Gießen Schmelz- und Gießanlage für Turbinenschaufeln aus Titan-Aluminid eingeweiht
Das An-Institut der RWTH Aachen Access und die TITAL GmbH sind auf dem gemeinsamen Weg, leichte und hitzebeständige Turbinenschaufeln aus dem neuen Werkstoff Titan-Aluminid in Serie zu produzieren, einen großen Schritt vorwärts gekommen.
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Ende April wurde eine neue Schmelz- und Gießanlage für die Produktion der Schaufeln am Standort Aachen in Betrieb genommen. Die bis 300 mm Außenmaß (Kantenlänge) großen Triebswerksteile sollen in der industriellen Serienproduktion ab 2013 ausgeliefert werden. Der Inbetriebnahme der Anlage waren monatelange Entwicklungsarbeiten vorausgegangen. TITAL und Access haben gemeinsam darauf hingearbeitet, ein effizientes Gussverfahren für Triebwerksbauteile aus der intermetallischen Legierung Gamma TiAl (Titan-Aluminid) zu entwickeln. Parallel dazu wurde mit ALD Vacuum Technologies eine neue Anlagenkonzeption erarbeitet, die eine kosteneffiziente Serienproduktion ermöglichen soll.
Gamma TiAl ist leicht und hitzebeständig und eignet sich hervorragend für den Einsatz in Flugzeugtriebwerken. Die Schaufeln aus Titan-Aluminid halten Temperaturen von bis zu 850°C Hitze aus. Üblich sind bis zu 600°C. Hinzu kommt, dass sie mit 4 g/cm³ Dichte um 10 % leichter sind als herkömmliche, ohnehin schon leichte Titanlegierungen. Und damit auch nur halb so schwer wie vergleichbare Sonderstahllegierungen. Das spart Gewicht und Treibstoff während des Flugbetriebes und ist somit deutlich vorteilhafter in punkto CO2-Emmission. Das Projekt wird seitens des Wirtschaftsministeriums des Landes Nordrhein-Westfalen und im Rahmen des Luftfahrtforschungsprogramms des Bundeswirtschaftsministeriums gefördert.
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