Schraube Schrauberhersteller Schriever wird 75 Jahre

Redakteur: Juliana Schulze

Das Unternehmen Hans Schriever feiert in diesem Jahr sein 75-jähriges Jubiläum. Das Familien-Unternehmen aus Lüdenscheid produziert mittlerweile in der dritten Generation.

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Das Schriever-Team am Produktionsstandort Lüdenscheid feiert 75-jähriges Firmenjubiläum. (Bild: Schriever)
Das Schriever-Team am Produktionsstandort Lüdenscheid feiert 75-jähriges Firmenjubiläum. (Bild: Schriever)

Die Geschichte von Schriever beginnt 1935, als Firmengründer Hans Schriever mit einem kleinen Maschinenpark in einer Kiersper Werkshalle mit der Schraubenproduktion an den Start geht. Die produzierten Schrauben wurden per Motorrad an die Kundschaft ausgeliefert. Nach den Kriegswirren herrschte überall Mangel und bei Schriever Schrauben konnte nur allmählich die Produktion wieder aufgenommen werden. Weder Werkzeug noch Material waren zu bekommen, nicht einmal auf dem Schwarzmarkt. So diente eine alte Nagelpresse zur Herstellung von Stahl- und Kupfernägeln, die zunächst bei den Bauern der Umgebung gegen Lebensmittel getauscht wurden.

Exportanteil von über 40 Prozent

1953 dann der Umzug nach Schalksmühle – damit einhergehend die Ausweitung des Maschinenparks und eine stetige Erschließung neuer Absatzmärkte. Vor allem im Ausland, ein Exportanteil von über 40 Prozent war die Regel. 1970 starb Firmengründer Hans Schriever überraschend im Alter von 58 Jahren. Sein Sohn Bernd, nach seiner Ausbildung gerade zwei Jahre im Unternehmen, sah sich plötzlich in der Verantwortung. Schnell entwickelte er sich zum Motor der Unternehmensentwicklung. Im Jahr 1976 gründete Bernd Schriever gemeinsam mit Paul Kiemen das Unternehmen in der Lösenbach. Anfang der Neunziger meldet das Unternehmen gleich drei verschiedene Gewindeprofile zur Verschraubung in Thermoplasten, Duroplasten und Leichtmetallen zum Patent an.

Automatengerechte Schraube in Portfolio aufgenommen

Im Oktober 1999 bezog das Unternehmen die völlig neue, moderne Produktionsstätte in Lüdenscheid, Hoher Hagen 5. Auch die Automatisierung hielt zunehmend Einzug in die Produktion und mit ihr die automatengerechte Schraube und der Qualitätsanspruch. In Zeiten von Fertigungsautomaten, die möglichst ununterbrochen laufen sollen, sind selbst fehlerhafte Schrauben im Promillebereich ein echter Kostenfaktor. So sind beispielsweise Schrauben für Airbags seit Jahren Beleg für Präzision und Leistungsfähigkeit. Schrauben dieser Art müssen immer die exakte Einstellung haben und dürfen sich bei Vibrationen und Stößen keinesfalls lösen.

Nach über 40 Jahren Aufbauarbeit verstarb Bernd Schriever 2009 im Alter von 66 Jahren. Die dritte Generation mit Jan Schriever begann im Jahr 2000. Der Maschinenpark wurde erweitert und neue Absatzmärkte erschlossen – gerade in Zeiten der weltweiten Wirtschaftskrise für den Unternehmenserfolg unerlässlich. 2004 meldete das Unternehmen für die STS plus Schraube (Schriever-Thermoplast-Schraube) ein Patent an. Das Verhältnis zu den Kunden geht von einer reinen Lieferantenbeziehung hin zu einer strategischen Partnerschaft. Fragen wie Abmessungen, Menge und Liefertermin sind längst nicht mehr die einzigen zu klärenden Punkte. Es fängt schon bei der Entwicklung neuer Verbindungssysteme an. Schriever Verbindungstechnik ist gefragter denn je wenn es darum geht, Know-How, Entwicklerkompetenz für die verschiedensten Branchen einzusetzen. (jus)

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