3D-CAD-Software Mit NX verkürzt Roco den Entwicklungszyklus für komplexe Werkzeuge um 50%

Redakteur: Karl-Ullrich Höltkemeier

Roco beschleunigt die Entstehung maßstäblicher Modellbahnen mit integrierter Teile-, Baugruppen- und Formenentwicklung mit Software von Siemens PLM Software.

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Kaum vom Original zu unterscheiden ist der Railjet als fein detailliertes Eisenbahnmodell von Roco im Maßstab 1:87.
Kaum vom Original zu unterscheiden ist der Railjet als fein detailliertes Eisenbahnmodell von Roco im Maßstab 1:87.
(Bild: Roco)

Elegant fährt auf Gleis zwei ein ÖBB Railjet ein. Das ist der moderne Hochgeschwindigkeits-Fernreisezug der österreichischen Bundesbahnen, der seit 2006 von Siemens Rail Systems gebaut wird und mit bis zu 230 km/h Höchstgeschwindigkeit mitteleuropäische Städte wie München, Wien und Budapest verbindet.

Im Interesse einer kurzen Entwicklungszeit, guter Kompatibilitätseigenschaften mit existierenden Eisenbahnfahrzeugen und einfacher Variantenbildung handelt es sich nicht um eine Triebwagengarnitur, sondern um eine Zugsgarnitur aus sieben Wagen, die von einer separaten Lokomotive gezogen bzw. geschoben wird. Inklusive Lok kommt der Zug auf eine Gesamtlänge von 205 Metern.

Beim streng maßstäblichen HO-Modell von Roco sind das knapp 2,40 Meter. Jedes Detail, von der lupenreinen Beschriftung bis zur Steuerleitung, ist exakt im Maßstab 1:87 nachgebildet.

Marktführer im Segment Gleichstrom

1960 gegründet, erzeugt Roco seit 1967 Modelleisenbahnen. Gemeinsam mit dem deutschen Traditionshersteller Fleischmann ist Roco Teil der Modelleisenbahn Holding GmbH mit Sitz in Bergheim bei Salzburg (Österreich). Diese ist Marktführer im Segment Gleichstrom sowie die Nummer zwei im europäischen Geschäft für Modelleisenbahnen. Sie hat aktuell in vier Ländern 690 Mitarbeiter und erwirtschaftet einen Umsatz von 47 Millionen Euro (2011).

Seit jeher für höchste Ansprüche an Maßstabsgenauigkeit, Detailtreue und höchste Qualität sowie fortschrittlichste Technik bekannt, zeichnet sich Roco durch digitale Innovationen und eine stark internationale Produktpalette aus.

Roco-Modelle sind bei passionierten Modellbahnfreunden in aller Welt beliebte, wertbeständige Sammlerstücke. Die realitätsgetreuen Eisenbahn-Miniaturen in den Baugrößen H0, H0e und TT werden an drei europäischen Standorten von hochqualifizierten Mitarbeitern in feinster Handarbeit zusammengebaut und vor der Auslieferung umfangreich überprüft.

Konstruktion von Modell und Werkzeug

Vom Beginn der Produktentwicklung bis zu diesem finalen Schritt in der Produktion vergeht in der Regel ein halbes Jahr. Am Anfang steht die Artikelkonstruktion. Dabei wird das gesamte Fahrzeug mit all seinen Bestandteilen konstruiert. Nur in den seltensten Fällen kann dabei auf Konstruktionsdaten der Vorbildfahrzeuge zurück gegriffen werden.

Selbst bei Vorhandensein guter Zeichnungen ist die Konstruktion keine Kopierarbeit, da im Modell andere physikalische Zusammenhänge zu berücksichtigen sind. So wären beispielsweise vorbildgerecht verkleinerte Gehäusewandstärken nicht praktikabel und auch die Zusammensetzung der Fahrzeuge aus Einzelteilen folgt im Modell meist ganz anderen Notwendigkeiten. Neben Motoren, Getriebekomponenten und Rädern bestehen Eisenbahnmodelle überwiegend aus Metalldruckguss- und Kunststoffspritzgussteilen.

Sind diese fertig ausdetailliert, folgt die Konstruktion der zu ihrer Herstellung benötigten Formen und Werkzeuge.

Im Fall des Railjet sind das pro Wagen allein ca. 20 Kunststoff-Spritzgusswerkzeuge mit typischerweise sechs Schiebern. Sie werden weniger wegen der Stückzahlen als wegen der enormen Feinheit der Details, die in weicheren Formen nicht zuverlässig herzustellen wären, mittels Funkenerosion im gehärteten Material erzeugt. (Nach dem Umblättern: Performancegewinn in der Artikelkonstruktion)

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