Greifsysteme Pneumatisch oder mechatronisch – das ist hier die Frage
Produktionsautomatisierung gilt als Schlüsselfaktor erfolgreichen Wirtschaftens, den Greifsystemen kommt dabei eine besondere Bedeutung zu. Lange galten pneumatische Greifsysteme als Maß der Dinge, mechatronische Lösungen konnten mittlerweile deutlich aufholen. Doch welches Antriebskonzept bietet die größeren Vorteile?
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Die zunehmende Variantenvielfalt, immer kürzere Innovationszyklen sowie die wachsende Vergleichbarkeit von Produkten führen in vielen Branchen zu einem enormen Kostendruck. Nach Ansicht von Experten wird sich die Produktionsautomatisierung in den kommenden Jahren zum Schlüsselfaktor erfolgreichen Wirtschaftens entwickeln. Den Greifsystemen kommt dabei eine besondere Bedeutung zu: Je präziser, flexibler, schneller und zuverlässiger sie arbeiten, desto eher lassen sich auskömmliche Deckungsbeiträge erzielen.
Mithilfe adaptierbarer Antriebe, vielseitiger Reglerkonzepte und einer großen Auswahl von Standardschnittstellen lassen sich mechatronische Module immer einfacher in übergeordnete Anlagensteuerungen einbinden. Parallel dazu bewirkt der rasante Fortschritt bei elektrischen Servoantrieben, dass mechatronische Komponenten preislich und damit wirtschaftlich immer attraktiver werden.
Bei der Auswahl des optimalen Greifsystems lohnt es sich daher immer häufiger, die Potenziale beider Antriebskonzepte gegeneinander abzuwägen.
Pneumatisch angetriebene Greifsysteme wurden über Jahrzehnte hinweg kontinuierlich optimiert. Sowohl konstruktiv als auch mechanisch sind sie zumeist voll ausgereift. Aus gutem Grund gelten beispielsweise der vielzahngeführte Universalgreifer PGN-plus, der wälzlagergeführte Kleinteilegreifer MPG-plus oder die leistungsdichte Schwenkeinheit SRU-plus von Schunk als leistungsfähige und robuste Arbeitstiere, die auch bei anspruchsvollsten Aufgaben dauerhaft zuverlässig ihren Dienst tun. Sowohl Inbetriebnahme als auch Wartung sind bei den konditionsstarken pneumatischen Dauerläufern so einfach gelöst, dass auch Bediener ohne umfassende Fachkenntnisse schnell damit klar kommen.
Geringere Investitionskosten bei Pneumatikmodulen
Fein abgestufte, standardisierte Baureihen sowie ein umfassendes Zubehörprogramm ermöglichen eine maßgeschneiderte Auslegung zu einem attraktiven Preis. Im Mittel liegen die Investitionskosten für Pneumatikmodule bei einem Drittel bis der Hälfte von vergleichbaren mechatronischen Modulen. Wer also stets identische Teile montiert, hohe Taktraten erzielen will und kaum über mechatronisches Know-how verfügt, kann sich auch heute noch getrost für pneumatische Lösungen entscheiden.
Der Wartungsaufwand beschränkt sich bei ihnen in der Regel auf die Dichtungen und bleibt damit überschaubar. Die Betriebskosten, die aufgrund der eingesetzten Druckluft vergleichsweise hoch sind, lassen sich mithilfe von Mikroventilen spürbar reduzieren. Mittlerweile gibt es für viele Pneumatikmodule vom Greifer bis zur kompletten pneumatischen Pick & Place Einheit hocheffiziente Ventillösungen, die den Druckluftverbrauch um bis zu 90 % senken und zugleich die Taktrate um bis zu 100 % erhöhen. Pneumatische Pick & Place Einheiten können auf diese Weise energieeffizient bis zu 95 Picks pro Minute erzielen und das bei einer Wiederholgenauigkeit von 0,01 mm.
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