Schlauch SCR-Technologie hilft mit einem beheizbaren Schlauchleitungsmodul künftige Diesel-Abgaswerte einzuhalten

Redakteur: Stefanie Michel

In Europa werden stufenweise strengere Abgasnormen eingeführt, und auch auf dem amerikanischen Markt müssen Lkw wie Pkw schärfere Vorschriften erfüllen. ContiTech Fluid hat die Herausforderungen angenommen und bietet für Lkw ein beheizbares Schlauchleitungsmodul auf EPMD-Basis an, das speziell für die „Selective Catalytic Reduction“-Technologie (SCR) entwickelt wurde.

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Das schädliche Stickoxid (NOx) wird beim SCR-Verfahren mit Hilfe einer Harnstofflösung in Wasserdampf und Stickstoff umgewandelt. Die flüssige Harnstofflösung wird in einem separaten Tank mitgeführt. Durch eine medienresistente beheizbare Schlauchleitung wird die Harnstofflösung der Dosiereinheit übergeben. Dort wird sie in den Dieselpartikelfilter eingespritzt. Hierbei muss ein Einfrieren der Harnstofflösung verhindert werden, denn ihr Gefrierpunkt liegt bei -11,5° C.

Bei der ContiTechLösung wurden n die EPMD-Ummantelungen der Reduktionsmittelleitungen, angeordnet zwischen Harnstofftank, Pumpmodul und Dosiereinheit, Heizdrähte integriert, die sowohl der Schlauch als auch das Medium erwärmen.

Eingearbeitete Edelstahl-Drähte erhöhen die mechanischen Eigenschaften des Schlauchs

Die Innenschicht des Reduktionsmittelschlauches basiert auf einem EPMD-Material. Er kann als Saug- und Rücklaufschlauch sowie als Druckausgleichsschlauch eingesetzt werden. Ein Polyestergeflecht fungiert als Druckträger, darauf laufen zwei isolierte elektrische Heizleiter um den Schlauch. Die Außenschicht besteht wiederum aus EPMD. Durch die eingearbeiteten Edelstahl-Drähte werden die mechanischen Eigenschaften des Schlauches sogar noch erhöht.

Isolierungen und Abdeckungen sorgen für nötige Sicherheit

Die Betriebssicherheit der elektrischen Kontaktierung des Schlauchsystems auch gegen Feuchtigkeit und extreme Temperaturen zu sichern war eine große Herausforderung. Jedoch hat ContiTech mit entsprechenden Isolierungen und Abdeckungen Sicherheit geschaffen. Das System ist gemäß den Schutzarten IP 67 und IP 69 K gesichert und in einem Temperaturbereich von -40° C bis +120° C einsetzbar. Damit funktioniert das System auch bei tiefen Temperaturen. Das ist für die abgasoptimierte Motoreinstellung unbedingt erforderlich, weil beim Ausfall des Katalysators die Abgaswerte des Systems deutlich schlechter wären als mit den kraftstoffoptimierten Motoreinstellungen.

Am Tag werden bis zu 2500 SCR-Schlauchleitungen produziert

Inzwischen produziert ContiTech den Schlauch in Korbach und rund 2500 SCR-Schlauchleitungen pro Tag im neuen Werk für Truckleitungen in Friedberg. Renault Truck, Volvo Truck und Evo Bus (DaimlerChrysler) rüsten ihre Fahrzeuge bereits komplett mit dem Schlauchleitungsmodul von ContiTech aus. Im Lkw-Bereich benutzt DaimlerChrysler Schläuche von ContiTech Fluid in einer Heizvariante mit Kühlwasser. Außerdem wird die Technik bei Ford in Amerika und bei vielen andern getestet.

Ab 2009 läuft Produktion auch für Pkw-SCR-Leitungen

Die von den neuen Emissionsverordnungen geforderten Abgaswerte können kaum noch durch motorseitige Veränderungen allein bewältigt werden. Hier ist die SCR-Technologie eine viel versprechende Alternative. Mit dem neuen Schlauch hat sich ContiTech als Vorreiter der Zukunftstechnologie etabliert. Nachdem die SCR-Leitungen für Lkw in Serie produziert werden, gibt es jetzt auch entsprechende Leitungen für den Pkw-Bereich. Ab 2009 produziert ContiTech in Korbach Pkw-SCR-Leitungen für einen Hersteller in USA. Mit Einführung der Euro-6-Norm in 2011/2012 könnte die SCR-Technologie auch in Europa boomen.

Modulares System senkt Schall- und Schadstoffemissionen

DEUTZ schwört auf SCR-Technologie: Auch bei Motoren für Industriefahrzeuge setzt DEUTZ auf die SCR-Technologie mit ContiTech-Leitungen. (Archiv: Vogel Business Media)

DEUTZ setzt auch bei Motoren für Industriefahrzeuge auf die SCR-Technologie mit ContiTech-Leitungen. Zur Senkung von Schall- und Schadstoffemissionen bietet der Motorenhersteller für seine Kompaktmotoren ein modulares System an, das DVERT – DEUTZ Variable Emission Reduction Technology System. Die Komponenten sorgen für optimale Leistung und Wirtschaftlichkeit bei Einhaltung der gegebenen Abgasgrenzwerte. Hierfür mussten die für den Truck-Bereich entwickelten Leitungen nur in der Länge an ihre neue Aufgabe angepasst werden.

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