Wie man sich bettet, so liegt man. Ausgeschlafen präsentiert sich das Unternehmen Spühl. Es hat seine Konstruktionsdaten verbessert und mit Big-Data-Analysen in Docufy CAx Analytics Fehler beseitigt und damit Prozesse optimiert. Der Hersteller von Federkern-Maschinen blickt nun warm und weich – oder effizient und qualitätsvoll – gebettet in die Zukunft.
Für die Entwicklung und Konstruktion seinr Federkern-Maschinen setzt Spühl auf Siemens NX und ergänzende Lösungen von Docufy.
(Bild: Spühl)
Die Spühl GmbH wurde 1877 gegründet und ist stolz auf ihre Schweizer Wurzeln. Als weltweit tätiges Maschinenbau-Unternehmen überzeugt Spühl durch technisches Know-how, stetige Innovation, stabile und schlanke Prozesse und verpflichtet sich der Nachhaltigkeit. Das Unternehmen ist Teil der amerikanischen Leggett & Platt (L&P) Inc. Gruppe.
Mit schweizerischer Präzision werden Hochleistungsmaschinen zur Herstellung von Federkernen entwickelt, produziert und weltweit im Konzern eingesetzt. Unter der Marke Fides bietet Spühl Federkernmaschinen für den freien Markt an, des weiteren ist die Spühl Production Services SPS für viele KMU-Nischenanbieter im Maschinen- oder Apparatebau ein Outsourcing-Partner.
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CAD-Datenchaos nach Migration in Siemens NX
Marko Djordjevic ist PLM/CAx Systems Analyst bei der Spühl GmbH. Seit mehr als fünf Jahren setzen er und sein Team den Docufy CAx Quality Manager zur Optimierung der CAD-Datenqualität und die Software Docufy CAx Analytics zur Analyse der Konstruktionsdaten ein, um bei den jährlich elf produzierten Maschinenvarianten mit je rund 10.000 Teilen eine bessere Qualität, weniger Fehler und Kosteneinsparungen zu erzielen. Djordjevic erläutert: „Notwendig geworden war der Einsatz einer Datenqualitäts- und -analyse-Software, weil durch die Einführung von Siemens NX als neues CAD-System unsere Daten nach der Migration in einer ungeeigneten Qualität verfügbar waren. Für eine durchgängige Systemlandschaft ist dies sehr problematisch. Softwareabstürze, Nichteinhaltung von Richtlinien und Datenwildwuchs waren die Folge.“
Djordjevic und sein Team haben deshalb im November 2017 mit der 90-Tage-Testlizenz des Docufy CAx Quality Managers und insbesondere des Analysetools begonnen, den Datenbestand zu analysieren und Optimierungspotenzial aufzudecken. Nach den drei Monaten mit der Testlizenz wurde das System gleich effektiv weiter genutzt.
Die Software Docufy CAx Analytics (DCA) wertet Konstruktionsdaten (2D- oder 3D-Modelle, Zeichnungen, Baugruppen) des CAD-Programms Siemens NX aus und stellt die Werkzeuge bereit, um diese Daten einfach und effizient zu analysieren. Ergebnisse werden aussagekräftig aufbereitet und Verbesserungs- und Einsparpotenziale sichtbar gemacht. DCA ist in die Software Siemens NX eingebettet und schnell und leicht bedienbar.
Produzierende Unternehmen verschlanken mit DCA ihre Prozesse, stützen Unternehmensentscheidungen, decken Einsparpotenziale auf und sparen damit wertvolle Zeit und Geld. So auch die Spühl GmbH: Etwa 25 bis 30 Personen arbeiten heute in der Konstruktionsabteilung mit der Software, hinzu kommen acht Angestellte in der Fertigungstechnik.
Das Großartige an dem Analysetool ist, dass 90 Prozent der Checks, die wir benötigen, bereits standardmäßig zur Verfügung stehen. Wir haben lediglich noch zwei bis drei für uns wichtige Checks dazu programmieren lassen. Das hat uns den Start und die Arbeit mit dem System ungemein erleichtert.
Marko Djordjevic
Bereichsübergreifende Datenqualität für effiziente Automatisierung
Ohne eine bereichsübergreifende Datenqualität kommt es bei einem hohen Automatisierungsgrad ständig zu Fehlermeldungen oder schlechten Ergebnissen. Bei Spühl werden die Konstruktionsdaten auch für die CAM-Programmierung, die Montage oder den Ersatzteilkatalog genutzt – da ist eine durchgängig hohe Datenqualität ein Muss. Djordjevic erläutert: „Wir haben mit dem Einsatz des DCA einen höheren Standardisierungsgrad erreicht, haben somit weniger Störungen und können stressfrei unsere Termine einhalten. Wenn früher bei der Montage einer Maschine ein Fehler auffiel, musste man mit großen Zeitverlusten rechnen und die Konstruktion zuerst wieder bereinigen. Bei jedem weiteren Fehler wiederholte sich das Spiel. Das kostete nicht nur Zeit und Geld, sondern auch Stress und Nerven. Die Zehnerregel der Fehlerkosten trifft hier voll zu – also je früher ein Fehler entdeckt und beseitigt wird, desto kostengünstiger ist dies für das Unternehmen.“
Wenn man sich mit dem Einsparpotenzial beschäftigt, wird sehr schnell klar, dass sich der Einsatz der Software auf jeden Fall innerhalb kürzester Zeit amortisiert.
Marko Djordjevic
Docufy CAx Analytics zeigt seine Wirksamkeit aber nicht nur in den offensichtlichen Bereichen – auch für den Einkauf lassen sich nach einer Analyse der Daten wichtige Schlüsse ziehen. Spühl hat sich deshalb auch die verwendeten Materialien und Bohrungsgrößen der Maschinenteile angeschaut, diese auf neue Standards gebracht und dementsprechend die Werkzeugvielfalt in der Fertigung minimiert. Djordjevic fügt hinzu: „Wenn man sich mit dem Einsparpotenzial beschäftigt, wird sehr schnell klar, dass sich der Einsatz der Software auf jeden Fall innerhalb kürzester Zeit amortisiert.“
ROI-Berechnung zum Einsatz von DQM/DCA
Die Spühl GmbH hat bereits im Jahr 2018 eine ROI-Berechnung erstellt, um die Anschaffung der Software zu begründen:
Pro Jahr werden bei Spühl etwa 680 Aufträge programmiert, davon sind ca. zehn Prozent fehlerhaft.
Pro Fehler werden im Schnitt vier Stunden zur Korrektur aufgewendet.
Zusätzlich müssen externe Daten umprogrammiert werden.
Auch bei den Kleinteilen sind wiederum zehn Prozent von den 150 Datensätzen fehlerhaft. Pro Datensatz wird eine Stunde Korrekturzeit benötigt.
Motoren und Getriebe müssen immer mit einem Aufwand von fünf Stunden bearbeitet werden. Spühl erhält rund 20 Motoren/Getriebe pro Jahr. Der Docufy Quality Manager (DQM) prüft bei der Erfassung eines neuen Auftrags auch, ob die benötigten Werkzeuge vorhanden sind und zeigt nötige Änderungen an Kundenaufträgen frühzeitig auf. Dadurch können Werkzeugbestellungen von umgerechnet rund 20.000 Euro im Jahr eingespart werden.
Durch fehlerhafte Auftragsdaten werden Fehlteile produziert, die man mittels DQM ebenfalls reduzieren kann. Der einsparbare Materialaufwand für Fehlteile liegt bei ca. 9.500 Euro pro Jahr.
Abgesehen von der Kostenersparnis stehen immer auch die Qualität der Maschinen und die Einhaltung der Konstruktions- und Fertigungsrichtlinien im Fokus. Bevor eine Maschine in Serie geht, wird deshalb zuerst mit der BigData-Analyse geprüft, ob das Regelwerk beachtet wurde.
Bei der Einführung einer Software, die Fehler aufdeckt, ist es wichtig, die Einführung Schritt für Schritt und unter der größtmöglichen Beteiligung der Nutzer anzugehen. Eine Software ist schließlich nur so gut, wie ihre Akzeptanz bei den Usern. Die technische Informatik hat die Docufy-Software bei Spühl deshalb in drei Phasen eingeführt:
Gestartet wurde nach der Konfiguration zunächst mit einer freiwilligen Nutzung.
Im Anschluss wurde erst geprüft und Feedback eingeholt, ob alles den eigenen Anforderungen entsprechend funktioniert. Dann erst wurde die Software-Nutzung zur Pflicht, was auch kontrolliert wurde.
In der dritten und letzten Phase löste eine Fehler-Meldung aus dem System einen sofortigen Stopp des Freigabeprozesses aus, bis die Ursache bereinigt war.
Djordjevic blickt zurück: „Es war sehr wichtig, die Mitarbeiter sehr früh im Projekt mit einzubeziehen und auch die Key-User stets auf dem Laufenden zu halten. Anfangs wurde die Ausführung von DQM und DCA eher skeptisch betrachtet. Mit zusätzlicher Software zu arbeiten dauerte länger und das wurde als Zusatzaufwand betrachtet. Das hat sich nun grundlegend geändert. Heute lassen unsere User bei jedem Einzelteil einen Check laufen und nutzen die Software gerne. Das liegt sicherlich auch daran, dass die Checks von Anwender für Anwender geschrieben wurden. Mittlerweile kommen auch immer mal wieder Mitarbeiter mit neuen Ideen für weitere Checks. Das zeigt uns, dass alle verstanden haben, dass das System sie bestmöglich unterstützt und Checks nicht dazu da sind, Fehler aufzuzeigen und Schuldige zu suchen, sondern die Arbeit zu verbessern und das Unternehmen insgesamt auf einer profitablen Spur fahren zu lassen.“
Stand: 08.12.2025
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Das Fazit zur Nutzung der Docufy-Software fällt zu hundert Prozent positiv aus: Spühl konnte durch die Verbesserung der Datenqualität in der Konstruktion und die Analyse der 2D-und 3D-Modelle, Zeichnungen und Baugruppen Optimierungspotenzial aufdecken und so deutliche Einsparungen in punkto Zeit und Kosten erzielen.
Die Mitarbeiter nutzen die Software gerne und freuen sich über die Qualitätssteigerung ihrer Arbeit. Djordjevic resümiert: „Ich kann jedem Nutzer von Siemens NX nur empfehlen, sich die Tools zuzulegen. Die 90-tägige Testlizenz bietet einen optimalen Einstieg hierzu.“