Spritzgießen Neue Verscheibungsanwendungen mit Film Insert Molding erschließen
Zur Weiterentwicklung der Spritzpräge-Technologie für Automobil-Verscheibungsteile und zur Erweiterung des Servicepakets für Kunden hat die Bayer MaterialScience AG in ihrem Technikum in Leverkusen eine vollautomatische, roboterunterstützte 2.300-Tonnen-2K-Wendeplatten-Spritzgießmaschine installiert.
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„Die Anlage soll als Plattform dienen, um gemeinsam mit Partnern an neuen Verscheibungsanwendungen aus Makrolon zu arbeiten und weitere innovative Technologien wie das Folienhinterspritzen großflächiger 3D-Verscheibungsteile zu erschließen“, erläutert Olaf Zöllner, Leiter des Injection Molding Teams bei Bayer MaterialScience. „Außerdem wird sie uns helfen, die gesamte Prozesskette unserer Kunden noch besser abzubilden und so Themen wie Schmelzeaufbereitung, Parallelitätskontrolle oder Automatisierung weiterzuentwickeln und unseren BayVision Kundenservice auszuweiten. So können jetzt auch Werkzeuge von großflächigen Kundenbauteilen abgemustert werden.“ Bayer MaterialScience wird die Anlage auch nutzen, um die maßgeschneiderten Verscheibungs-Werkstoffe für die erste und zweite Komponente weiter zu optimieren.
Film Insert Molding ermöglicht Funktionsintegration
Eine Besonderheit der Spritzgießmaschine ist, dass darauf bis zu 1,2 Quadratmeter große Bauteile durch Folienhinterspritzen, auch Film Insert Molding (FIM) genannt, gefertigt werden können. Folien spielen eine wichtige Rolle in Konzepten für z.B. Heckscheiben aus Polycarbonat und zur designorientierten Gestaltung von Polycarbonat-Panoramadächern. Sie erlauben sowohl die Umsetzung von Dekoreffekten als auch die Integration von zusätzlichen Funktionen. So könnten sie etwa Schriftzüge, Logos oder auslaufende Schwarzränder (fade outs) tragen, die vor dem Hinterspritzen aufgedruckt werden. In Heckscheiben aus Polycarbonat können mit Folien die Defroster für die Scheibenheizung integriert werden. Als Defroster würden zum Beispiel dünne Heizdrähte oder leitfähige, dünn aufgedruckte Pasten dienen. Analog ließen sich auch Antennen integrieren. Denkbar wäre dabei auch der Einsatz von Folien, die zusätzlich für einen IR- Sonnenlichtschutz des Autoinnenraums sorgen.
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