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Der Prüfstand simuliert realitätsnah beispielsweise statische und dynamische Kräfte sowie Momente, die auf Rotorlager und Drehverbindungen einwirken. Getestet werden können alle Rotorlagerungskonzepte für Windkraftanlagen bis sechs Megawatt Leistung. Die Funktionsuntersuchungen geben Aufschluss über Wälzlagerkinematik, Wälzlagertemperatur und Reibungsverhalten, Beanspruchungen und Verformungen. Die dafür benötigten Daten liefern mehr als 300 Sensoren an und in den Lagern.
Der Prüfstand ist nach „Astraios“, einem Titan aus der griechischen Mythologie und Vater der vier Windgötter, benannt.
Aufbau und Funktionsprinzip des Großlagerprüfstands
Die wichtigste Komponente des Prüfstands ist der Belastungsrahmen. An ihm sind jeweils vier hydraulisch betriebene Radial- bzw. Axialzylinder befestigt. Sie erzeugen die realen Lasten und Momente, die in einer Windkraftanlage auftreten. Dabei simulieren die Radialzylinder das Gewicht einer Rotornabe mit Rotorblättern; die Axialzylinder generieren die Windlasten.
Bei großen Anlagen können Rotor und Nabe weit über 100 Tonnen wiegen. Dieses Gewicht wirkt auf das Lager und erzeugt die so genannte statische Radiallast sowie das statische Nickmoment. Entsprechend groß sind die vier Radialzylinder dimensioniert. Jeder Zylinder kann maximal ein Meganewton Kraft erzeugen, was einer Gewichtskraft von 100 Tonnen entspricht.
Noch mehr „Power“ haben die Axialzylinder. Jeder von ihnen verfügt über ein Kraftpotenzial von 1,5 Meganewton für die Simulation der statischen Axiallast sowie der dynamischen Nick- und Giermomente. Dieses Nicken und Gieren ist vergleichbar mit dem Heben und Senken bzw. Drehen des Kopfes.
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