Gehäuse Rittal erweitert Pult-Serie um neues Standpult

Autor / Redakteur: Hans-Robert Koch* / Ute Drescher

Nicht nur markantes Design und optimierte Ergonomie verraten die direkte Verwandtschaft des neuen Standpults von Rittal, zum vor einem Jahr gestarteten TopPults. Es besticht außerdem durch jede Menge Flexibilität und Vielfalt beim Innenausbau. Der systemübergreifende Zugriff auf Rittal-Zubehör erlaubt eine schnelle und sichere Rundum-Bestückung des neuen Standpults – und das zu günstigen Kosten.

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Voll genutzt wurde dieser systemübergreifende Montagebaukasten bereits beim TopPult, das zu den herausragenden Neuheiten auf der Hannover Messe 2007 gehörte und für Aufsehen in der Branche sorgte. Wie schon beim TopPult lassen sich auch beim neuen Standpult (Bild 1) nicht nur die Montageplatte, sondern auch Wände und Türen bestü-cken – und das im Handumdrehen. Möglich macht dies der Zugriff auf vorhandenes Montagezubehör wie Schienen oder Chassis, das schon seit Jahren bei den Kompakt- und Anreihschrank-Serien CM und TS 8 zum Einsatz kommt – und hier für eine optimale Ausnutzung des vorhandenen Gehäusevolumens sorgt.

Ideal für kleinere und mittlere Fertigungsanlagen

Angeboten wird das neue Standpult, das mit einheitlichen Maßen bei der Gehäusetiefe (400 mm) und Pulthöhe (960 mm) aufwartet, in vier verschiedenen Breiten (600, 800, 1000 und 1200 mm). „Mit diesem Raster sind wir bestens gerüstet, um auf die unter-schiedlichsten Anforderungen in diesem Marktsegment einzugehen,“ so Sascha Preußner-Pfaff, der im Rittal-Produktmanagement u.a. für die Pult-Familie verantwortlich ist. Ausgelegt sind die Standpulte, die aus einem Stück bestehen und im Prinzip einen kompakten Schalt- bzw. Unterschrank mit einer ergonomisch angeschrägten Bedienflä-che kombinieren, als Steuergehäuse für automatisierte Anlagen. Sie bieten Schutzart IP 55, was sie fit für industriellen Umgebungen macht. Prädestiniert sind die Standpulte für den Einsatz an kleineren und mittleren Fertigungsanlagen, bei denen dezentrale Steuerungs- und Überwachungsfunktionen gefordert sind.

Eindeutig ist die Arbeitsteilung zwischen oben und unten: Während im Unterteil des Standpultes die elektro- und steuertechnischen Komponenten installiert sind, ist das angeschrägte Pultoberteil den Themen Bedienen & Beobachten gewidmet. Hier sind u.a. Taster, Schalter und Leuchtmelder installiert, die der Operator für die Bedienung und Steuerung benötigt. In dem scharnierten Pultdeckel ist ausreichend Platz für die Installation von Anzeigegeräten und Touchscreen-TFTs zur Visualisierung. „Problemlos lassen sich in den neuen Standpulten auch die neuesten TFTs aus dem Rittal-Sortiment installieren,“ so Preußner-Pfaff.

Mehr Bedienerkomfort

(Bild 2) Für einen schnellen und komfortablen Ausbau des Pultdeckels sorgen werksseitig eingebrachte Bolzen und eine eingeschweißte Lochleiste, über die sich schnell das unter Schaltschrankprofis „gelernte“ Schienen- und Montagesystem des Rittal-Zubehör-Baukastens ohne zusätzliche Bohrungen nutzen lässt. Mehr Bedienkomfort beschert auch das neue Schließsystem, das vom TopPult übernommen wurde. Wo beim Vorgän-germodell zwei Schließpunkte zum Öffnen oder Schließen des Pultdeckels betätigt wer-den mussten, kommt das neue Standpult mit einem einzigen Verschluss aus. Elegant ist er in die Design-Griffleiste des Pultdeckels integriert.

Als vorteilhaft entpuppt sich – vor allem im Servicefall – der mit fünf Raststufen ausge-stattete Aufsteller, der das Öffnen des Pultdeckels überaus bequem macht. Auch dieser nutzerfreundliche Aufsteller, der automatisch ver- und entrastet und so die Ein-Hand-Bedienung ermöglicht, hat sich bereits bestens beim „großen Bruder“ bewährt.

„Familien-Look“ mit Pluspunkten

Schon auf einen Blick sieht man dem neuen Standpult und dem TopPult ihre Verwandt-schaft an. Für den übergreifenden „Familien-Look“ sorgen u.a. Designelemente wie die markant gestaltete Funktionsleiste am Pultdeckel. Überzeugend ist das neue Standpult auch beim Unterbau. Einfach sind Einbau und Bestückung der Montagepatte. Die seit-lich umgekantete Montageplatte wird unten in Halteelemente eingesteckt und oben mit Clips gesichert. Hierdurch hat der Monteur beide Hände frei bei der Verschraubung. Die auf der Montageplatte aufgedruckten Maßraster sowie bereits vorhandene Bohrungen für die Befestigung einer Kabelabfangschiene unterstützen den Installateur bei der Be-stückung – und helfen ihm, Zeit zu sparen.

Ein weiterer Benefit ergibt sich durch die Rundum-Nutzung des Rittal-Baukastens für den eigentlichen Innenausbau. Neben der Bestückung der Montageplatte erlaubt die intelligente Nutzung des übergreifenden Rittal-Zubehörs auch die schnelle und sichere Installation von Komponenten an Seitenwänden und Türen. Für die bequeme Montage, bei der die Anlagen- bzw. Schaltschrankbauer nach dem Plug&Play-Prinzip vorgehen können, sorgen auch hier eingeschweißte Gehäusebolzen, auf die man die entspre-chenden Schienen bzw. Montage-Chassis aus dem TS 8- und CM-Baukasten einfach aufsteckt und mit einer Sicherungsschraube fixiert. (Bild 3)

Einfacher und vielseitiger Ausbau

Wie beim TopPult sind die Türen von innen mit zwei System-Lochleisten ausgerüstet, die für die einfache Befestigung von Bauteilen, Systemzubehör, Kabelkanälen oder Schaltplantaschen sorgen. „Schier endlos sind die Ausbaumöglichkeiten, die wir dem Anwender mit unserem neuen Standpult an die Hand geben,“ freut sich Preußner-Pfaff. „So etwas gab es noch nicht in diesem Marktsegment.“

Nicht zu unterschätzen sind die wirtschaftlichen Vorteile, die sich aus der systemüber-greifenden Nutzung von einheitlichem Montagezubehör aus dem Rittal-Baukasten ergeben. Anlagen- und Schaltschrankbauer, die bereits mit den bekannten Schrank-Serien CM und TS8 arbeiten, brauchen sich kein zusätzliches Installations-Equipment auf La-ger zu legen – und können damit ihren Logistik- und Kostenaufwand deutlich optimieren.

Kosten voll im Griff

Kostenmanagement spielt auch eine Rolle bei der Auslegung der Bodenbleche. Wie schon der Kompakt-Systemschrank CM und das TopPult gibt es das neue Standpult ab Werk zunächst ganz ohne Bodenbleche. Nach der Devise „Nur zahlen, was benötigt wird!“ Je nach Anwendung, also passgenau zugeschnitten auf die Bestückung und die damit unmittelbar verbundene Verkabelung, kann der Kunde die für ihn optimale Lösung wählen. Zugreifen kann er auf sämtliche Bodenblechvarianten der CM-Serie: Das Spektrum reicht von Blechen mit unterschiedlichsten Kabeleinführungen bis zu komplett ge-schlossenen Varianten.

System und Vielfalt werden auch bei der Sockelgestaltung groß geschrieben. Zur Verfü-gung stehen fest verschraubte Sockel mit einer Höhe von 100 und 200 mm, die aus dem TS 8-Sortiment stammen. Zusätzlich gibt es eine nach vorne und hinten überstehende Traverse, die zur Standsicherheit des Pultes – besonders bei mobilem Einsatz mit Doppel-Lenkrollen – deutlich beiträgt. „Mit dem Sockel haben wir ein Tool an der Hand, über das wir die Ergonomie optimieren und das Standpult auf die passende Höhe für den Bediener bringen können,“ so Preußner-Pfaff. Während das Standpult mit einem 100er-Sockel ideal für den – lt. Ergonomierichtlinien 1800 mm großen – „deutschen genormten Einheitsmenschen“ ist, kann es für den asiatischen Markt einfach ohne Sockel angebo-ten werden. Geht das Pult nach Schweden, wo die Menschen durchschnittlich einen halben Kopf größer sind als in Mitteleuropa, stehen die 100er- und 200er-Sockel zur Verfügung – und man hat automatisch die passende Höhe für den durchschnittlichen Skandinavier.

Mit dem neuen Standpult hat Rittal das bereits aus TS 8, CM und dem modularen Top-Pult-System bestehende Plattform-Konzept konsequent weitergeführt .

*Hans-Robert Koch, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Rittal GmbH & Co. KG, Herborn

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