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Wichtige Rolle des Trägermaterials
Auf regionaler Ebene müssen die Haftetiketten die Anforderungen der europäischen Richtlinie für Verpackungen und Verpackungsabfälle erfüllen, die durch eine entsprechende Gesetzgebung und Strafen bei Nichteinhaltung den Wandel in Europa vorantreibt. In der Selbstklebeetiketten-Industrie spielen Abfallmanagement, Recycling und Wiederverwertbarkeit in Hinblick auf einen bestimmten Teil des selbstklebenden Haftverbunds – des ablösbaren Trägermaterials – eine besonders wichtige Rolle. Das Trägermaterial ist ein unverzichtbarer Bestandteil der Weiterverarbeitungs- und automatischen Applikationsprozesse der Selbstklebeetiketten. Allerdings wird es von der Recycling-Lobby auch als Problem wahrgenommen, da dieses Trägermaterial nach dem automatischen Aufbringen des Selbstklebeetiketts auf das Produkt seinen Zweck erfüllt hat und damit überflüssig wird. Die jüngste Änderung der Verpackungsverordnung in ihrem endgültigen Entwurf, die kürzlich dem Ministerrat vorgelegt wurde, stuft verbrauchtes Trägermaterial nicht als Verpackungsabfall ein, es schließt Trägerpapier gänzlich vom Anhang der Verpackungsabfallrichtlinie aus, es überlässt vielmehr die Entscheidung den EU Mitgliedsstaaten, es als Verpackungs- oder Prozesabfall einzustufen. Eine endgültige Entscheidung seitens der EU zur Änderung der Verpackungsordnung wird für Ende Juli erwartet. FINAT ist jedoch der Auffassung, dass ohne das funktionale Trägermaterial die allumfassenden Vorteile des Klebeetiketts, wie Vielseitigkeit, Flexibilität, Genauigkeit, Reinheit, schnelles Applizieren (sogar mehrerer Etiketten in einem Durchgang), nicht umsetzbar sind.
Recycelbarkeit des Trägermaterials
Unabhängig vom Ergebnis der europäischen Verpackungsabfall-Gesetzgebung ist in vielen Bereichen bereits nachgewiesen worden, dass sowohl papier- als auch folienbasiertes Trägermaterial trotz seiner Trennschicht recycelt werden kann. Der FINAT fördert und unterstützt praktische Initiativen zur Schaffung realisierbarer Abfallerfassungs- und Recyclingsysteme, die in zunehmendem Maße kommerziell aktiv werden.
Die überwiegende Mehrzahl der Etikettenanwendungen setzt auf Trägermaterial aus Papier und es werden immer mehr Lösungsoptionen für dessen Recycling und Wiederverwendung entwickelt. Allerdings bauen heute auch folienbasierte Trägermaterialien ihren Marktanteil aus. Das Erfassen und Recyceln dieser relativ kostspieligen Trägermaterialien und vielleicht im diesem Rahmen auch die Schaffung zusätzlicher Umsatzströme stellt heute eine Alternative dar. „Sauberes“ verbrauchtes PET-Trägermaterial ist eine begehrte Ware und die Entwicklung einer Lieferkettenstruktur, um das Erfassen und Recyceln für alle Prozessbeteiligten einfacher, finanziell attraktiv und effektiv zu machen, spielt eine vorrangige Rolle.
Abfallerfassung für gemeinsame Nachhaltigkeit
Letztendlich entsteht der Trägermaterial-Abfall beim Lohnverpacker, Markeninhaber oder Einzelhändler und daher im Wesentlichen außerhalb der Kontrolle der Etiketten-Produktionskette. Daher besteht die Hauptaufgabe des FINAT darin, innerhalb des GPP-Projekts und im Rahmen anderer Initiativen der Verpackungsindustrie den Endnutzern bewusst zu machen, wie sie gemeinsam mit ihren Etiketten-Lieferanten Nachhaltigkeit erreichen können, indem sie das Trägermaterial für das Recycling und die Wiederverwendung erfassen.
Einkäufer von Verpackungen, Markenmanager und Grafiker sind sich zunehmend bewusst, dass sie Produkte in einer Umgebung verkaufen müssen, die einen sparsameren Einsatz von Material und Energie und eine größere Umweltverträglichkeit verlangt. Selbstklebende Etiketten können hier ihren Beitrag leisten und zudem eine beispiellose Vielseitigkeit und Regalwirkung bieten. Sie sind zu Recht wichtige Akteure in der umfassenden Agenda der globalen Verpackungsindustrie, um in Partnerschaft mit Lohnverpackern, Markeninhabern und Einzelhändlern wirklich nachhaltige Lösungen zu schaffen. (jup)
* *Jules Lejeune ist Managing Director beim europäischen Haftetiketten-Verband (FINAT)
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