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Wechselstromprozess CMT Advanced robotergeführt testen
Der Schweißexperte Werner Karner erinnert sich: „In einem der Erfahrungsaus-tauschgespräche mit Fronius berichteten sie von einem neuen CMT-Prozess. CMT Advanced, einen Wechselstromprozess, sollten wir statt CMT manuell testen. Wir erhofften uns, damit gelegentlich auftretende Probleme mit Poren an Gussverbindungen zu vermeiden.“ Dort brachte es keine Verbesserung, „jedoch weil gerade wieder vom Finish der Wunsch nach mehr Potenzial zum Materialabtragen geäußert wurde, kam mir die Idee, CMT Advanced robotergeführt zu testen.“ Zuerst probierten die Grazer Schweißexperten dies an einem Musterteil. „Unsere Finish-Mitarbeiter waren begeistert. Und der Werkstoff-Techniker war so zufrieden, wie mit den anderen CMT manuell-geschweißten Werkstücken“, ergänzt Karner. Er erhielt sofort die Genehmigung, mit dem neuen Verfahren die exponierte Naht an einem Vorserien-Fahrzeug zu schweißen. Das Ergebnis überzeugte sowohl den Leiter des Versuchsbaus Manfred Kolar, als auch den Programmmanager Karl Hartl so eindeutig, dass sie CMT Advanced sofort in die Vorserienfertigung übernahmen. Statt der über 2 Jahre dauernden Entwicklung von CMT manuell für die Serienproduktion hatte CMT Advanced den Sprung in die Serienfertigung in nur 14 Tagen geschafft. Die maximale Stromstärke von lediglich 90 A beim Schweißen der Verbindung B-Säule und Dach ergibt sich aus der Kennlinie. Dieser relativ niedrige Wert sorgt für den geringen Wärmeeintrag. Fronius arbeitete innerhalb der 14 Tage-Einführungsphase für die Schweißnähte des SLS AMG eine spezifische Kennlinie aus. Sie berücksichtigt auch die bei Magna Steyr benutzten Schweißzu-satzwerkstoffe sowie Gase.
Roboter schweißt auch kritische Nähte an der Schwellerabdeckung
Vor der Einführung von CMT Advanced standen für die Serienproduktion mehrere fertigungstechnische Alternativen zur Diskussion. Die Dachhaut und oder die B-Säule nachträglich auf ein definiertes Maß zu beschneiden, um so engere Toleranzen zu erreichen, hätte neue Fertigungsschritte, zusätzliche Maschinen und Werkzeuge erfordert. Mehrlagig oder pendelnd Material breiter und dicker aufzutragen würde den Fertigungsablauf komplizieren und kostspielige Nacharbeit hervorrufen. „Dank der kurzfristigen und erfolgreichen Lösung mit CMT Advanced konnten wir die aufwändigen Alternativen ad acta legen“, freut sich Karl Hartl. Inzwischen schweißt ein Roboter außer den exponierten Dach-B-Säulen-Verbindungen auch zwei weitere kritische Nähte an der Schwellerabdeckung. Seit über einem Jahr freuen sich die Verantwortlichen bei Magna Steyr über diese perfekten Schweiß- und Fertigungserfolge. (jus)
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