Das Geschäftsjahr 2022/23 lief für EBM-Papst hervorragend: Das Hohenloher Familienunternehmen erreichte einen Rekordumsatz von 2,5 Mrd. Euro. Große Investitionen sollen auch zukünftiges Wachstum sichern. Das Unternehmen fokussiert sich auf Nachhaltigkeit und effiziente digitale Luft- und Heiztechnik.
Der Vorstand der EBM-Papst-Gruppe zeigt sich zufrieden mit der derzeitigen Unternehmensentwicklung: CFO Hans Peter Fuchs, CHRO Dr. Sonja Fleischer, CEO Dr. Klaus Geißdörfer und COO Thomas Wagner (v.l.).
(Bild: Stefanie Michel)
Auf der Jahrespressekonferenz blickt Dr. Klaus Geißdörfer, CEO der EBM-Papst-Gruppe, auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2022/23 zurück: Der Hersteller von Ventilatoren und Motoren hat das Geschäftsjahr mit einem Rekordumsatz von 2,540 Milliarden Euro abgeschlossen. Im Vergleich zum Vorjahr (2,292 Mrd. Euro) ist das eine Steigerung um knapp elf Prozent – trotz Lieferengpässen. Finanzchef Hans Peter Fuchs führt das auf die noch bestehenden Beschaffungsängste („Hamsterkäufe“) zurück, die sich im vergangenen Geschäftsjahr allerdings schon abgeschwächt haben. Das höchste Wachstum verzeichnete EBM-Papst in Amerika, gefolgt von Europa.
Umsatz von EBM-Papst: Gerade in USA und Europa erzielte EBM-Papst im letzten Geschäftsjahr große Umsatzzuwächse. (Datenquelle: EBM-Papst)
(Bild: VCG)
Den größten Anteil am Gesamtumsatz macht mit 1.729,3 Mio. Euro die industrielle Lufttechnik aus (+12,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr), während die Heiztechnik mit einem Umsatz von 482,1 Mio. Euro das höchste Wachstum (+15,5 Prozent) aufweist. Die Antriebstechnik für die Automobilindustrie ist hingegen rückläufig und machte im vergangenen Geschäftsjahr einen Umsatz von 328,6 Mio. Euro.
Bei EBM-Papst Mulfingen, Sitz der Unternehmenszentrale und mit den Schwerpunkten im Bereich Lüftungs-, Kälte- und Klimatechnik, wurde ein Umsatzwachstum von + 22,4 Prozent auf 1.368 Mio. Euro (Vorjahr: 1.117 Mio. Euro) erzielt. Das Schwarzwälder Tochterunternehmen EBM-Papst St. Georgen mit den Marktsegmenten Automobil, Antriebstechnik und Kompaktlüfter erreichte einen Umsatz von 541 Mio. Euro (Vorjahr: 504 Mio. Euro). Das bayerische Tochterunternehmen EBM-Papst Landshut, mit Schwerpunkten in den Segmenten Hausgeräteindustrie und Heiztechnik, erzielte ein Umsatzwachstum von + 11,6 Prozent auf 407 Mio. Euro (Vorjahr: 365 Mio. Euro).
Auch die Anzahl der Beschäftigten um 161 auf weltweit insgesamt 14.940. Die Ausbildungsquote liegt weiterhin bei etwas über 5 Prozent, wie Chief Human Resources Officer Dr. Sonja Fleischer berichtete. Doch wie andere Industrieunternehmen fällt es auch EBM-Papst immer schwerer, diese Ausbildungsplätze zu besetzen.
Trotz großer Anstrengungen und Flexibilität auf allen Arbeitsebenen und einem Investitionsprogramm von 165 Millionen Euro sei es – insbesondere durch den globalen Wettbewerb um elektronische Bauteile – dem Unternehmen nicht gelungen, „die enormen Marktbedarfe und Nachfragen nach unseren energieeffizienten Lösungen vollständig zu bedienen“, bedauert Geißdörfer.
Hohe Investitionen machen das Unternehmen zukunftssicher
Wie CEO Geißdörfer berichtet, hat sich das Unternehmen neu ausgerichtet – der Fokus liegt konsequent auf Luft- und Heizungstechnik – und dahingehend auch die Investitionen geplant. Im vergangenen Geschäftsjahr wurden 140,2 Mio. Euro (Geschäftsjahr 21/22: 128,7 Mio. Euro). Ein großer Anteil davon floss in den Ausbau der Produktion und die Entwicklung von Wärmepumpen sowie die Entwicklung von energieeffizienten und intelligenten Ventilatoren. In diesem Zusammenhang steht auch der Neubau des Innovationszentrums für Elektronik in Mulfingen, das kurz vor der Fertigstellung ist, sowie Investitionen in USA, Asien sowie Osteuropa.. „EBM-Papst ist durch seine Innovationskraft, sein Qualitätsstreben und seine Ingenieurskunst zum Weltmarktführer in vielen Segmenten geworden“, so Geißdörfer. „Wir führen die Lufttechnik in ein neues Zeitalter.“
Zur Vision von EBM-Papst gehört auch der Klimaschutz: Nicht nur die Produkte immer effizienter und nachhaltiger sein, auch das Unternehmen selbst. Bis 2025 will man klimaneutral werden (Scope 1 und Scope 2) und investiert deshalb gerade an den Produktionsstandorten im Bereich der Energieversorgung, weil hier der Energieverbrauch am höchsten ist. „So werden wir verstärkt Grünstrom einsetzen sowie eigene PV-Anlagen nutzen und dem Thema Energieeffizienz und Kreislaufwirtschaft hohe Bedeutung beimessen“, sagt CFO Fuchs. Er weiß: Nachhaltigkeit kostet Geld – für EBM-Papst aber kein Hinderungsgrund. „Wenn wir jetzt nicht handeln, hat die nächste Generation ein Problem. Wir müssen machen was wir können – und das treibt uns auch im Unternehmen an", so Geißdörfer.
Internationalisierung: lokal für den lokalen Markt produzieren
Die EBM-Papst-Gruppe verfolgt seit Jahren die Internationalisierungsstrategie, um in den Regionen Europa, Amerika und Asien eigenständig und bestmöglich auf Kundenbedürfnisse und lokale Marktanforderungen einzugehen sowie eine unabhängige Lieferkette zu etablieren. Im Rahmen dieser „Local-for-local“-Strategie wird die neue EBM-Papst Zentrale „one Shanghai“ in China fertiggestellt und im Laufe des Jahres bezogen. Außerdem wird das bestehende Werk Xi'an gespiegelt, um nochmals deutlich zu wachsen. Neben dem Standort China investiert man auch in Indien, um in Asien ein zweites Standbein zu haben.
Die USA sind für EBM-Papst ein interessanter Markt, was sich auch in den Wachstumszahlen niederschlägt. Deshalb stehen Werksneubau und -erweiterung in Johnson City an. Hier sollen ab 2024 Motoren- und Ventilatoren für den amerikanischen Markt produziert werden.
Stand: 08.12.2025
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Angesichts dieser zahlreichen Investitionen wird deutlich: vieles geschieht im Ausland. „Die größten Wachstumschancen des Unternehmens liegen außerhalb Europas und darauf bereiten wir uns vor“, erklärt COO Thomas Wagner.
Ausblick für das laufende Geschäftsjahr
EBM-Papst plant für das aktuelle Wirtschaftsjahr 2023/24 ein moderates Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich und damit so, wie in den vergangenen Jahren. Rund 146,8 Mio. Euro werden in den Forschungs- und Entwicklungsbereich fließen, um insbesondere die Ressourceneffizienz und die Intelligenz des gesamten Produktportfolios weiter zu erhöhen.
Aus dem Automotive-Geschäft will sich das Unternehmen nach und nach zurückziehen. Der Anteil am Umsatz ist marginal, die Standorte mit einem Schwerpunkt für Automotive-Produkte werden auf Lüfter-Produkte umstrukturiert. Auch die Zulieferung an Weiße Ware wird nicht mehr forciert, was einen Umbau des Werks in Slowenien erfordert, das sich dann auf Produkte für Wärmepumpen konzentrieren wird.
„EBM-Papst ist weltweit gut aufgestellt und besitzt in seinen Märkten großes Potenzial“, sagt Klaus Geißdörfer. „Um nachhaltig erfolgreich und fit für die Zukunft zu sein, haben wir unser Programm ‚Gemeinsam Zukunft machen’ gestartet. Hiermit schaffen wir die Voraussetzungen für weiteres Wachstum, beschleunigen die internationale und vernetzte Ausrichtung unserer Organisation, schärfen unsere aktuellen Geschäftsfelder, vereinheitlichen globale Prozesse und schaffen das Fundament einer gemeinsamen Systemlandschaft. Unser klarer Fokus liegt auf den Megatrends Digitalisierung und Klimaneutralität.“