Antriebstechnik Nozag, Schweizer Getriebe- und Antriebstechnik-Spezialist
Der Geschäftsführer der Firma Nozag sorgt dafür, dass der Nimbus schweizerischer Qualität garantiert wird. konstruktionspraxis-Chefredakteur Dipl.-Ing. Ullrich Höltkemeier sprach dazu mit Adrian Hugentobler, Geschäftsführer der Nozag AG, Pfäffikon, Schweiz
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Die Geschichte der Firma Nozag spiegelt in mehrfacher Hinsicht auch die Geschichte eines typischen Schweizer Technik-Unternehmen wider: Oftmals steht oder stand am Beginn ein kleiner Betrieb, der sich auf der Grundlage einer speziell auf eine Branche zugeschnittenen Idee mit der Zeit zu einem international tätigen Technologie-Unternehmen fortentwickelt. So stellt das Technische Büro Bornand, das 1952 in Zürich seinen Geschäftsbetrieb aufnahm, in gewisser Weise die Keimzelle der heutigen Nozag dar, denn dort wurde die Idee eines Zahnrad-Baukastens geboren.
1966 erfolgte dann die Gründung der Normzahnräder AG (Namensgeber der heutigen Nozag), der sich 1970 der Aufbau eines Fabrikationsbetriebs anschloss. Mit dem Umzug an den vorherigen Standort Wangen/Dübendorf vollzog sich 1987 die Integration von Eigenproduktion und Handel zum Antriebstechnik-Spezialisten.
Im Rahmen der Nachfolgeregelung übernahm Dr. Karl Stadler 1992 mit der Polygena die Normzahnräder AG und änderte den Namen in Nozag AG. Das Jahr 2003 sah die Eingliederung der Progressus als Tochter von Nozag, und im Jahr 2007 verstärkte man den Geschäftsbereich Antriebstechnik-Komponenten und Sonder-Antriebslösungen durch den Kauf der auf Präzisionswellen spezialisierten Firma Behr Mechanik.
Die heutige Nozag-Gruppe umfasst die Nozag AG in Pfäffikon, die Nozag GmbH in Zuzenhausen, die Nozag Sarl in Sarreguemines sowie die Progressus AG in Pfäffikon und die Progressus GmbH in Zuzenhausen. Der Getriebe- und Antriebstechnik-Spezialist befasst sich in den drei Haupt-Segmenten Getriebe/Sondergetriebe, Lohnfertigung von Antriebstechnik-Komponenten sowie Antriebstechnik-Standardkomponenten mit allen Detail- und Systemfragen bezüglich der Herstellung und Lieferung von Antriebslösungen. Dank den Tochterfirmen entwickelten sich Deutschland und Frankreich neben der Schweiz zu den wichtigsten Märkten für Nozag.
Im Gespräch mit Adrian Hugentobler
Wo kommt der Name Nozag her?
Hugentobler: Nozag ist die Abkürzung vom früheren Namen „ Normzahnräder und Ketten AG". Mit dem Start der Entwicklung und Produktion von eigenen Getrieben wurde der Name zu einschränkend. Nachdem die Firma 1992 von der Polygena AG übernommen worden ist, hat man den Namen auf Nozag verkürzt.
Nozag hat viele Wettbewerber, wo liegt die USP des Unternehmens?
Hugentobler: Einer unserer wichtigsten USPs ist die eigene Produktion mit sehr hohem Qualitätsstandard und großer Flexibilität. Viele Wettbewerber kaufen „fertige" Komponenten oder Getriebe aus Billig-Lohn-Ländern zu und machen im höchsten Fall noch eine Konfektion des Zubehörs.
Aus unserer Sicht aber ist es nicht zu empfehlen, sicherheitsrelevante Baugruppen aus Billigst-Quellen zu beschaffen. Deshalb bieten wir kompetente Beratung an. Auf unserer Homepage stehen alle Artikel zum Download in 3D in allen gängigen CAD-Formaten zur Verfügung.
Wie definieren Sie die Lebensdauer von Spindelhubgetrieben?
Hugentobler: Die Lebensdauer von Spindelhubgetrieben ist zusammen mit den verwendeten Spindeln als System zu betrachten. Werden Trapezgewindespindeln verwendet, ist die Lebensdauerberechnung sehr komplex. Zum einen existieren keine klaren Berechnungsgrundlagen, zum anderen hängt sehr viel von einer lückenlosen Schmierung zwischen Mutter und Spindel ab, unter Berücksichtigung der zulässigen Einschaltdauer.
Einen großen Einfluss haben zudem die Hublänge und die Gleitgeschwindigkeit im Gewinde. Wichtig ist hier unser großes Anwendungs-Know-how.
Sie haben Kegelradgetriebe in Aluminium-Leichtbauausführung im Angebot. Wann kann Nozag diese empfehlen?
Hugentobler: Die Nozag-Kegelradgetriebe der Reihe LMA aus Aluminium sind für verschiedenste Anwendungen im allgemeinen Maschinen- und Vorrichtungsbau entwickelt worden. Diese Baureihe rundet unser Getriebesortiment nach unten ab.
Die fettgeschmierten, mit geradeverzahnten Kegelrädern ausgerüsteten Getriebe, können mit Motoren bis 1000 Umdrehungen oder für Handverstellungen eingesetzt werden. Ein recht häufiger Einsatz betrifft auch Hubanlagen. Der Drehmomentbereich ist auf maximal 40 Nm begrenzt. Die Getriebe sind auf 6000 Stunden Lebensdauer ausgelegt und wartungsfrei.
Zum Getriebe wird oft auch ein Servomotor verlangt. Liefern Sie diese elektrische Seite?
Hugentobler: Servomotoren werden im Normalfall von unseren Kunden definiert, da diese bei ihren Stammlieferanten bleiben wollen und die Schnittstellen nicht veränderbar sind.
Anders ist es bei den herkömmlichen Drehstrommotoren. Hier können Anwender aus einem breiten Sortiment an IEC-Motoren auswählen. Zur Auswahl stehen Flansch-, Fuß- oder Bremsmotoren mit weiterem Zubehör zur Drehzahlmessung oder zur Positionierung.
Darüber hinaus sind Motoren mit Tropenisolation oder UL-Zulassung in vielen verschiedenen Spannungen oder Frequenzen verfügbar.
Wo liegt die Zukunft von Nozag, beispielsweise im Bau von Solartrackern?
Hugentobler: Für die Solar- und Photovoltaikbranche haben wir verschiedene Linearantriebe entwickelt, welche z.B. in Solartrackern eingebaut werden können. Hier gibt es sehr einfache und kostengünstige Lösungen zur freien Positionierung von Solarpaneelen. (hö)
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