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Moderne Absaug- und Filtertechnik sorgt für Energieeffizienz

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Flexible Bedienung sorgt für hohe Akzeptanz bei Nutzern

Angeschlossen an die System-9000-Anlage sind unter anderem 25 Absaugarme. Diese erfassen im Verfahren der Niedrigvakuumpunktabsaugung an ebenso vielen Arbeitsplätzen den Schweißrauch direkt am Entstehungsort. Die Arme sind um 360 Grad von Hand dreh- und schwenkbar. Durch die Form der Haube bedarf es 40 Prozent weniger Nachführung als bei herkömmlichen Hauben. Die Absaugarme bleiben freitragend in der gewünschten Position. „Besonders bei noch unsicheren Lehrlingen bringen diese Absaugarme eine enorme Sicherheit, weil sie sich nicht auf die Absaugung, sondern auf das eigentliche Schweißen konzentrieren können“, bestätigt Fülle. „Aber auch bei erfahrenen Schweißern steigt die Akzeptanz von Luftreinhaltung durch solche Systeme.“ Weil die Hauben zudem mittels integrierten LEDs den Arbeitsplatz ausleuchten, gewährleisten die Absaugarme einen besseren Blick auf das Werkstück.

Auch die Ausstattung an den Schweißtischen verspricht beste Ausbildungsbedingungen. Diese verfügen über eine Stahlblechauflage mit Schamottplatten für die Flachschweißung und ein Stabeisenrost für die Tiefenschweißung. Eine Zwangslagenschweißvorrichtung ist in allen Tischen integriert. Damit die Umgebung um den Schweißplatz auch vor Geräuschemissionen geschützt ist, integrierte Kemper pro Schweißplatz jeweils eine Schweißkabine mit speziellen Schallschutzwänden. Abgedunkelte und verschiebbare Schweißlamellenvorhänge schützen den Eingangsbereich der Kabine. Weiterer Vorteil: Alle Schweißkabinen sind mit einem abgedunkelten Sichtfenster ausgestattet. „Unsere Schweißlehrer können durch das Fenster direkt in den Lichtbogen blicken und laufen nicht Gefahr, sich die Augen zu verblitzen“, sagt Fülle.

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Neben den Schweißkabinen verfügt die modernisierte Bildungsstätte über sechs Schleifkabinen aus Schallschutzwänden mit verschiebbaren transparenten Lamellenvorhängen. Dahinter befindet sich jeweils ein für den Industrieeinsatz geeigneter Schleiftisch. Die Seitenwände sind mit Schalldämmmaterial ausgestattet. Grobe Partikel fallen in eine Staubsammellade. Der sonstige Schleifstaub wird wie der Schweißrauch an den Schweißarbeitsplätzen durch das zentrale Absaug- und Filtersystem erfasst – ebenso an den fünf Schneidtischen für die Handschneidausbildung. Darin sind jeweils ein herausnehmbarer Schrottkasten und eine Werkstück-Klemmvorrichtung zur Aufnahme von Brennschneidgeräten integriert. Die Tische sind über eine Trittmechanik bedienbar und ebenfalls an die zentrale Absaugung angeschlossen.

Energieeinsparung dank Wärmerückgewinnung

Nicht nur in Sachen Arbeitsschutz, sondern auch bei der Energieeffizienz setzt die Kursstätte Maßstäbe. „Dank der Kemper-Technik rechnen wir damit, in Zukunft 40 Prozent weniger Energie dafür zu verbrauchen, die Lehrwerkstatt im Winter zu beheizen“, rechnet Fülle vor. Das System 9000 ermöglicht dank eines Zwei-Wege-Systems eine effiziente Wärmerückgewinnung. Die Anlage kann sowohl auf Um- als auch Abluft betrieben werden. Jahreszeitlich bedingt ergeben sich dadurch große Vorteile: Im Sommer wird die gefilterte warme Luft aus dem Gebäude geleitet. Eine zusätzliche Klimatisierung wird dadurch unnötig. Im Winter macht das System 9000 die gefilterte Luft wieder nutzbar. Die bereits erwärmte Luft verbleibt im Umluftbetrieb in der Halle. Weil das System 9000 über eine IFA-Zulassung verfügt, ist selbst eine Verarbeitung von Chromnickelstahl im Umluftbetrieb zulässig. Auch dadurch entstehen im Winter geringere Heizkosten.

Nach rund einem halben Jahr Ausbildungsbetrieb der neuen Bildungsstätte habe sich die Qualität der Aus- und Weiterbildung in einem hohen Maße verbessert, so Fülle. (jup)

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