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Selbstschneidende Schrauben für flexible Brillen

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Zweistufige Montage auf 10,5 Newton-Zentimeter

Bei der Aufnahme werden die Schrauben zu Dutzenden in einem Tray am Arbeitsplatz bevorratet. Der hat ein kleine Vorratswanne und 50 Minitrichter. Wenn Sonja Dornauer den Tray schüttelt, bewegen sich die Schrauben zu den Trichtern und kommen mit dem Köpfchen nach oben zum Liegen - bereit für die Montage. Das Atlas-Copco-Schraubwerkzeug wiederum hat eine automatische Ansaug-Vorrichtung, so dass die Mitarbeiterin die Schrauben mühelos lagerichtig aufnehmen und zur Schraubstelle führen kann. In zwei Stufen zieht der M 25 AVB dann auf das vorgegebene Drehmoment an. "Nach einer langsameren Findestufe dreht der Schrauber schneller und schaltet bei 10,5 Ncm ab", erklärt Sonja Dornauer (10,5 Ncm = 0,105 Nm).

Scharniermontage mit selbstschneidenden Schrauben

Während die Logos theoretisch noch mit der Hand montiert werden könnten, ist der Microtorque-Schrauber für die Montage der neuen Brillenmodelle aus der Lifestyle-Kollektion unersetzlich. Diese Serie sei ebenfalls bruchsicher, heißt es, aber nicht unbedingt für den Hochleistungssport ausgelegt. Denn die Bügel und Rahmen sind viel dünner als diejenigen der Sportbrillen, die Lifestyle-Modelle daher etwas filigraner. Und während Bügel, Rahmen und Gläser der Sportmodelle durch einen Klickmechanismus miteinander verbunden sind - und sich bei Überdehnung automatisch lösen -, sind die Bügel an den Lifestyle-Brillen mit Scharnieren verschraubt.

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Diese Scharniere werden mit vier selbstschneidenden Kreuzschlitzschrauben (M 1,4 x 2,5) je Seite montiert. "Von Hand wäre das gar nicht möglich", betont Dornauer. "So viel Kraft kann man mit den Fingern kaum aufbringen, dass sich die Schraube selbst ein Loch furcht." Auch diese Brillen werden daher mit einem Microtorque-Werkzeug montiert, das alle acht Schrauben je Brille sicher anzieht.

Drehwinkel- und Drehzahlsteuerung lasse sich einstellen

Bis zum Sommer waren in der Microtorque-Focus-Steuerung des ETD M 25 AVB die Parametersätze für beide Schraubfälle - Logos und Scharniere - gespeichert. Die Programmierung hatte ein Experte von Atlas Copco Tools vorgenommen. Dornauer und Hotter wählten einfach das Programm, das sie gerade benötigten. Mit diesen beiden Programmen stößt der Microtorque-Schrauber übrigens noch lange nicht an seine Grenzen: Bis zu 64 verschiedene Parametersätze und neun Jobs können programmiert werden. Damit ist der Schrauber ungefähr so flexibel und vielseitig wie die Brillenkollektion, die mit ihm montiert wird. Als Anziehstrategien sind neben Drehmomentsteuerung auch Drehwinkel- und Drehzahlsteuerung möglich.

Zweiter Schrauber für noch kleinere Drehmomente

Für die Verschraubung der Scharniere lag das Drehmoment in den ersten Monaten noch etwas über dem optimalen Wert. "Ideal sind 6 Ncm", sagt Dornauer. Der ETD M 25 ist jedoch für Drehmomente von 7,5 Ncm bis 25 Ncm ausgelegt, so dass die Damen eine Zeitlang mit einem etwas höheren Drehmoment montierten. Doch da man mit dem ersten Microtorque hochzufrieden war, bestellte Gloryfy einfach ein weiteres Gerät: den Microtorque ETD M 10 A 400 A. Dieses Modell eignet sich für noch kleinere Drehmomente zwischen 3 Ncm und 10 Ncm - und wurde in diesem Sommer in Betrieb genommen.

Gloryfy-Brille kommt ins Kino

Damit ist das junge Unternehmen für zukünftige Projekte noch besser aufgestellt: In diesem Jahr werden die Österreicher schätzungsweise 80000 bis 100000 Gloryfy-Brillen verkaufen. Und 2014 kommt die Brille sogar ins Kino: Eine Dokumentation beschreibt das Abenteuer von Kletter-Wunderkind David Lama am Cerro Torre in Chile. Mit dabei: diverse Gloryfy-Modelle, die Lama bei seiner Erstbesteigung verwendet hat, um seine Augen vor der aggressiven Höhensonne und herunterfallenden Fels- und Eisbrocken zu schützen. (jup)

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