Klebstoff

Nachhaltigkeitsstrategie 2030: So setzt sie Henkel um

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Nachhaltigkeit als Leitmotiv der Automobilbranche

Verschärfte Regulierung und weltweit immer strengere CO2-Grenzwerte erhöhen kontinuierlich den Bedarf an Leichtbautechnologien und nachhaltigen Produkten in der Automobilindustrie. Um die Vorgaben zu erreichen, müssen der Kraftstoffverbrauch und deshalb das Gewicht von Fahrzeugen reduziert werden. Henkel liefert Kunden in der Automobilindustrie zahlreiche Lösungen bei Klebstoffen, Dichtstoffen und Funktionsbeschichtungen, die dazu beitragen, den ökologischen Fußabdruck moderner Autos zu verbessern.

Mit den Marken Loctite und Bonderite bietet Henkel eine differenzierte Produktpalette von elektrokeramischen Beschichtungen, die sich für Anwendungen bei Motoren- und Abgaskomponenten eignen. Einsetzbar für Leichtmetalle und deren Legierungen, wird Leichtbau auch für Komponenten ermöglicht, die üblicherweise aus Stahl hergestellt werden. Die Beschichtungen tragen dazu bei, durch ihre Fähigkeit, Reibung zu reduzieren, Kraftstoff zu sparen und die Effizienz der Antriebskomponenten zu steigern. Sie kombinieren außerdem hervorragenden Korrosionsschutz mit einer hohen Beständigkeit gegenüber extremen Temperaturen.

Gemeinsam mit Benteler-SGL hat Henkel ein Komposit-Matrixharz auf Polyurethan-Basis entwickelt, mit dem zum ersten Mal Komposit-Blattfedern im RTM-Verfahren in Serienproduktion hergestellt werden. Das Matrixharz eröffnet im Vergleich zu existierenden Epoxidharzen völlig neue Anwendungsmöglichkeiten – dank kurzer Injektionszeiten, sehr niedriger Viskosität, exzellenter Zähigkeit und weniger Wärmeentwicklung während der Aushärtung. Im Fahrwerk des neuen Volvo XC-90 kommt auf Basis dieser Technologie eine quer eingebaute faserverstärkte Komposit-Blattfeder zum Einsatz, die aufgrund ihrer kompakten Bauform rund 5 kg Gewicht zu herkömmlichen Schraubenfedern einspart.

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Moderne Hochleistungsklebstoffe haben ebenfalls das Potenzial, das Fahrzeuggewicht signifikant zu verringern (bis zu 15 %). Klebeverbindungen ersetzen zunehmend Schweißnähte. Weitere Henkel-Produkte werden zur Schalldämmung an Fahrzeugen eingesetzt, wo sie beispielsweise schwere Bitumen-Matten ersetzen.

Polyurethan-Klebstoffe sorgen für frischen Wind

Mit neuen Klebstoffen für die Produktion von Rotorblättern beflügelt Henkel auch die Windkraftenergie. Auf Basis der Polyurethan-Technologie (PUR) bieten Klebstoffe der Marke Loctite ökologische und ökonomische Vorteile: Der in der Rotorblattklebung benötigte Energiebedarf wird reduziert, die Fertigungsdauer verkürzt und Kosten gesenkt. Zudem sind maximale Prozesssicherheit sowie Automatisierungspotenzial insbesondere in der Verklebung kleiner Komponenten oder schwer zugängliche Stellen angesichts der Klebstoff-Eigenschaft, unter Raumtemperatur vollständig durchhärten zu können, gegeben.

Ein für Produktionsprozesse entscheidendes Merkmal von PUR-Klebstoffen ist die im Vergleich zur Epoxidharz-Technologie niedrige Exothermie und das geringe Schrumpfverhalten. Während Epoxidharz-Klebstoffe einen relativ großen Wärmeeinsatz benötigen, härten PUR-Klebstoffe dagegen bei geringerer Wärmezufuhr aus, wodurch der Energiebedarf signifikant sinkt. Die geringere Aushärtezeit ermöglicht es, die Produktionsgeschwindigkeit über die zugeführte Wärme zu steuern. Auch die Reparatur- und Komponentenverklebung nutzt dieses Katalyse-gesteuerte, schnelle Abbindeverhalten. (jup)

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