Faszination Technik Projizierender Blinker erhöht Sicherheit im Straßenverkehr

Quelle: Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik IOF 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

In unserer Rubrik „Faszination Technik“ stellen wir Konstrukteuren jede Woche beeindruckende Projekte aus Forschung und Entwicklung vor. Heute: ein dynamisches Blinklicht, das dank mikrooptischer Projektoren die Sichtbarkeit auch unter Tageslichtbedingungen garantiert.

Das Blinksignal wird in einer dynamischen Bewegung auf die Fahrbahn projiziert und zeigt den Richtungswechsel des Autos an. (Bild:  Fraunhofer IOF)
Das Blinksignal wird in einer dynamischen Bewegung auf die Fahrbahn projiziert und zeigt den Richtungswechsel des Autos an.
(Bild: Fraunhofer IOF)

Tote Winkel, kleiner Blinker oder schlechte Sichtverhältnisse – im Straßenverkehr kann es durch viele Gründe zu riskanten Situationen zwischen den Verkehrsteilnehmenden kommen, wenn zum Beispiel eine Person auf einem Fahrrad das Blinkzeichen eines ausscherenden Autos übersieht.

In den vergangenen Jahren konnten sich mikrooptische Projektoren für viele Straßenprojektionsanwendungen etablieren. Sie sind stark miniaturisierbar und eignen sich für die sogenannte Car2X-Kommunikation. Projizierte Muster ermöglichen dem Auto die Kommunikation mit seiner Umgebung, seien es andere Autos, Fußgänger oder Fahrradfahrer. Damit kann der entwickelte dynamische Blinker zu einer erhöhten Verkehrssicherheit beitragen.

Tandem-Mikrolinsenarrays ermöglicht Mustererzeugung

Dank der hohen Lichtintensität ist das Signal auch bei Tageslicht gut sichtbar.(Bild:  Fraunhofer IOF)
Dank der hohen Lichtintensität ist das Signal auch bei Tageslicht gut sichtbar.
(Bild: Fraunhofer IOF)

Forschende des Fraunhofer IOF haben nun einen projizierenden Blinker entwickelt, der bei einer Größe von gerade einmal 35 mm × 35 mm × 55 mm eine Illuminanz von über siebentausend Lux auf der Straße erreicht. „Diese hohe Beleuchtungsstärke zusammen mit dem dynamischen Laufeffekt der Winkelzeichen ermöglichen die Sichtbarkeit des Blinkers auch bei Tageslicht“, erklärt Rohan Kundu, Wissenschaftler in der Abteilung für Optisches und Mechanisches Systemdesign.

Der am Fraunhofer IOF entwickelte Designansatz überwindet entscheidende Herausforderungen bei Anwendungen mit mikrooptischen Projektoren: Vergrabene, absorptive Maskenschichten führen bei gängigen Projektionssystemen zu Transmissionsverlusten, einem aufwändigen und kostspieligen Herstellungsprozess und einer verringerten Lebensdauer der Projektoren. Die Forschenden am Fraunhofer IOF verzichten bei der Entwicklung des projizierten Blinkers gänzlich auf diese Masken und verlagern die Mustererzeugung bzw. Strahlformung hin zu irregulären Tandem-Mikrolinsenarrays (MLA).

Design ermöglicht dynamische Lichtsequenzen

Das zweiseitige MLA besteht aus einer Anordnung von pfeilförmigen Mikrolinsen (Lenslets) auf der Licht-Eingangsseite und kleineren quadratischen Lenslets auf der Ausgangsseite. Durch die Beleuchtung des MLA unter unterschiedlichen Einfallswinkeln werden Lichtpfade zwischen bestimmten Kombinationen von Eingangs- und Ausgangslenslets gelenkt.

Prinzip eines herkömmlichen mikrooptischen Projektors basierend auf Blenden (oben) und des neuen Projektors mit irregulären Linsenarrays (unten).(Bild:  Fraunhofer IOF)
Prinzip eines herkömmlichen mikrooptischen Projektors basierend auf Blenden (oben) und des neuen Projektors mit irregulären Linsenarrays (unten).
(Bild: Fraunhofer IOF)

Dieses gewollte Kanalübersprechen ermöglicht die Projektion einer dynamischen Sequenz von Winkelzeichen auf der Straße. Der Designansatz ermöglicht es, mit einem einzigen Projektor-System Winkelzeichen an unterschiedlichen Positionen zu erzeugen, was die Montage vereinfacht sowie Kosten und Platzbedarf reduziert.

(ID:50032140)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung