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Beide Systeme sind so konzipiert, dass sie aufeinander aufsetzen und somit Steuerungs- und Antriebstechnik zu einer umfassenden Maschinen- und Bewegungssteuerung verschmelzen. Diese Verschmelzung bezieht sich grundsätzlich auf die Software-Architektur und ist variabel im Hardware-Aufbau. Sie bezieht natürlich auch alle weiteren Komponenten wie Peripheriemodule bzw. Geräte zum Bedienen und Beobachten ein.
Motion Control und PLC in einem Gerät zusammengeführt
Grundlegender Vorteil von Simotion ist die Zusammenführung von Motion-Control-Funktionalitäten mit PLC- und Technologiefunktionen in einem Gerät. Das reduziert den Hardware-Einsatz und dadurch Schnittstellen sowie damit verbundenen Anpassungsaufwand. Das Resultat ist eine verbesserte Synchronisation von Prozess- und Bewegungsabläufen und daraus folgend höhere Produktionsgeschwindigkeit, Präzision und Produktqualität. Kurz: leistungsfähigere Maschinen, die den angestrebten Wettbewerbsvorteil auch umsetzen können.
Ein weiterer wesentlicher Vorteil dieses Ansatzes ist, dass alle Engineering-Aufgaben, vom Konfigurieren über das Programmieren bis hin zu Test und Inbetriebnahme sämtlicher Komponenten einer solchen Lösung von einem einzigen Engineering-System unterstützt werden („one tool – n targets“) – und dies durchgängig und einheitlich, von kleinen kompakten Maschinen bis zu hin zu großen, auch verteilten (modularen) Anlagen.
Steuerungs- und Antriebstechnik sind an die Anforderungen der Maschine angepasst
Das Konzept ermöglicht die Anpassung der Steuerungs- und Antriebstechnik an die funktionalen und aufbautechnischen Anforderungen der Maschine, wobei die Anpassungsfähigkeit mehrere Freiheitsgrade zulässt:
Als ersten Freiheitsgrad hat der Maschinenbauer die Wahl bei der Steuerungsplattform, wofür der Simotion-Baukasten von Siemens drei Varianten anbietet:
Die offene, PC-basierte Plattform (Simotion P) ist die erste Wahl, wenn Maschinensteuerung, Maschinenbedienung (HMI) und alle Möglichkeiten eines Windows PCs in einer Einheit benötigt werden. Antriebe und dezentrale Peripherie werden in diesem Fall über Feldbus (Profinet oder Profibus) angekoppelt.
Wer die klassische PLC-Aufbauform mit lokaler Peripherie bevorzugt, wird die modulare Controller-basierte (Simotion C) Ausführung einsetzen. Dabei werden sowohl Antriebe als auch dezentrale Peripherie und HMI über Feldbus betrieben.
Bei der kompakten, antriebsbasierten Variante (Simotion D) wandert schließlich die gesamte Maschinensteuerung in die Antriebs-Hardware, was einen sehr Platz sparenden Aufbau ergibt, da die separate Steuerungs-Hardware entfällt. HMI und dezentrale Peripherie werden wieder über Feldbus angekoppelt.
Obwohl es sich bei Simotion P, C und D um drei grundsätzlich verschiedene Steuerungsarchitekturen handelt, haben diese eine einheitliche Software-Architektur. Dies bedeutet, dass Maschinenapplikationen, die für eine Plattform entwickelt wurden, auch auf den anderen Plattformen ablauffähig sind. Dabei macht es aus Sicht des Engineerings keinen Unterschied, ob die Simotion-Steuerung und der Sinamics-Antrieb eine Einheit bilden (Simotion D), oder auf zwei Hardware-Komponenten verteilt sind, die über Feldbus miteinander kommunizieren (Simotion P oder C mit Sinamics). Dies gilt natürlich auch für das Engineering der HMI-Applikation und der Peripheriekomponenten.
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