Formgebung Sechs Tipps zur Optimierung von Konstruktionen

Ein Gastbeitrag von Patrick Klein, Sales Manager, Optimate GmbH 3 min Lesedauer

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Schneller, effizienter und flexibler konstruieren - dieser Spagat beschäftigt viele Konstrukteure und Entwickler. Unser Experte hat deshalb sechs Konstruktionstipps parat, mit denen Konstruktionen bereits im Entstehungsprozess optimiert werden können.

Schnell und flexibel sollen Konstrukteure und Entwickler sein – nicht immer ein Kinderspiel. Unser Experte hat sechs Tipps, die bei der Konstruktion von Blechteilen helfen können.(Bild:  Optimate)
Schnell und flexibel sollen Konstrukteure und Entwickler sein – nicht immer ein Kinderspiel. Unser Experte hat sechs Tipps, die bei der Konstruktion von Blechteilen helfen können.
(Bild: Optimate)

Die zunehmende Komplexität der Produktentwicklung und die Forderung nach kürzeren Entwicklungsprozessen stellen Konstrukteure täglich vor große Herausforderungen. Entwickler stehen unter Druck, die Zeit bis zur Realisierung des Produktes zu minimieren und gleichzeitig möglichst flexibel auf die Bedürfnisse der Kunden zu reagieren. Und dabei sind sie im Konstruktionsprozess häufig auf sich allein gestellt und die Suche nach Konstruktionsfehlern gleicht der Suche nach der Nadel im Heuhaufen – so werden Entwicklungszeiten oft unnötig verlängert.

Die folgenden sechs Konstruktionstipps zum Biegen und Laserschneiden von Blech unterstützen dabei, Konstruktionen bereits im Entstehungsprozess zu optimieren:

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Konstruktionstipp 1 – sich kreuzende Biegelinien berücksichtigen

Du hast Stunden in deine 3D-Konstruktion investiert und merkst dann, dass sich das konstruierte Bauteil nicht abwickeln lässt? Unser Tipp: Trenne die kürzeste Biegung bei drei sich kreuzenden Biegelinien auf, um das Blechbauteil abwickelbar zu machen.

Soll diese Kante anschließend geschlossen sein, muss auf eine Schweißnaht oder ein anderes Herstellungsverfahren zurückgegriffen werden.

Konstruktionstipp 2 – Überlappende Flächen beim Abwickeln vermeiden

Was tun, wenn sich das Bauteil zwar abwickeln lässt, die Platine jedoch überlappende Flächen aufweist? Die Folge: Das Bauteil lässt sich nicht mithilfe eines einteiligen Laserzuschnitts fertigen. Prüfe daher regelmäßig deine 3D-Konstruktion im Konstruktionsprozess auf Überlappungen im abgewickelten Zustand.

Konstruktionstipp 3 – Mindestmaße für Lochdurchmesser einhalten

Blech zu dick, Lochdurchmesser zu klein? Wird der minimale Lochdurchmesser unterschritten, führt ein zu hoher Energieeintrag auf einer Fläche zu einem fehlerhaften Produktionsergebnis. Die gewünschte Werkstückqualität für den Laserzuschnitt erreicht man durch Beachten der Mindestmaße:

Mindestmaß für den Lochdurchmesser = 0,7 × Materialstärke

Tipp: Optimate auf dem Konstruktionsleiter-Forum 2023 treffen

Das junge Stuttgarter Unternehmen Optimate, das zu Trumpf gehört, will der Blechbearbeitung mehr Prozesssicherheit geben – von der Konstruktion bis zur Fertigung. Der Schlüssel dazu ist eine Cloud-basierte Lösung zur Analyse und Verbesserung von Blechbauteilen. Diese erkennt Optimierungspotential innerhalb von Sekunden, weist auf Konstruktionsfehler hin und konstruiert um.

Optimate ist Partner des Konstruktionsleiter-Forums, das am 19. Oktober 2023 in Würzburg stattfindet. Das Konstruktionsleiter-Forum will Konstruktions- und Entwicklungsleiter sensibilisieren für die Herausforderungen der Produktentwicklung des 21. Jahrhunderts sowie Lösungen aufzeigen. Dazu gehören praxisorientierte Tools und Methoden, um innovative Ideen strukturiert zu entwickeln und den Produktentstehungsprozess so schlank und effizient wie möglich zu gestalten.

Mehr Infos zum Konstruktionsleiter-Forum 2023.

Konstruktionstipp 4 – Blech prozesssicher biegen

Damit das Biegen nicht zum Brechen wird, muss beim Fertigungsverfahren Biegen ein werkzeugbedingtes Mindestmaß eingehalten werden. Wird die Mindestschenkellänge unterschritten, kann das Werkstück nicht gebogen werden.

Für eine 90°-Biegung kann mit der Gesenkweite W die kleinstmögliche Schenkellänge Smin berechnet werden:

Smin = √2/2 × W

Tipp

Zur Unterstützung von Konstrukteuren hat Optimate einen Mindestschenkellängenrechner entwickelt: der Anwender wählt die Materialart, den Biegewinkel und die dazugehörige Materialstärke aus und erhält ganz bequem die dazugehörige Lmin.

Zum Mindestschenkellängenrechner.

Beispiel: Eine Platine aus Aluminium (AlMg3) mit einer Blechstärke von 2 mm und einem Biegewinkel von 45° lässt sich mit Lmin = 17,20 mm biegen.

Konstruktionstipp 5 – Entlastungsschlitze hinzufügen

Befinden sich Ausschnitte nahe der Biegezone, werden diese beim Biegevorgang deformiert. Die ungewollte Verformung hat häufig einen optischen, mitunter einen funktionalen Einfluss auf ein Bauteil. Beispiel: Wird der Mindestlochabstand nicht eingehalten, ist die Anschraubsituation bei einer verformten Bohrung nicht mehr gegeben. Entlastungsschlitzen schaffen Abhilfe.

Konstruktionstipp 6 – Mindeststufenmaß bei Z-Kantungen beachten

Entgegengesetzte Biegungen, sogenannte Z-Biegungen, werden oft fehlerhaft konstruiert und führen zu unnötigen Abstimmungsschleifen mit der Arbeitsvorbereitung. Um Kollisionen zwischen Biegewerkzeug und Bauteil zu vermeiden, muss bei zwei aufeinanderfolgenden Biegungen ein Mindeststufenmaß Xmin eingehalten werden, wie die Tabellen in der Bildergalerie zeigen:

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