CFK Recycling von Carbonfasern aus Verbundwerkstoffen

Redakteur: Dipl.-Ing. Dorothee Quitter

Siemens entwickelt mit Partnern verschiedene Verfahren, um Carbonfasern aus Verbundwerkstoffen wiederzugewinnen.

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Beim so genannten solvolytischen Recyclingverfahren bleibt das Gewebe des Werkstücks in seiner Form mit intakten Fasern zurück und kann direkt wieder verarbeitet werden.
Beim so genannten solvolytischen Recyclingverfahren bleibt das Gewebe des Werkstücks in seiner Form mit intakten Fasern zurück und kann direkt wieder verarbeitet werden.
(Bild: Siemens)

Wie die jüngste Ausgabe des Forschungsmagazins Pictures of the Future berichtet, besteht der Ansatz von Siemens darin, die Fasern in der eingesetzten Form und ohne Masseverluste zurückzugewinnen, damit ihre Eigenschaften möglichst vollständig erhalten bleiben. Siemens hat das Verfahrensprinzip im Rahmen des Forschungsclusters MAI-Carbon entwickelt. Ziel des Leitprojekts MAIrecycling ist der Aufbau einer durchgehenden Recycling-Prozesskette von Produktionsausschuss aber auch für schwierige Mischmaterialien und aufbereitete Carbonfasern, die für die Weiterverwendung in unterschiedlichen Produkten geeignet sind. Partner sind unter anderem Audi, BMW, SGL Carbon, Neenah-Gessner, Voith Composites, das Fraunhofer Institut für Bauphysik und das bifa Umweltinstitut.

Um die Carbonfasern aus einem gebrauchten Teil oder aus Produktionsabfällen herauszulösen, wird das Harz heute vor allem mit pyrolytischen Verfahren bei relativ hohen Temperaturen abgebaut. Beim so genannten solvolytischen Recyclingverfahren der Wissenschaftler der globalen Siemens-Forschung Corporate Technology wird die Harzkomponente bei 200 Grad und unter Druck mit Hilfe von Wasser in niedermolekulare lösliche Alkohole überführt. Der Prozess verwendet keine umweltschädlichen Lösemittel und braucht deutlich weniger Energie als die Faserherstellung. Das Gewebe des Werkstücks bleibt in seiner Form mit intakten Fasern zurück und kann direkt wieder verarbeitet werden. Die mechanischen Eigenschaften der Fasern bleiben nahezu erhalten. Im nächsten Schritt wollen die Forscher Wege finden, die wiedergewonnenen Fasern auch in neuen, anders geformten Werkstücken einzusetzen. (qui)

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