Lineartechnik Rollon mit breitem Produktspektrum für den Schienenverkehr

Redakteur: Karl-Ullrich Höltkemeier

Auf der InnoTrans 2012 standen beim Komplettanbieter für Lineartechnik Rollon neben den Standardprodukten auch kundenspezifische Lösungen im Mittelpunkt. Gerade im Schienenfahrzeugbereich sind individuelle Anpassungen eher die Regel als die Ausnahme.

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Die Serie DSS wurde speziell für schwere Lasten entwickelt. Der optionale Verriegelungsmechanismus wird auch in Außentüren verwendet, weil seine Betriebssicherheit auch bei Stößen und Vibrationen gewährleistet ist
Die Serie DSS wurde speziell für schwere Lasten entwickelt. Der optionale Verriegelungsmechanismus wird auch in Außentüren verwendet, weil seine Betriebssicherheit auch bei Stößen und Vibrationen gewährleistet ist
(Bild: Rollon)

Leichtgängige Öffnungsbewegungen, sicheres Schließen und ein Betrieb ohne Verletzungsgefahr gehören zu den Anforderungen an Türsysteme im Schienenverkehr. Außen- oder Innentüren in Zügen, Einstiegssysteme, aber auch Wartungszugänge und Auszüge von Aggregaten oder Servicegegenständen wie Kaffeeautomaten in engen Gängen bilden Bestandteile des Anwendungsgebietes Schienenverkehr.

Das komplexe Gesamtsystem Personenzug, das sich zuverlässig fortbewegen und gleichzeitig ein hohes Maß an Sicherheit und Komfort für Passagiere bieten muss, profitiert vom Komplettangebot, wie es Rollon für die eingesetzten Linearführungen bereitstellen kann. Die Bandbreite an Produkten reicht hier von der geräuscharmen Führung für die Abteilinnentür bis zur besonders sicher schließenden für die Außentür und dem wirtschaftlichen Profil für einfache Auszüge. Persönliche Beratung mit der Anwendung im Fokus stellt sicher, dass an keiner Stelle eine Linearführung überdimensioniert ist und damit unwirtschaftlich arbeitet, aber auch nirgends aus Kostengründen auf machbar hohe Präzision verzichtet werden muss.

Alles aus einer Hand

Neben der großen Auswahl an Standardprodukten wird bei Rollon großer Wert auf Flexibilität gelegt. Dank einer eigenen Fertigung und Entwicklung bei der deutschen Tochter der italienischen Rollon S. r. l. kann man schnell und unkompliziert auf Besonderheiten der jeweiligen Applikation eingehen und individuelle, anwenderspezifische Lösungen gemeinsam mit dem Kunden erarbeiten.

Damit kann das Unternehmen die vielschichtigen Einsatzfälle von Linearführungen im Schienenverkehr aus einer Hand abdecken. Ein Beispiel ist ein applikationsspezifisches Laufrollensystem in einem Türantrieb des Herstellers Bode.

Lineartechnik öffnet Türen

Das modulare Türantriebssystem BIDS des Kasseler Herstellers Bode ist so ausgelegt, dass es mit einem Baukastensystem sämtliche Anforderungen zuverlässig über die gesamte Lebensdauer eines Wagens abdeckt. Ist die Zugtür geschlossen, verteilen sich alle Kräfte, die auf die Türflügel einwirken, auf die Führungen und Verriegelungssysteme. Dabei kann die Einwirkung ebenso gut von innen kommen wie von außen.

In einem vollbesetzten Straßenbahnwaggon lehnen sich häufig Fahrgäste gegen die Türen. Diese Belastung ist durchaus nicht ständig und auch nicht dauerhaft gegeben, muss aber immer als möglich einberechnet werden. Gleichmäßige, möglichst störungsfreie Bewegungen gehören zu den Anforderungen, die der Türantrieb bei seiner eigentlichen Aufgabe – dem Öffnen und Schließen – erfüllen muss.

Für das Ausschwenken der Türflügel im BIDS-Türantrieb verwendet Bode eine kurze Laufrollenführung aus der Produktfamilie Compact Rail von Rollon. Compact Rail zeichnet sich durch hohe Geschwindigkeiten und große Laufruhe aus, die durch gehärtete und geschliffene Laufflächen gesichert werden. Die innen liegenden Laufrollen sind optimal vor Verschmutzungen geschützt. Für den Einsatz im BIDS-Türantrieb fertigt Rollon einen Läufer mit zwei statt der üblichen drei Rollen und mit einer speziell auf die Anwendung zugeschnittenen Geometrie.

Die seitliche Verschiebung der Türflügel erfolgt über die Kugelumlaufführung USLS. Als Laufschiene wird ein 35 mm breites T-Profil aus kaltgezogenem Wälzlagerstahl eingesetzt. Die verwendeten Kugeln sind für die kompakten Systemabmessungen vergleichsweise groß. Dies ist vorteilhaft für die Laufruhe und die Tragfähigkeit des Systems und trägt damit zu einer langen Lebensdauer bei. Im Allgemeinen geht man bei Straßenbahnen und Regionalzügen von 35 bis 40 Jahren Einsatzdauer aus. Um so lange Einsatzzeiten zu ermöglichen, ist auch ein zuverlässiger Schutz vor Verschmutzungen erforderlich. Das System USLS hat im Umlenkkopf integrierte Abstreifer, die die Kugelumlaufführung vor Verschmutzung schützen. Ebenfalls integriert sind die Schmierstoffdepots, die eine Dauerschmierung sicherstellen. Über einen Schmiernippel werden die Depots unkompliziert nachgefüllt. (Mehr Infos nach dem Umblättern)

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