Steckverbinder

Roboterschweißzangen leicht gemacht

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An dieser Stelle war die Kompetenz des Schweizer Steckverbinder-Herstellers Multi-Contact gefragt. Alexander Hornung, Product Manager Automation, erläutert: „Unsere Steckverbinder-Serien TSB150 und TSS150 folgten bis 2010 dem weltweiten Industriestandard. Die Industrie fordert jedoch eine einfache, gewichtsreduzierte und montagefreundliche Lösung – unvereinbar mit der bestehenden Norm. So entstand unser neuer Primärkreis-Steckverbinder für Roboterpunktschweißzangen, der Robifix. Diese Bauform hat sich seit 2013 als neuer Quasi-Standard für die Roboterschweißzangen etabliert und gilt somit als 'gesetzt' für Schweißtransformatorenhersteller weltweit.“

Schlankheitskur für Robifix

Mit der Einführung der 10-kHz-Technik war die Erfahrung der Steckverbinderspezialisten erneut gefragt. Der Primärkreissteckverbinder sollte noch kleiner werden und kompatibel zu den neuen 10 kHz Kabeln sein. Multi-Contact unterzog ihn daraufhin einer Schlankheitskur. Das Ergebnis ist der Robifix-Mini, der kleine Bruder des Robifix.

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Der Grundaufbau gleicht dem Robifix, nur misst die Mini-Variante im gesteckten Zustand 140 mm × 80 mm und ist um 25 % leichter. Das kommt den Roboterherstellern entgegen, die aufgrund der deutlich leichteren Werkzeuge kleinere Roboter mit schlankeren Armen einsetzen können. Auch die Hersteller der Schweißzangen, wie die Firma Elmatech, begrüßen das schlanke Profil des neuen Steckverbinders, da auf ihren neuen leichten Werkzeugen nur noch wenig Montageplatz im zugänglichen Außenbereich besteht.

Kabelmontage erfolgt per Hand

Wie sein großer Bruder besticht auch die miniaturisierte Version durch einige Vorzüge. Zunächst tragen die Schnellkupplungen durch ihre leichte Handhabung zur Senkung von Stillstands-Zeiten und Instandhaltungskosten bei. Die Hersteller von Schlauchpaketen loben die schnelle Integration und einfache Instandhaltung. Die Kabelmontage kann nämlich per Hand erfolgen. Multi-Contact liefert dazu ein speziell gefertigtes HF-Kabel mit 16 mm² Querschnitt. Die Kontaktzuverlässigkeit des Steckverbinders sichert das Schweizer Unternehmen mit seiner Lamellentechnologie Multilam.

Ein voreilender Schutzkontakt und ein Verpolungsschutz sorgen für die Sicherheit des Wartungspersonals. Unbenutzte Steckverbinder können mit Schutzkappen vor Verschmutzung geschützt werden und sind berührungssicher. Robifix-Mini gibt es in unterschiedlichen Bauformen. Da ist zunächst der Transformator-Anschluss zu nennen. An den Gelenken oder auch am Werkzeug wird meist die flache Bauform eingesetzt, während es für Durchführungen an Gehäusen eine Flansch-Bauform gibt. Ein 4-mm-Sechskantschlüssel dient als einziges Werkzeug für alle Montageschritte. Die Gehäusebauteile sind resistent gegenüber Schweißspritzern und weisen im gesteckten Zustand Schutzart IP67 auf. (sh)

Electronica 2016: Halle B3, Stand 417

* Dipl.-Ing. Joachim Tatje ist Fachjournalist in Bruchsal

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