Elektromobilität Praxis-Tipps: Mit dem E-Bike durch den Winter

Quelle: Pressedienst-Fahrrad pd-f 10 min Lesedauer

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Schadet Kälte dem E-Bike-Akku? Braucht man Winterreifen beim Radfahren? Ist Streu- und Auftausalz für Zweiräder schädlich? Wir zeigen, wie man mit dem E-Bike gut durch den Winter kommt.

Streu- und Auftausalz können am Fahrrad oder E‑Bike Schäden verursachen.(Bild:  www.pd-f.de / Luka Gorjup | Lux Fotowerk)
Streu- und Auftausalz können am Fahrrad oder E‑Bike Schäden verursachen.
(Bild: www.pd-f.de / Luka Gorjup | Lux Fotowerk)

Immer mehr Menschen nutzen ihr Fahrrad auch im Winter – erst recht, wenn es einen Motor hat. Das E-Bike braucht dabei dieselbe Pflege wie ein Fahrrad, nur der Akku benötigt besondere Aufmerksamkeit.

Die Stromquelle aller aktueller E‑Bikes ist der Lithium-Ionen-Akku, nutzungsfreundlich und alltagstauglich. Extreme Temperaturen aber bedeuten wahren Stress und sind die Hauptursache für vorzeitige Akku-Abnutzung. Denn der Akku ist ein Verschleißteil – und zwar kein ganz günstiges. „Will man den genauen Zustand des Akkus erfahren, muss man eine Fachwerkstatt aufsuchen. Die kann die verbleibende Kapazität des Akkus und seine ‚Vita‘ aus dem System auslesen“, heißt es vom schweizerischen E‑Bike-Hersteller Flyer. Hersteller von Qualitäts-Akkus garantieren zwischen 500 und 1.000 Ladezyklen – was durchaus 20.000 bis 30.000 real gefahrenen Kilometern entsprechen kann.

Am wohlsten fühlt sich der Akku zwischen fünf und 20 Grad Celsius.

Jacob von Hacht, Geschäftsführer des Hamburger Herstellers Stevens

Die Kälte und der Akku

E-Bike-Akkus sollten am Besten bei Zimmertemperatur geladen werden. Keinesfalls bei Minusgeraden.(Bild:  www.pd-f.de / Luka Gorjup | Lux Fotowerk)
E-Bike-Akkus sollten am Besten bei Zimmertemperatur geladen werden. Keinesfalls bei Minusgeraden.
(Bild: www.pd-f.de / Luka Gorjup | Lux Fotowerk)

„Am wohlsten fühlt sich der Akku zwischen fünf und 20 Grad Celsius“, erklärt Jacob von Hacht, Geschäftsführer des Hamburger Herstellers Stevens. Wird es kälter, nimmt die Akku-Leistungsfähigkeit vorübergehend ab. „Das ist eigentlich völlig unproblematisch, aber die Reichweite des E‑Bikes verringert sich, das muss man einplanen“, so von Hacht weiter. Dauerhaft tieferen Temperaturen ausgesetzt, entlädt sich der Akku auch schneller, als er das im Sommer tut. „Darum ist in den Akkus ein sogenanntes Battery Management System (BMS) verbaut, das ihn vor den Extremen schützt“, macht Benjamin Wenz vom Darmstädter Hersteller Riese & Müller deutlich: „Viele Systeme lassen sich so bei Minusgraden oder starker Hitze gar nicht laden.“ Die intelligente Ladefunktion sorge nebenbei auch dafür, dass die Zellen des Akkus nicht überlastet werden und ihre Lebensdauer nicht unnötig verkürzt wird.

Kann man im Winter Akku-schonend fahren?

Die individuelle Fahrweise mit dem E‑Bike wirkt sich direkt auf die Reichweite des Akkus aus. Das gilt im Sommer und im Winter umso mehr. Wenn es kalt ist, beeinflusst der Fahrstil auch den Zustand des Akkus. Ist der Akku kalt, sollte man am besten mit geringer Unterstützung losfahren und nicht direkt im Turbo-Modus. „Damit der Akku in Pausen nicht so schnell auskühlt, haben wir den isolierenden Neopren-Überzug ‚Akku-Cover Tube‘ entwickelt, den man über den Akku selbst oder den Rahmen ziehen kann“, sagt Philipp Elsner-Krause vom Zubehör-Produzenten Fahrer Berlin.

Besonders schonend ist es für den Akku, wenn er im Winter zwischen 80 und 20 Prozent Ladestand gehalten wird. Allerdings reduziert das die effektive Reichweite nochmals. Da lohnt es vielleicht, das Ladegerät direkt einzupacken – oder ein zweites Ladegerät auf Arbeit zu deponieren. Und wer auch im Winter gern mal länger unterwegs ist, greift zu einem sogenannten Range-Extender, einem Extra-Akku, oft in Flaschenform, der die Akku-Kapazität um oft 250 Wattstunden erweitert.

Tipps zum Parken und Laden

Als wichtigsten Tipp steht beim Elektronik-System-Anbieter Fit: „E‑Bike-Akkus sollten niemals bei Temperaturen unter fünf Grad Celsius geladen werden. Das würde sie mit ziemlicher Sicherheit beschädigen.“ Hier bieten natürlich E‑Bikes einen Vorteil, deren Akkus sich leicht entnehmen lassen. Alexander Kraft vom Liegeradhersteller HP Velotechnik empfiehlt, den Akku generell mit rein ins Warme zu nehmen: „So hat er Zimmertemperatur, wenn man ihn direkt zum Fahrtbeginn wieder einsetzt. Und auch zum Aufladen ist Zimmertemperatur ideal.“ Deshalb sollte man einen kalten Akku auch nicht sofort laden, wenn man ihn von draußen mit reinbringt, sondern erst einmal etwas aufwärmen lassen. Elektroräder mit fest verbautem Akku müssen darum in der Garage, dem Keller oder in der Wohnung geladen werden.

Elektroräder, die in Winterschlaf geschickt werden, sollten das am besten ohne Akku tun.

Dirk Menze vom Schaltungs- und Motorhersteller Pinion

E-Bike einlagern? Dann aber richtig!

„Elektroräder, die in Winterschlaf geschickt werden, sollten das am besten ohne Akku tun“, sagt Dirk Menze vom Schaltungs- und Motorhersteller Pinion. „Den Akku lagert man einzeln, am besten trocken und bei mittleren Temperaturen. Direktes Sonnenlicht und die Nähe einer Heizung oder entflammbarer Materialien sollten zudem vermieden werden“, so Menze weiter. Am besten wird der Akku bei einer Ladung von 30 bis 60 Prozent eingelagert. Die Akkus von Fit bieten dafür einen entsprechenden Lagerungsmodus. Ruht der Energiespeicher über mehrere Monate, lohnt es sich, den Ladungsstand ab und an zu überprüfen. So ist auch er im Frühjahr wieder voller Energie für die ersten Touren.

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Winterreifen für E‑Bike und Fahrrad

Die Angebotsvielfalt an speziellen Winterreifen für Fahrräder und E‑Bikes wächst stetig.(Bild:  www.pd-f.de / Gunnar Fehlau)
Die Angebotsvielfalt an speziellen Winterreifen für Fahrräder und E‑Bikes wächst stetig.
(Bild: www.pd-f.de / Gunnar Fehlau)

Waren Spike-Reifen lange Zeit das Nonplusultra für den Fahrradweg im Winter, werden mit Lamellenreifen oder Allwetterreifen weitere Alternativen für die Wintertage angeboten und erleichtern die Wechselentscheidung auf einen speziellen Reifen für die Winterzeit, da sie durchgehend von Oktober bis Ostern gefahren werden können.

Allwetterreifen sind meist ausreichend

Ähnlich wie Matsch‐und‐Schnee‐Reifen beim Auto sind Allwetterreifen wie der „Marathon GT 365“ von Schwalbe zuverlässige Begleiter für Pendler bei herbstlichen und winterlichen Straßenverhältnissen. Dank ihres robusten Allwetterprofils mit vielen Rillen bewältigen sie widrige Witterungsbedingungen der europäischen Breitengrade, wie Schneematsch. Ein durchgehender Mittelsteg sorgt laut Hersteller dafür, dass der Reifen leicht abrollt. Gröbere Stollen an der Seite sowie eine offene Profilgestaltung sollen Halt auf unbefestigten Wegen verschaffen. „Der Reifen liefert sogar auf Feldwegen, bei Minusgraden oder bei Nässe eine zuverlässige Performance“, sagt Steffen Jüngst. Für hohen Grip bei feuchtem Untergrund sowie tieferen Temperaturen sorgt zudem die extra entwickelte Silica‐Gummimischung „Four Season“. Diese ist im Vergleich zu anderen Reifen weicher, was die Bodenhaftung bei niedrigen Temperaturen steigert. Und wer den Reifen nicht wechseln möchte, der kann den Marathon GT 365 aufgrund seiner Beschaffenheit und Rolleigenschaften auch das ganze Jahr fahren.

Bei Glatteis bleiben Spikes das Nonplusultra

Sollten die Radwege überziehen, kommen Radfahrer an Spike-Reifen wie dem „Marathon Winter Plus“ von Schwalbe nicht vorbei. Sowohl an Fahrrädern als auch an E‑Bikes bis 25 km/h ist deren Verwendung im Straßenverkehr, anders als bei Autos, erlaubt. „Durch den Einsatz der Spikes ist es dem Reifen möglich, sich in den vereisten Untergrund zu verzahnen. Die Spikes dienen wie eine Art Anker, der ein Ausbrechen des Rades verhindert“, erklärt Daniel Gareus von Cosmic Sports, Importeur des Winterspezialisten 45Nrth, der sogar Spike-Reifen für Fatbikes im Angebot hat.

Am besten greifen die Spikes, wenn der Reifen mit geringem Luftdruck gefahren wird (den auf der Flanke vermerkten Mindestdruck aber niemals unterschreiten!). Es gilt die Faustregel: je eisiger der Untergrund, desto mehr Spikes. Die Spike-Bereifung hat jedoch den Nachteil, dass der Rollwiderstand auf eisfreiem Untergrund deutlich höher ist als bei „normalen“ Reifen und sie dort auch für ein lautes Fahrgeräusch sorgen. „Wir empfehlen dennoch, Spike-Reifen auch in den kurzen, eisfreien Phasen im Winter durchzufahren“, rät Jüngst. Eine weitere Option wäre die Verwendung von Reifen, die nur an den Seiten über Spikes verfügen und so bei geringem Luftdruck greifen.

Sonderfall S-Pedelec

Grundsätzlich gilt, dass Spike-Reifen nicht bei S‑Pedelecs (mit Motorunterstützung bis 45 km/h) verwendet werden dürfen, da es sich hier um Kleinkrafträder handelt. Allwetterreifen wie der Marathon GT 365 haben hingegen die notwendige „ECE-R75“-Zulassung für den Einsatz an Elektrofahrrädern bis 50 km/h und können deshalb genutzt werden, insofern sie der vom Hersteller freigegebenen Dimension entsprechen und keine Reifenbindung vorliegt.

Weniger Reifendruck sorgt für bessere Haftung

Radfahrer, die auf einen Reifenwechsel verzichten, greifen zu einem alten Hausmittel: Durch das Absenken des Reifendrucks auf den Mindestdruck, wie er auf der Reifenflanke angegeben ist, bietet der Reifen etwas mehr Halt auf schneebedeckten Wegen, da er mit einer größeren Fläche aufliegt. Die Bodenhaftung wird gesteigert und ein sichereres Vorankommen ermöglicht. Für die richtige Einstellung des Luftdrucks sollte man sich nicht auf die Überprüfung per Daumen verlassen. Diese erweist sich in der Praxis als äußerst unzuverlässig. Ein digitaler Luftdruckprüfer liefert einen schnellen und genauen Überblick. Zum richtigen Befüllen der Reifen ist zudem die Verwendung einer Standpumpe mit Manometer, wie der „Airkompressor 10.0“ von SKS Germany, zu empfehlen.

Sicherheit steht bei der Entscheidung für Winterreifen an erster Stelle. Die sollte man auf keinen Fall durch Do-it-Yourself-Experimente oder mindere Qualität beim Kauf von Billigangeboten gefährden.

Birgit Greif vom Fahrradhersteller Winora

Hochwertige Produkte statt Heimwerkertricks

Wenn es der Rahmen des Alltagsrads ermöglicht, können im Winter alternativ auch ein gröber profilierter und breiterer MTB-Reifen eingebaut werden. Durch das markante Profil wird die Haftung im Matsch und Schnee verbessert, weil eine stärkere Verzahnung mit dem Untergrund hergestellt wird. Vom speziell in Bike-Communitys gerne genannten Trick, die Haftung der Reifen durch Kabelbinder um Felge und Reifen die Haftung zu erhöhen, ist abzuraten. Derartige billige Heimwerkerlösungen können auch schnell versagen. Deshalb ist es gerade bei „Winterreifen“ wichtig, auf hochwertiges Material zu setzen. „Sicherheit steht bei der Entscheidung für Winterreifen an erster Stelle. Die sollte man auf keinen Fall durch Do-it-Yourself-Experimente oder mindere Qualität beim Kauf von Billigangeboten gefährden“, rät Birgit Greif vom Fahrradhersteller Winora und gibt den Tipp: „Achten Sie beim Reifenwechsel darauf, dass der Winterreifen ausreichend Reifenfreiheit im Rahmen und in der Gabel hat, damit Dreck und Matsch den Durchlauf nicht verhindern können.“

Macht Streusalz das Fahrrad kaputt?

Im Winter und vor allem bei einer Fahrt durch Streu- und Auftausalz gilt nach jeder Fahrt, alle Komponenten sorgfältig zu reinigen und auf evtl. Schäden kontrollieren.(Bild:  „www.pd-f.de | Thomas Geisler“)
Im Winter und vor allem bei einer Fahrt durch Streu- und Auftausalz gilt nach jeder Fahrt, alle Komponenten sorgfältig zu reinigen und auf evtl. Schäden kontrollieren.
(Bild: „www.pd-f.de | Thomas Geisler“)

Gerne greifen kommunale Straßenreinigungen und Privatpersonen bei glatten und schneereichen Straßenverhältnissen zu Streu- bzw. Auftausalz. Doch die Salzkörner sind umweltschädlich und in einigen Kommunen bereits verboten. Sie können auch am Fahrrad oder E‑Bike Schäden verursachen. Speziell Rahmen und Kette sind betroffen.

Streusalz besteht in der Regel aus Natriumchlorid, aber auch Calcium- und Magnesiumchlorid werden eingesetzt. Gerade Letzteres ist sehr hygroskopisch, d. h. es zieht Feuchtigkeit aktiv an und bindet sie länger, was die Wirksamkeit als Taumittel verbessern soll. Diese aggressiven Streusalze sind aber verantwortlich für Schäden an Fahrzeugen, u. a. auch Fahrrädern und E‑Bikes. Speziell die freiliegenden Fahrzeugteile wie die Kette sind den Salzen ausgesetzt.

Kette im Voraus pflegen und schmieren

Kettenpflege ist deshalb enorm wichtig – und zwar bevor die Kette laute Laufgeräusche macht oder gar Rost ansetzt. Das Vorgehen ist dabei identisch zur Kettenpflege im Sommer – man muss nur öfter ran. Dreck und Schmutz sind nach jeder Fahrt zu entfernen. Dabei helfen kann ein Luftgebläse (z. B. „Precision Blow It“ von Muc-Off), das Feuchtigkeit und Nässe am Rad schnell trocknet und so die Gefahr vor Korrosion und Rost minimiert. Spezielle Kettenschmiermittel für nasse und kalte Bedingungen (z. B. „Bicycle Wet Weather Lube“ von Muc-Off) punkten durch wasserabweisende Eigenschaften. Ob eine Kette nun schnell rostet oder nicht, hängt aber auch vom Material ab. Günstige Modelle haben in der Regel keine gesonderte Beschichtung, die gegen Rost schützt. Hochwertige Ketten für Viel- und Alltagsfahrer weisen hingegen eine glatte, rostresistente Oberfläche auf, was den Pflegeaufwand und die Rostbildung minimieren soll.

Hochwertige Ketten und Ritzel sind in der Regel passivierend beschichtet, was die Korrosionsbeständigkeit verbessern soll. Ein Tipp: Ein zusätzlicher Tropfen Öl auf die Schalt- und Bremszüge hilft, Wasser von dort fernzuhalten und ein mögliches Einfrieren der Züge zu verhindern. Alternativ spielen speziell im Wintereinsatz Fahrräder mit Riemenantrieb ihre Trümpfe aus. Die Riemen von Gates zeichnen sich durch ihren geringen Pflegeaufwand und ihre Langlebigkeit aus. In Kombination mit einer Zentralgetriebeschaltung von Pinion sind die Schaltungskomponenten gegen äußere Einflüsse, auch wie Streusalz, besser geschützt und dazu wartungsärmer.

Rostflecken mit Lack behandeln

Aber auch der Fahrradrahmen kann durch die Salze beschädigt werden. Die Lackierung oder Pulverbeschichtung der Rahmen kann sich ablösen. Schmutzrückstände erhöhen die Wahrscheinlichkeit von Schäden deutlich. Deshalb ist auch der Rahmen im Winter regelmäßig zu säubern. Sprays wie das „Bike Protect“ von Muc-Off legen nach dem Reinigen einen dünnen Schutzfilm über den Rahmen und sorgen dank schmutzabweisenden Funktionen dafür, dass Korrosion minimiert wird. Wobei es Unterschiede beim Rahmenmaterial gibt: Stahlrahmen zeigen durch Rost, wenn sie angegriffen sind. Bei Aluminiumrahmen sind Probleme nicht so offensichtlich, können allerdings genauso auftreten und im schlimmsten Fall zum Rahmenbruch führen. Deshalb sollte man Lackschäden direkt ausbessern, z. B. mit Acryl-Klarlack. Bei größeren Schäden bieten manche Hersteller die Option, die Pulverbeschichtung zu erneuern.

E‑Bike-Motoren regelmäßig reinigen

Den Antriebseinheiten von Pedelecs sollte die Salzlösung auf den Straßen hingegen wenig ausmachen. Die Motoren sind in der Regel wasserdicht und entsprechend auch einer Salzsprühnebelprüfung unterzogen. Dennoch empfiehlt sich eine äußerliche Reinigung des Motors nach einer Fahrt auf winterlichen Straßen. Dabei den Motor mit lauwarmem Wasser abspülen und danach trocknen.

Reifen auf Schäden kontrollieren

Bleiben noch die Reifen als die beiden direkten Kontaktpunkte zwischen Fahrrad und Fahrbahn. Streusalz beeinträchtigt laut Steffen Jüngst, Pressesprecher beim Reifenhersteller Schwalbe, die Performance eines Reifens nicht. Einzig bei einer Beschädigung am Reifen kann Salz in den Drahtkern gelangen, der dann korrodieren könnte. Dies sei allerdings äußerst selten der Fall. Bei regelmäßigen Kontrollen sind auch Stellen zu beachten, die nicht auf den ersten Blick ersichtlich sind. So könnten sich die Felgenlöcher als Schwachpunkte herauskristallisieren, da sich dort unbemerkt Salz ablagern und so Beschädigungen verursachen könnte. Wer auf Nummer sicher gehen will, besorgt ein zweites Laufrad-Paar speziell für den Winter und schützt so seine „Sommerräder“.

Pannensichere Reifen schützen vor Defekten

Das Bundesumweltministerium rät, auf den Wegen im Winter statt Salz lieber Rollsplitt und Granulat zu verwenden. Auch dieses Streugut hat wiederum Folgen für Radfahrende, da die Steinchen auf der Fahrbahn die Gefahr eines Platten erhöhen. Deshalb sollten Radfahrer im Winter Reifen mit einem hohen Pannenschutz wählen. „Zudem sollte man auf Reifen mit relativ breiten Profilabständen achten. So setzen sich Splitt und Granulat nicht so schnell zwischen den Profilblöcken fest und können sich beim weiteren Fahren nicht so einfach in die Decke ‚einarbeiten‘“, erklärt Jüngst. Er rät zum Fahren mit Ganzjahresreifen, die diesen Vorteil mitbringen.

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