CAD-Software PTC bringt Creo in die Cloud

Von Ute Drescher 5 min Lesedauer

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Auf der Liveworx 2023 präsentierte PTC Kunden und Anwendern die Neuheiten in Creo, Windchill und Onshape. Zu den Highlights der Ankündigungen auf der User-Conference gehörten die SaaS-Lösung Creo+ sowie PTCs Initiativen, um die ökologische Nachhaltigkeit voranzutreiben, darunter eine engere Zusammenarbeit mit Ansys.

Zu den Highlights auf der Liveworx 2023 gehörte die Ankündigung der SaaS-Lösung Creo+ von PTC. Creo+ kombiniert die Leistungsfähigkeit und Funktionalität von Creo mit cloudbasierten Tools.(Bild:  PTC)
Zu den Highlights auf der Liveworx 2023 gehörte die Ankündigung der SaaS-Lösung Creo+ von PTC. Creo+ kombiniert die Leistungsfähigkeit und Funktionalität von Creo mit cloudbasierten Tools.
(Bild: PTC)

Im Rahmen einer großen Show eröffnete PTC-CEO Jim Heppelmann die Liveworx 2023. PTCs User-Conference fand erstmals nach vier Jahren wieder als Live-Event in Boston statt. Eine möglichst kurze Time to Market („need for speed“), das Streben nach Wirtschaftlichkeit („pursuit of profitability“) sowie eine hohe Umweltverträglichkeit aller Produkte sind laut Heppelmann die größten Anforderungen für Konstruktion und Entwicklung in den kommenden Jahren. Selbstredend, dass PTC Konstrukteuren und Entwicklern mit den richtigen Tools versorgen kann, um diese Herausforderungen zu meistern. Ganz unterschiedliche Industrieunternehmen – darunter Festo, Fresenius, Schneider Electric oder Volvo – zeigten Entwicklungen, die mit dem Einsatz von PTC-Produkten gelungen sind.

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Agile Methoden auch für die Hardware-Entwicklung

Für Jim Heppelmann werden agile Methoden für die Hardware-Entwicklung in Zukunft nicht nur die Time-to-Market signifikant reduzieren, sondern auch den Produktentstehungsprozess radikal verändern. Onshape und Arena etwa, so Heppelmann, würden diese Entwicklung unterstützen, indem sie u.a. die Kollaboration in Echtzeit möglich machen.

Konstruktionsleiterforum

Produktentwicklung neu denken

Der Schlüssel für den Erfolg eines Unternehmens liegt in Konstruktion und Entwicklung. Hier entstehen innovative Produkte, die die Wettbewerbsfähigkeit sichern. Doch kennen Sie die Herausforderungen der Produktentwicklung im 21. Jahrhundert?

Das Konstruktionsleiterforum will Konstruktions- und Entwicklungsleiter für Hürden sensibilisieren, sowie Tools und Methoden aufzeigen, um innovative Ideen strukturiert zu entwickeln und den Produktentstehungsprozess so schlank und effizient wie möglich zu gestalten.

Ein möglichst durchgängiger „digital thread“ in Dauerschleife

Entscheidend für das Erreichen maximaler Wirtschaftlichkeit ist für Heppelmann in Zukunft vor allem ein durchgängiger „model based digital thead“, der die Phasen Planen, Entwerfen, Produzieren, Betreiben, Überwachen, Warten, Informieren durchläuft um dann wieder beim Planen ansetzt. Diese Schleife kann sich endlos wiederholen. Der Vorteil dieser Plattformstrategie, für die sich in der Entwurfsphase Windchill und in der Betriebsphase Servicemax einsetzen lässt: Module lassen sich wiederverwenden, werden aber regelmäßig mit Informationen aus dem Betrieb angereichert und optimiert. Die erst kürzlich erfolgte Akquisition von Servicemax macht dieses Closed-Loop-Produktlebenszyklusmanagement (PLM) überhaupt erst möglich.

Seminar-Tipp

Im Seminar "Design-to-Cost-Methoden" vermittelt der Referent – basierend auf seiner jahrelangen Erfahrung als Kostenmanager und Unternehmensberater – die wirkungsvolle Anwendung und Kombination der wesentlichen DTC-Methoden.

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Das Industrial Metaverse bringt Entwickler und Werker zusammen in einen Raum

Erhebliches Potential räumt PTC auch dem Industrial Metaverse ein. „Das bringt erstmals Wissensarbeiter mit Werkern zusammen“, erklärte Jim Heppelmann. Der Aufenthalt im gemeinsamen virtuellen Raum ermöglicht einen einfachen und schnellen Austausch und senkt die Reisekosten beachtlich. Genau so definiert PTC das Metaverse auch, nämlich als einen virtuellen Raum, in dem verschiedene Menschen miteinander arbeiten können, ohne dass sie physikalisch vor Ort sein müssen. Erste Anwendungen bei Mercedes und Burkhardt Compression zeigen sehr vielversprechende Möglichkeiten, auf diese Weise Workflows in der Fertigung zu optimieren.

Creo+ macht die Zusammenarbeit im Team möglich

Zu den Highlights der Produktankündigungen auf der Liveworx 2023 gehörten die SaaS (Software as a Service)-Lösung Creo+ sowie die zehnte Version der CAD-Software Creo. Creo+ kombiniert Leistungsfähigkeit und Funktionalität von Creo mit cloudbasierten Tools. Diese Tools verbessern die Zusammenarbeit in der Konstruktion und vereinfachen die CAD-Verwaltung. So ist in Zukunft die Zusammenarbeit sogar in Echtzeit möglich, so dass mehrere Teammitglieder gleichzeitig Produktdesigns prüfen und bearbeiten können. Dabei baut Creo+ auf Creos Funktionen für model based definition, simulationsgestütztes Design und Fertigung auf.

Creo+ verschafft Anwendern Zugang zu:

  • Echtzeit-Zusammenarbeit und Verzweigungswerkzeuge: Das fördert ein frühes Design-Feedback aus der Fertigung, von Zulieferern und anderen Stakeholdern und unterstützt gleichzeitiges Design anstelle von sequentiellem Design. Verzweigungstools (branching tools) machen Design-Alternativen sichtbar; diese alternativen Entwürfe lassen sich mit dem Hauptentwurf wieder zusammenführen.
  • PTC-Kontrollzentrum: Administratoren können Creo+ im gesamten Unternehmen von einem einzigen Desktop aus bereitstellen und aktualisieren. So sinkt der Zeitaufwand für die Installation, Konfiguration und Aktualisierung der Software.

Creo+ ist vollständig aufwärtskompatibel zu den lokalen Versionen von Creo und basiert auf der gleichen Kerntechnologie wie Creo, so dass keine Datenübersetzung erforderlich ist.

Zusätzlich zu Creo+ hat PTC Creo 10 angekündigt. Mit Creo 10 können Anwender jetzt mit Verbundwerkstoffen konstruieren und simulieren, um leichtere Produkte mit gleichbleibender Festigkeit und Haltbarkeit herzustellen. Darüber hinaus führt Creo 10 Ansys-gestützte thermische Spannungen sowie nichtlineare Material- und Kontaktsimulationen ein; das erweitert die Anwendungsmöglichkeiten deutlich. Creo+ enthält alle Funktionen von Creo 10.

Die ökologische Nachhaltigkeit vorantreiben – gemeinsam mit Ansys und Apriori

Um den Willen zu untermauern, sowohl kurzfristig Emissionen zu reduzieren als auch langfristig Netto-Null-Ziele zu erreichen, hat PTC die Verpflichtungserklärung der Science Based Targets Initiative (SBTi) unterzeichnet. Gleichzeitig baut das Unternehmen seine Beziehungen zu Ansys und Apriori aus. Damit will PTC Hersteller dabei unterstützen, ihre Nachhaltigkeitsziele bei der Senkung des Materialeinsatzes sowie der Steigerung der Fertigungseffizienz zu erreichen.

Nachhaltigkeit ist gut für die Welt, aber auch für's Geschäft.

Jim Heppelmann

Der ökologische Fußabdruck eines Produkts wird größtenteils in der Entwurfsphase festgelegt. Hier werden Entscheidungen über Materialeinsatz, Herstellbarkeit oder Kreislauffähigkeit getroffen. Mit seiner Software will PTC Hersteller bei Entscheidungen unterstützen, die den ökologischen Fußabdruck senken. Neue Partnerintegrationen mit Ansys und Apriori sollen diese Entscheidungen nun weiter erleichtern.

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So werden PTC und Ansys, die bereits seit Jahren bei Produktdesign- und Simulationssoftware zusammenarbeiten, die Arbeitsabläufe zwischen Creo und Windchill sowie Ansys' Materialinformationsmanagement-Lösung Ansys Granta MI weiter integrieren. Damit soll es leichter fallen zu beurteilen, wie sich die in einem Produkt verwendeten Materialien auf die Leistung, den gebundenen Kohlenstoff und die Recyclingfähigkeit des Produkts auswirken.

PTC und Apriori werden die Interoperabilität zwischen Windchill und Apriori's AP Pro, AP Design und AP Generate Software weiter ausbauen. Diese Lösungen erleichtern die Überprüfung von Entwürfen in CAD und PLM sowie die Erstellung von Berichten zu Teilekosten, Herstellbarkeit und Umweltverträglichkeit. Wenn Änderungen erforderlich sind, kann die Software von Apriori Konstrukteuren Empfehlungen für Verbesserungen geben. Dieser Prozess kann die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass Änderungen vorgenommen werden, bevor zu hohe Kosten und zu großer Platzbedarf anfallen.

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