Anbieter zum Thema
Beim Abschalten des Motors auch nachgeschaltete Mechanik schützen
Unabhängig davon eignen sich Bimetall-Auswertungen in der Regel nicht für den Anlagenschutz. Bedingt durch ihre Charakteristik reagieren sie eher träge auf Überhöhungen des Stroms, da sie den normalen Startvorgang eines Elektromotors mit dem fünf- bis siebenfachen Nennstrom zulassen sollen. Eine Class10-Kurve mit einer vergleichsweise schnellen Auslösecharakteristik benötigt beim siebenfachen Nennstrom etwa neun Sekunden, bevor sie für das Abschalten des Motors sorgt.
Welchen Schaden die nachgeschaltete Mechanik innerhalb dieses Zeitraums nimmt, ist applikationsbedingt unterschiedlich und reicht vom erhöhten Verschleiß bis zur kompletten Zerstörung. Soll also auch die Mechanik geschützt werden, ist eine hohe Reaktionsgeschwindigkeit unerlässlich.
Der Motor als Sensor: intelligentes Motormanagement
Im Gegensatz zur Strombetrachtung erkennt die Wirkleistung mit ihrem linearen Verlauf alle Belastungszustände und charakterisiert das Drehmoment der Antriebsmaschine. Auf dieser Grundlage lässt sich ein effizienter Anlagenschutz realisieren, der neben dem Motor auch die meist teureren Aggregate oder die Anlagenmechaniken wirkungsvoll schützt. Der neue Elektronische Motormanager (EMM) aus der Produktfamilie Contactron von Phoenix Contact wurde für diesen Aufgabenbereich konzipiert.
Das Gerät, das entweder mit einem integrierten Stromwandler bis 16 A ausgestattet oder für den Einsatz beliebiger externen Stromversorgungen vorbereitet ist, berechnet aus den drei Spannungen, den Strömen und dem Phasenwinkel im Abstand von je 6,6 ms die vom Antriebssystem tatsächlich aufgenommene Wirkleistung. Dabei fungiert der Motor als Sensor, der alle relevanten Daten zur Verfügung stellt.
Erst Wirkleistungskurve gibt Angaben für wirksamen Arbeitsschutz
Häufig haben die real ermittelten Werte, die nun den gesamten Antriebsstrang berücksichtigen, wenig mit den auf dem Motortypschild genannten Daten zu tun. Erst die Aufzeichnung der Wirkleistungskurve eines echten Arbeitszyklus verdeutlicht, welche Schalt- und Meldeschwellen für einen wirksamen Arbeitsschutz sinnvoll und notwendig sind.
Artikelfiles und Artikellinks
(ID:290363)