Studie Noch Luft nach oben beim Kauf von Refurbished-Smartphones

Quelle: Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH 3 min Lesedauer

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Die Studie „Refurbished statt neu – die zweite Chance fürs Smartphone“ zeigt, dass es zwar ein großes Potenzial gibt, Refurbished-Smartphones werden aber nur selten genutzt. Dabei handelt es sich um generalüberholte, zum Wiederverkauf angebotene gebrauchte Handys.

Deutschland bildet einer Studie zufolge das Schlusslicht beim Kauf von Refurbished-Smartphones.(Bild:  frei lizenziert /  Pixabay)
Deutschland bildet einer Studie zufolge das Schlusslicht beim Kauf von Refurbished-Smartphones.
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

Positiv ist, dass 67 Prozent der internationalen Handy-Nutzer Refurbished-Smartphone-Angebote kennen. Bei einer Nutzerrate von einem Drittel ist jedoch noch Luft nach oben. Deutschland bildet unter den betrachteten Ländern das Schlusslicht und stellt die zurückhaltendste Nutzerschaft. Hier hat nur jeder Vierte (25 Prozent) schon einmal ein generalüberholtes Smartphone gekauft. Ein Signal für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.

„Die Ergebnisse der Studie sind zugleich Weckruf, wie Hoffnungsschimmer. Weckruf, weil sie zeigen: Umdenken reicht nicht aus. Wir müssen jetzt umsetzen. Hoffnungsschimmer, weil jeder Einzelne etwas zur Umsetzung beitragen kann: Die Industrie mit noch besseren Angeboten. Die Politik mit noch mehr Aufklärung. Doch vor allem die Verbraucherinnen und Verbraucher – mit der nächsten Kaufentscheidung“, Michael Jungwirth, Director Public Policy & External Affairs, Vodafone Deutschland.

Einmal Refurbished, immer Refurbished

Und wie sieht es bei zukünftigen Käufen aus? Das hat die Studie ebenfalls erfragt: 40 Prozent der Befragten planen, bei einem künftigen Kauf auf Refurbished zu setzen. Die Ergebnisse schwanken länderübergreifend um mehr als 10 Prozentpunkte, wobei die Deutschen auch hier am zögerlichsten sind. Die Gründe für die Nichtnutzung sind vielfältig und länderübergreifend gleich: Konsument zweifeln an der Leistungsfähigkeit des Geräts oder wollen nicht auf die Herstellergarantie verzichten. Positiv fällt jedoch auf: Wer sich einmal für Refurbished entscheidet, bleibt meist dabei. 81 Prozent der Nutzer, die schon einmal ein aufbereitetes Gerät gekauft haben, planen, dem Refurbished-Markt treu zu bleiben.

Reserve statt Recycling: Altgeräte verstauben in der Schublade

Ein Problem bleibt jedoch bestehen: Das neue Handy ist in der Hand, das alte liegt in der Schublade. Mehr als die Hälfte der Nutzer (51 Prozent) behält ihr altes Smartphone nach dem Neukauf – meist liegt es als Reserve ungenutzt in der Schublade. Nur acht Prozent der Geräte werden recycelt oder in Zahlung gegeben. Die Geräte enthalten wertvolle Rohstoffe wie Gold, Silber und Kupfer, die durch Recycling wiederverwendet werden könnten. Das ist nicht nur eine verpasste Chance für die Kreislaufwirtschaft, sondern auch ein Problem für die Umwelt.

Jung, digital, wiederaufbereitet: Generationen im Wandel

Die Bereitschaft, generalüberholte Smartphones zu kaufen, schafft deutliche Unterschiede zwischen den Generationen in Europa: Die Jüngeren nutzen Angebote aus dem Refurbishing-Bereich doppelt so häufig (37 Prozent) wie die ältere Generation (18 Prozent). Die Kreislaufwirtschaft prägt also das Konsumverhalten einer ganzen Generation. Es zeichnet sich ein Zukunftstrend ab, bei dem generalüberholte Smartphones von der Nische in die Breite wandern.

Ältere Konsument gehören eher zu den pragmatischen Kauftypen. Sie ersetzen ihr Smartphone oft erst, wenn das alte Gerät nicht mehr funktioniert, und nutzen es im Durchschnitt auch länger. So liegt der Anteil älterer Smartphones bei der Gen Z bei 21 Prozent, unter den Baby Boomern jedoch bei 42 Prozent.

Details zur Studie

Die Studie wurde im Auftrag des Vodafone Instituts von Kantar durchgeführt und wissenschaftlich vom Wuppertal Institut begleitet. Sie basiert auf einer repräsentativen Befragung in fünf europäischen Ländern: Deutschland, Frankreich, Spanien, Schweden und dem Vereinigten Königreich. Der Befragungszeitraum lag zwischen dem 27. und 31. März 2025. Ziel war es, das Konsumverhalten im Bereich wiederaufbereiteter Smartphones zu analysieren und die Potenziale der Kreislaufwirtschaft zu beleuchten. Weitere Informationen und die vollständigen Ergebnisse der Studie finden Sie hier.

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