Spritzguss
Rezyklate prozesssicher verarbeiten

Von Dr. Thomas Walther, Abteilungsleiter Verfahrens- und Prozessentwicklung bei Arburg 8 min Lesedauer

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Bei der Verarbeitung von Post-Industrial- (PIR) und Post-Consumer-Rezyklaten (PCR) sowie von Biokunststoffen im Spritzguss können die Material- und Verarbeitungseigenschaften schwanken. Um eine gleichbleibende Qualität der Endprodukte sicherzustellen braucht es Regelkonzepte. Für diese Aufgabe hat Arburg die Lösung.

Rezyklate sind aufgrund ihrer inhomogenen Eigenschaften anspruchsvoll in der Verarbeitung. Form und Qualität des inhomogenen Materials beeinflussen den Aufschmelzprozess.(Bild:  Arburg)
Rezyklate sind aufgrund ihrer inhomogenen Eigenschaften anspruchsvoll in der Verarbeitung. Form und Qualität des inhomogenen Materials beeinflussen den Aufschmelzprozess.
(Bild: Arburg)

Verschiedene Gremien, Bewegungen und Initiativen forcieren, geschlossene Kreislaufsysteme zu etablieren. Auch wenn sich dies aktuell noch nicht wirtschaftlich rechnet, lautet das Ziel, die Verwendung fossiler Ressourcen mittel- und langfristig deutlich zu reduzieren. In diesem Zusammenhang gewinnt die Verarbeitung von Rezyklaten zunehmend an Bedeutung. Rezyklate sind chemisch betrachtet ebenso Kunststoffe wie klassische Neuware – mit dem Unterschied, dass sie bereits fertige Produkte waren, die eine Nutzungsphase hinter sich hatten und anschließend wieder aufbereitet worden sind. Es gibt jedoch noch viele offenen Fragen, ob und wie Rezyklate vergleichbar effektiv und prozesssicher wie Neuware eingesetzt werden können. Die Spritzgießverarbeiter müssen sich hier neuen Herausforderungen stellen.

Materialeigenschaften und Kennwerte variieren in größeren Spannbreiten

Aus Sicht der Maschine wird beim Spritzgießen mit zwei großen „Black Boxes“ abgearbeitet, welche maßgeblich die Prozessstabilität und die Bauteilqualität beeinflussen. Denn die Maschine selbst weiß weder,