelia Zanger, Projektleiterin von Fiber Check.

Das Überwachungssystem erläuterten die Wissenschaftler auf der Hannover-Leitmesse Wind 2011 an einem rund zwei Meter langen Demonstrator: ein Rotorblatt mit eingebauten Sensoren, über die Veränderungen am Bauteil auf einem Monitor dargestellt werden. "Unsere Entwicklung liefert eine Antwort auf das Problem wachsender Anforderungen an Effizienz und Wirtschaftlichkeit von Windkraftanlagen", sagt Tobias Meyhöfer, Projektgeschäftsführer von Fiber Check.

Das System von Fiber Check arbeitet einerseits mit Körperschallsensoren, die Schwingungen erfassen und dadurch mikroskopisch kleine Schäden erkennen. Andererseits kommen auch gestickte Dehnungssensoren zum Einsatz, die in den Faser-Kunststoff-Verbund einlaminiert sind und größere - makroskopische - Veränderungen erfassen.

Die Daten werden permanent erfasst und überwacht, der Zustand des Rotorblattes ist jederzeit online abzurufen. So lassen sich Materialschäden frühzeitig erkennen, die Betreiber können trotz längerer Wartungsintervalle rechtzeitig reagieren. "Zusätzlich liefert das System Informationen zu Lasten auf den einzelnen Rotorblättern, langfristig soll auch Eisansatz oder -freiheit erkannt werden", sagt Tobias Meyhöfer.

Fiber Check wurde 2008 als Forschungsprojekt an der TU Chemnitz ins Leben gerufen und wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Es ist ein interdisziplinäres Projekt in Kooperation mit vier Chemnitzer Professuren: Strukturleichtbau und Kunststoffverarbeitung, Mikrosystem- und Gerätetechnik, Schaltkreis- und Systementwurf sowie Marketing und Handelsbetriebslehre. Das Condition Monitoring System soll Mitte 2012 Marktreife erlangen - für diesen Zeitpunkt ist eine Ausgründung aus der TU geplant. (ud)

Fiber Check im Internet

(ID:26643110)