Durch Lieferengpässe für Bauteile entstehen jährlich Schäden in Milliardenhöhe. Hier will das Start-up 3D Spark mit seiner Plattform Abhilfe schaffen: Sie sorgt für eine transparente Entscheidungsgrundlage zur Auswahl des günstigsten, schnellsten, technisch geeignetsten und nachhaltigsten Fertigungsverfahrens für Bauteile, derzeit mit Fokus auf 3D-Druck.
Die Plattform 3D Spark sorgt für eine transparente Entscheidungsgrundlage zur Auswahl des besten Fertigungsverfahrens für Bauteile. Alstom setzt bereits auf die Plattform und spart 1,8 Millionen Euro und über 20.000 Tage Lieferzeit.
(Bild: Alstom/ramon@ramonvilalta.com)
Das Hamburger Start-up 3D Spark unterstützt mit seiner gleichnamigen Plattform dabei, das passende Fertigungsverfahren zu finden. Die Plattform identifiziert automatisch genau die Bauteile, die durch eine Änderung der Fertigungstechnologie kostengünstiger hergestellt werden können als mit den bisher verwendeten Fertigungsverfahren. Zudem findet die Software verdeckte Potenziale, um
Lieferzeiten zu reduzieren,
die Bauteilqualität zu erhöhen und
die Lieferketten stabil zu halten.
Aktuell in der Entwicklung befindet sich darüber hinaus ein Feature, mit dem CO2-Emissionen gesenkt werden können. Dieses soll im ersten Quartal 2023 veröffentlicht werden.
Rückblick: Anfänge bei Fraunhofer IAPT
Mit 3D Spark können wirtschaftlich tragfähige Anwendungen identifiziert werden.
(Bild: 3D Spark)
Ursprünglich begann alles am Fraunhofer-Insitut für Additive Produktionstechnologien IAPT. Man arbeitete zusammen daran, fachliches Wissen digital zur Verfügung zu stellen, um Laien wie auch Profis Fragen zu Technik, Materialien oder Kosten für 3D-Druck zu beantworten.
Die gebündelte fachliche Kenntnis zur Bewertung von Kosten und Fertigbarkeit von Bauteilen habe sich über sieben Jahre in Form von Olaf Steinmeier, Leiter Zukunftsfeld Energie vom Fraunhofer IAPT, und den Gründern von 3D Spark Arnd, Fritz und Ruben aufgebaut.
Unser Ziel war dabei immer, dass sowohl unerfahrene Anwender als auch Profis in wenigen Sekunden qualifizierte und transparente Antworten auf ihre Fragen bekommen.
Arnd Struve
Rückblickend erinnert Dr.-Ing. Arnd Struve (Co-Founder & CTO): „Wir wurden immer mit den gleichen Fragen konfrontiert: Kann man dieses Teil drucken? Mit welchen Materialien? Was kostet es? Welche Auswirkungen hat der Technologiewechsel auf die Qualität, Lieferzeit und Nachhaltigkeit? Fragen die selbst Experten häufig nicht aus dem Stegreif beantworten können. Wir waren davon überzeugt, dass wir solche aufwendigen und teuren Machbarkeitsstudien automatisieren können. Unser Ziel war dabei immer, dass sowohl unerfahrene Anwender als auch Profis in wenigen Sekunden qualifizierte und transparente Antworten auf ihre Fragen bekommen.“
Ausblick: 3D Spark träumt von einer Produktion ohne Verschwendung
„Wir träumen von einer Produktion ohne Verschwendung. Täglich werden weltweit Milliarden von Bauteilen produziert – viele davon mit höheren Kosten, Lieferzeiten, Materialverbrauch und CO2-Emissionen als nötig. Den produzierenden Unternehmen fehlt es häufig schlicht an der notwendigen Transparenz, um je Bauteil das günstigste, schnellste, sicherste und nachhaltigste Fertigungsverfahren auszuwählen. Um diese Transparenz zu schaffen, werden wir unser Technologieportfolio über die 3D-Druckverfahren hinaus stetig erweitern und so einen umfassenden Verfahrensvergleich für alle relevanten Fertigungsverfahren anbieten“, zeigt sich Dr.-Ing. Fritz Lange (Co-Founder & Co-CEO) ambitioniert.
Alstom spart 1,8 Millionen Euro und über 20.000 Tage Lieferzeit durch 3D-Spark
Alstom, ein weltweit führender Anbieter von intelligenten und nachhaltigen Mobilitätslösungen, ist ein Early Adopter der Software 3D Spark, die es seinen 3D-Druck-Experten ermöglichte, validierte Einsparungen von mehr als 1,8 Millionen Euro an Kosten und über 20.000 Tagen an Lieferzeit mit 3D-gedruckten Vorrichtungen, Ersatzteilen und Serienanwendungen zu identifizieren und umzusetzen.
3D Spark plant jetzt diese Erfolgsgeschichte auf OEMs und Fertigungsdienstleister weltweit auszurollen. „Meine Hauptaufgabe ist es, die Einführung des 3D-Drucks bei Alstom zu erleichtern und genau dabei hilft uns 3D Spark. Deshalb werden wir in der nächsten Einführungsphase die Plattform allen AlstomMitarbeitern zugänglich machen und planen die Anzahl der analysierten Teile bis Ende 2023 zu verdreifachen, wobei wir Kosteneinsparungen von mehr als 5 Millionen Euro anstreben“, sagt Aurelien Fussel, 3D Printing Program Manager bei Alstom, und fügt hinzu: „Ich persönlich träume davon, bald den CO2-Fußabdruck verschiedener Fertigungsalternativen auf der Plattform zu sehen, damit wir unsere Produktion noch stärker auf Nachhaltigkeit ausrichten können.“
ZF identifiziert wirtschaftliche Anwendungen des 3D-Drucks mit 3D Spark
Darüber hinaus gibt es weitere Erfolge mit produzierenden OEMs und Fertigungsdienstleistern: Die ZF Friedrichshafen AG ist mit rund 155.000 Mitarbeitern und einem Umsatz von rund 40 Milliarden Euro der drittgrößte Automobilzulieferer weltweit und zählt zu den führenden Unternehmen auf dem Gebiet der Antriebs- und Fahrwerktechnik. Die AG nutzt die 3D-Spark-Plattform zur Identifikation von wirtschaftlichen Anwendungen für 10 verschiedene 3D-Druckverfahren und plant innerhalb der nächsten drei Monate die Nutzung stufenweise konzernweit einzuführen.
Stand: 08.12.2025
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„Unsere Benchmarkanalyse hinsichtlich der am Markt erhältlichen Alternativen hat gezeigt, dass die 3D-Spark-Plattform die beste Lösung für unsere Bedürfnisse ist. Zudem macht die agile Zusammenarbeit mit den Jungs einfach Spaß,“ sagt Dr. Ignacio Lobo-Casanova, Head of SMART Lightweight Process Technologies bei der ZF Friedrichshafen AG.
Fertigungsdienstleister Met-Shape reduziert repetitive und nicht wertschöpfende Tätigkeiten
Die Met-Shape GmbH ist ein Produktionsdienstleister, der sich auf die sinterbasierte additive Fertigung von Klein- und Mikroteilen aus Metall spezialisiert hat. Das Technologie-Start-up setzt dabei den Schwerpunkt vor allem auf die Metall- und Elektronikindustrie sowie die Medizintechnik- und Luxusbranche.
„Die 3D-Spark-Plattform reduziert den Zeit- und Arbeitsaufwand meines Teams für die Analyse von 3D-CADs und 2D-Zeichnungen aus Angebotsanfragen hinsichtlich technischer Machbarkeit und präziser Kostenkalkulation drastisch“, sagt Dr. Andreas Baum, CEO von Met-Shape. „Um ein Angebot zu erstellen, musste früher ein technischer Experte die Druckbarkeit manuell prüfen, während ein Vertriebsmitarbeiter das Bauteil in eine CAD-Software laden, verschiedene Parameter auslesen und diese in unser eigenes Excel-Kostentool übertragen musste. 3D Spark erledigt all dies in einem einzigen schnellen und einfachen Arbeitsschritt. Dadurch kann jeder in unserem Team diese Analysen durchführen, was uns eine höhere Flexibilität und mehr Zeit für die wertschöpfende Zusammenarbeit mit unseren Kunden gibt.“
Ausgezeichnete Leistung
Im Rahmen der Sommerrunde des Gründerwettbewerbs Digitale Innovationen zeichnete die Jury des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) 3D Spark mit einem Gründungspreis von 7.000 Euro sowie individuellem Coaching aus. Die offizielle Preisverleihung fand am 29. August 2022 auf den Tagen der digitalen Technologien in Berlin statt. „Millionen Industriemitarbeiter weltweit können mit Hilfe der 3D-Spark-Plattform smartere Entscheidungen treffen, weil sie die Auswirkungen verschiedener Produktionsalternativen transparent aufbereitet bekommen. Damit können sie einen echten Beitrag für eine nachhaltigere, krisenresilientere und effizientere Produktion leisten. Wir freuen uns sehr, dass das BMWK von diesem Nutzen überzeugt ist und bedanken uns herzlich für den Gründungspreis“, erklärte Ruben Meuth (Co-Founder & Co-CEO) stellvertretend für das Team bei der Preisverleihung. Auch den Wissenschaftlichen Innovationspreis 2021 und den GründerGeist 2022 (3. Platz) darf das junge Unternehmen, das 2021 ein Exist Gründerstipendium erhielt, bereits sein Eigen nennen.