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Auswerfer aus Nirosta-Stahl für die Herstellung gefüllter Kunststoffprodukte
Auswerfer aus Nirosta-Stahl („NIRO“) finden sich nur beim Drei-S-Werk im Standardprogramm. Die Abmaße sind genormt, der Werkstoff unterliegt auch hier keiner Norm. Die Geschichte hierzu ist schnell erzählt: Ein Kunde stellte eine verhältnismäßig hohe Anahl an eingerosteten Auswerfern fest. Die Auswerfer waren gehärtet und aus Kaltarbeitsstahl gefertigt. Da dieser Rost offensichtlich nichts mit einem Konstruktionsfehler zu tun haben konnte, musste man sich mit den Einsatzbedingungen auseinandersetzen und fand heraus, dass der Rost nur bei Verwendung eines bestimmten Schäumungsmittels auftrat. Nun würde kein Schäumungsmittelhersteller bestätigen, dass sein Mittel Rost hervorrufen kann. Bei Drei-S besorgte man sich deshalb Materialproben und konnte nachweisen, dass das Schäumungsmittel unter bestimmten Umständen Zitronensäure freisetzt, die Form und Auswerfer angreift. Die Lösung: Auswerfer aus Nirosta-Stahl. Die Problematik ist kein Einzelfall: Bei der Verarbeitung von modernen, gefüllten Kunststoffen bilden sich häufig korrosiv wirkende, säurehaltige Ausgasungen, die Auswerfer und Form angreifen. Ähnliches gilt für die Verarbeitung von Recyclingmaterial. Bei der Konstruktion der Form achtet man deshalb auf Stähle mit hohem Chromanteil. Ob die Normauswerfer den Anforderungen jedoch gerecht werden können wird oft aus Unwissenheit und falscher Kosteneinschätzung nicht mehr geprüft.
Verbesserung der Formstandzeit durch plasmanitrierte Auswerfer
Nicht nur das Material, auch die Oberflächenbeschaffenheit eines Normteiles entscheidet über Erfolg oder Misserfolg. Die erste Präsentation eines plasmanitrierten, oxidierten Auswerfers schlug hohe Wellen. Über Jahrzehnte hinweg hatte das Drei-S-Werk Salzbadnitrieren propagiert. Obwohl die Teile genormt waren, befasste sich das Drei-S-Werk grundlegend mit aktuellen Verfahrenstechniken und Anwendungsproblemen. Die simple Normaussage „nitriert“ wurde in viele Details zerlegt und dann neu definiert. Diese Grundlagen stellen heute den aktuellen Stand der Technik dar. Umfangreiche Tests bewiesen, dass man mit dem „AV03“, einem plasmanitrierten, oxidierten Auswerferstift die Formstandzeit erheblich verbessern kann. Eine Oxidationsschicht, die nach der Plasmanitrierung (mind. 950HV 0,3 kp; ca. 70 HRC) erzeugt wird, ermöglicht sehr gute Trockenlaufeigenschaften und einen hohen Korrosionsschutz. Die Oxidationsschicht auf den nitrierten DREI-S-Auswerfern wurde mit ausgewählten Nitrieranstalten speziell für die Anforderungen der Auswerferstifte entwickelt, um die Bohrungen zu schonen und so die Form-Standzeit um ein Vielfaches zu erhöhen. Gleichzeitig verbessert sich die Korrosionsbeständigkeit. Ein weiterer Vorteil ist, dass auf dieser Oxidationsschicht Schmelzen nicht anhaften. Die vermiedenen Formreparaturkosten betragen ein Vielfaches des Wertes der Auswerferstifte.
* Pius Eichinger, Technischer Leiter Drei-S-Werk, Neuendettelsau
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