Auszeichnung

NRW Umweltminister Johannes Remmel verleiht „Effizienz-Preis NRW 2015“

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Hochtemperaturbeschichtung Delta-Heat

Dörken MKS-Systeme GmbH & Co. KG aus Herdecke hat die Auszeichnung für die neuentwickelte Hochtemperaturbeschichtung Delta-Heat für den Hochtemperaturkorrosionsschutz in der Stahlverarbeitung erhalten. Entstanden ist das neue Beschichtungssystem der Dörken MKS-Systeme in Zusammenarbeit mit der VDEh-Betriebsforschungsinstitut GmbH und den Walzwerken Einsal.

Stahlverhüttung und -verarbeitung ist in Glühprozessen ein energieintensiver Prozess, bei dem ein Teil des eingesetzten Materials durch sogenannte Verzunderung beeinträchtigt wird. Zusätzlich fällt in der Serienproduktion zunderbedingt Ausschuss an. Eine Reduzierung der Zunderbildung im stahlverarbeitenden Prozess bewirkt eine Erhöhung der Material- und Teileausbeute und minimiert so den Material- und Energieeinsatz sowie den Aufwand für die Nachbearbeitung signifikant.

Hochleistungs-Performance und Umweltbewusstsein sind kein Widerspruch

Die neuartige und jetzt ausgezeichnete Hochtemperaturbeschichtung der Dörken MKS-Systeme ist komplett lösungsmittelfrei und verzichtet auf den Einsatz flüchtiger Monomere und toxischer Additive. Durch die Aushärtung bei Raumtemperatur kann außerdem ein großer Teil an Wärmeenergie eingespart werden. Der Einsatz des wässrigen Hochleistungspolymers auf Silanbasis in Kombination mit einem Aluminiumflake und verschiedenen Additiven ermöglicht eine Zunderreduktion um bis zu 80% im Vergleich zu unbeschichteten Referenzsubstraten und bewirkt zeitgleich eine gleichmäßige Ausbildung der Zunderschicht. Die ermittelten Ergebnisse wurden bereits im Praxiseinsatz eines mittelständischen Walzwerkes bestätigt.

Die Beschichtung ist zu spritzen, zu streichen oder zu gießen und zeigt im Schichtdickenbereich von zwei bis drei Mikrometer beste Eigenschaften. Der Film ist bereits nach ca. 10 Minuten grifffest und damit die beschichteten Teile wieder handhabbar.

Der innovative Charakter des Produktes zeigt sich in der Verbindung von Hochleistungs-Performance von über 1000° C mit einer nachhaltigen Chemie im industriellen Serieneinsatz. Im Vergleich zu den bereits bekannten Lösungen eröffnet die von den Dörken MKS-Systeme neuentwickelte Generation von Hochtemperaturbeschichtungen zudem den Zugang zu neuen Anwendungsdimensionen im Hochtemperaturkorrosionsschutz.

Chance für branchenweit, signifikante Ressourceneinsparungen

Dörken sieht die Anwendungsbereiche für das neuartige Produkt in allen Wärm- und Glühprozessen für Edelstähle. Das umfasst alle Betriebe, deren Arbeitsschritte nachgelagert zur Edelstahlherstellung angesiedelt sind und die entsprechende Wärm- und Glühprozesse durchführen. Die große Anzahl an Betrieben in diesem Marktsegment beinhaltet bei einem Technologiewechsel die Chance zu signifikanten branchenweiten Ressourceneinsparungen.

Das Unternehmen und seine Kooperationspartner bewarben sich mit dem Forschungsprojekt im EU-Ziel2-Förderwettbewerb „Ressource.NRW“ und wurden als Gewinner ausgewählt. Das geplante Projektvolumen wurde anteilig mit EU-Fördermitteln aus dem Europäischen Fond für regionale Entwicklung (EFRE) sowie aus Landesmitteln unterstützt.

Innovative ressourcenschonende Produkte des Landes

Insgesamt hatten sich in diesem Jahr 42 mittelständische Unternehmen aus Nordrhein-Westfalen auf den mit insgesamt 15.000 Euro dotierten "Effizienz-Preis NRW 2015 - das ressourceneffiziente Produkt" beworben. Mit dem Preis, der alle zwei Jahre verliehen wird, prämiert die Effizienz-Agentur NRW innovative ressourcenschonende Produkte des Landes. Branchen- und themenübergreifend haben in diesem Jahr verschiedenste Unternehmen Produkte und Dienstleistungen eingereicht. Dabei handelt es sich z.B. um Lösungen in den Bereichen IT, Metallverarbeitung, Abwasserwärmenutzung, Möbelbau, klimaneutrale Herstellung von Kunststoffspritzgussteilen, Hochtemperaturkorrosionsschutz, Lüftungssysteme und innovative Verpackungssysteme.

Die Spannbreite der teilnehmenden Unternehmen reicht von Ingenieurbüros über Produktionsbetriebe aus dem Bereich Maschinen- und Anlagenbau bis hin zu gemeinnützigen Organisationen, vom Ein-Mann-Betrieb bis zum „klassischen KMU“ mit 200 bis 400 Mitarbeitern. Die eingereichten Bewerbungen spiegeln einen wesentlichen Trend im Bereich „grüner Produkte“ wider: Ressourcenschonung ist branchenübergreifend zu einem wichtigen Innovationsmotor und Wettbewerbsfaktor geworden. (jup)

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