Motorenverordnung Neue EU-Richtlinien zu Elektromotoren

Redakteur: Ute Drescher

Auf Hersteller von Elektroantrieben und deren Kunden insbesondere im Maschinenbau kommen im Rahmen der Ökodesign-Richtlinie neue Anforderung bezüglich der Energieeffizienz zu. Über den aktuellen Sachstand zu den EU-Plänen informierte eine gemeinsame Veranstaltung der beiden Industrieverbände VDMA und ZVEI.

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(Bild: ZVEI)

Quasi ohne Übergangsfrist steht noch in diesem Herbst eine Verschärfung der Ausnahmeregelungen in der Motorenverordnung (640/2009) ins Haus, dazu gilt es Position zu beziehen und zu informieren“, berichtete Gunter Koschnick, Leiter des Bereichs Elektrische Antriebe im ZVEI-Fachverband Automation.

Bisher sind von der Ökodesign-Richtlinie Motoren ausgenommen, die beispielsweise für den Gebrauch in Höhen von über 1.000 m (über NN), bei einer Umgebungstemperatur von über 40° Celsius oder unter minus 15° Celsius vorgesehen sind. Nach denPlänen der EU sollen die Grenzwerte auf 4.000 m Höhe, 60° Celsius bzw. minus 30° Celsius verschärft werden.

Diese und zahlreiche weitere Neuregelungen im Bereich der Elektromotoren werden derzeit in Brüssel diskutiert und bedeuten für Hersteller und Anwender eine Reihe von Herausforderungen. Beispielsweise dürfen ab Januar 2015 Motoren der Effizienzklasse IE2 nur noch mit Umrichter in Verkehr gebracht werden.

Darüber hinaus läuft derzeit unter der Bezeichnung „Los 30“ in Brüssel eine Vorstudie mit dem Ziel, alle Produkte in Antriebssystemen außerhalb der Elektromotorenverordnung zu regulieren. Die Vorstudie wird die Grundlage für die zukünftige Durchführungsverordnung nach dem Jahr 2017 sein.

Hartmut Rauen, Mitglied der Hauptgeschäftsführung im VDMA und Geschäftsführer des Fachverbands Antriebstechnik äußerte sich vor diesem Hintergrund entschieden: „Wichtig ist, sich im Kontext der Ökodesign-Richtlinie gemeinsam für die Interessen der deutschen Industrie einzusetzen, damit Energieeffizienz auf sinnvollem Wege erzielt werden kann. Zudem gilt es, die EU-Pläne im Kreis der Hersteller und Anwender zu spiegeln, denn sie sind die zentralen Akteure der Umsetzung. Daher das gemeinsame Engagement von VDMA und ZVEI.“

Auf Einladung der beiden Verbände kamen rund 70 Experten aus Konstruktion, Produktion und Anwendung von Elektromotoren im VDMA-Sitz in Frankfurt zusammen, dazu Fachreferenten beider Industrieverbände. Hartmut Rauen und Gunter Koschnick betonten in diesem Zusammenhang, dass das große Interesse klarer Beleg für die hohe Relevanz des Themas ist sowie Bestätigung für das gemeinsame Engagement der Verbände in den EU-Gremien. (ud)

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