Robotik Roboter dirigieren Dresdner Sinfoniker

Von Sandro Kipar 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Wer schon einmal bei einem Orchesterkonzert war, kennt das: Die Musiker betreten die Bühne und nehmen ihre Instrumente, das Publikum klatscht. Zuletzt tritt der Dirigent hervor, besteigt sein Pult, verbeugt sich und erhebt seinen Taktstock.

Bei den dirigierenden Robotern handelt es sich um die Panda-Cobots von Franka Emika.  (Bild:  CeTI/David Sünderhauf)
Bei den dirigierenden Robotern handelt es sich um die Panda-Cobots von Franka Emika.
(Bild: CeTI/David Sünderhauf)

Dann beginnt die Musik. Die Künstler und die Zuschauer der Dresdner Sinfoniker kennen dieses Prozedere bereits seit 25 Jahren. Zum Jubiläum haben sie sich jetzt etwas Besonderes einfallen lassen: Bei den Jubiläumskonzerten am 12. und 13. Oktober stand Dirigent Magnus Loddgard nicht alleine auf dem Pult, er wurde bei seiner Arbeit von Cobots unterstützt.

Möglich machte das unter anderem das Exzellenzcluster CeTI (Centre for Tactile Internet with Human-in-the-Loop) der Technischen Universität Dresden. Die Forscher programmierten den Cobot von Franka Emika gemeinsam mit dem Dirigenten: Der Musiker bewegte den Arm und die Wissenschaftler zeichneten die Bewegungen auf. „Die aufgenommenen Bewegungen haben wir dann noch algorithmisch nachbearbeitet, um z.B. Kraftspitzen zu dämpfen und die Bewegung gelenkschonender zu gestalten“, sagt Frank Peters, Leiter des Robotik-Teams von der TU Dresden.

Physisches Teach-in oder Motion Capture?

Doch bis dahin war es für das Projekt ein weiter Weg. Das sogenannte physische Teach-in war nicht der erste Versuch, um dem Roboter die vielen komplexen Bewegungen beizubringen. „Am Anfang haben wir mittels Motion Capture versucht die Bewegungen zu übertragen, aber dies erwies sich beim Dirigieren als Sackgasse, denn über die Roboterhaltung werden auch Signale an die Musiker gesendet“, so Peters. Eine Grundhaltung für den Roboter zu finden, aus der er schnell in möglichst viele Dirigierhaltungen kommt, habe viel Zeit in Anspruch genommen. Außerdem mussten die Programme zur Nachbearbeitung erst entwickelt werden.

Die Karriere als Musiker soll für den Roboter noch nicht vorbei sein. Das Interesse der Öffentlichkeit sei laut Peters groß gewesen, was die Projektgruppe weiter angespornt habe. Man denke sogar über eine kleine Tournee nach, so der Projektleiter. Auch für die Forschung ergeben sich dadurch interessante Ansätze. Peters: „Es bietet sich an, auf der gewonnenen Datenbasis eine KI zu trainieren. Entsprechende Forschungsarbeiten konzipieren wir gerade.“

(ID:50224898)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung