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Performancegewinn in der Artikelkonstruktion
Konstruiert wird an allen Roco-Standorten mit NX von Siemens PLM Software. „Speziell dort, wo aus älteren Zeichnungen des Originals wichtige Maße direkt übernommen werden müssen, nutzen wir gelegentlich die hilfreiche Skizzenfunktion“, sagt Andreas Püber. Er ist seit 2006 als Konstrukteur am Standort Gloggnitz tätig. Seine Aufgabe ist, im Rahmen eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses (KVP) durch konstruktive Maßnahmen Qualität und Produzierbarkeit der Modelle zu sichern und laufend zu verbessern. „Im Normalfall wird die Geometrie durch Extrusion erzeugt und anschließend daraus die Baugruppe erstellt.“
In der Baugruppenfunktion als Standard-Arbeitsumgebung erfolgt auch die Kollisionsprüfung. Sie ist wesentlich, weil die aus der Baugruppe heraus gelösten Einzelteile wie Rahmen, Wagenkasten, Dach, Fensterbänder und Inneneinrichtung auf der sichtbaren Außenseite nahtlose Übergänge bilden und zugleich formschlüssig ineinander steckbar sein müssen.
„Als ich ins Unternehmen kam, war NX 3 in Verwendung“, berichtet Andreas Püber. Seit Mitte 2011 arbeiten die Artikelkonstrukteure bei Roco mit Version 7.5. Das bringt vor allem eine erhebliche Erhöhung der Entwicklungseffizienz. „Der Performance-Sprung durch Umstieg auf NX 7.5 war erheblich. Nicht nur sind durch die Verwendung von 64-bit Rechnern die Wartezeiten kürzer, wir kommen auch mit deutlich weniger Klicks pro Funktion zum Ergebnis.“
Gerade im Bereich der kontinuierlichen Verbesserungsprozesse ist mit dieser Beschleunigung ein erheblicher Produktivitätsgewinn verbunden, da die einzelnen Eingriffe häufig aufgrund sehr kleiner Änderungen erfolgen, diese aber nicht selten Auswirkungen auf die gesamte Baugruppe haben, bis hin zur Neuberechnung.
Vom Teil zum Werkzeug
Sind die einzelnen Teile aus dem Verband der Baugruppe gelöst, erfolgt in einer eigenen Abteilung die Konstruktion der für ihre Herstellung erforderlichen Kunststoff-Spritzgusswerkzeuge oder Zinkal-Druckgussformen.
Intensiv genutzt wird in diesem Bereich das in NX serienmäßig enthaltene Modul Mold Wizard. Es dient der Automatisierung der relevanten Arbeitsschritte zur Werkzeugkonstruktion, die damit flexibel, schnell, sicher und automatisiert durchgeführt werden.
So liefert Mold Wizard zu den mit NX definierten oder aus anderen CAD-Systemen importierten Bauteilgeometrien neben Entformbarkeitsstudien auch Analysen zu Hinterschnitten und Trennlinien.
Mold Wizard automatisiert die Erstellung von Zusammenstellungszeichnungen, unterstützt bei der schnellen Änderung von Einzelteilzeichnungen und automatisiert die Erstellung von Anguss, Verteilerkanal, Kühlung, Schiebern, Einsatzstempeln und Elektroden.
Familienwerkzeuge anlegen
Neben allen Funktionen für Mehrfachwerkzeuge besteht die Möglichkeit, ‚Familienwerkzeuge’ anzulegen und Werkzeuge für Kunststoffteile mit Metalleinsätzen zu definieren. Gleichmäßig oder nach Achsen unterschiedlich kann jedem Bauteil ein Schwund zugeordnet werden.
Alle Funktionen des Mold Wizard sind vollautomatisch, erlauben jedoch jederzeitige Änderungen oder den Ersatz des Automatismus durch Festlegungen, etwa bei der Erzeugung von Formeinsätzen mit entsprechenden Dimensionen durch automatische Ermittlung der Bauteilgröße, statt der ebenso vordefinierte Formeinsätze verwendet werden können.
Besonders wichtig nach Modifikationen im Zuge der Modellpflege und für die Gestaltung der Werkzeuge für Modellvarianten sind Funktionen, die von Mold Wizard angeboten werden, um überarbeitete Artikel in ein bestehendes Werkzeug einzupflegen. Dabei zeigt ein grafischer Modellvergleich verschiedener Revisionen die Änderungen und unterstützt gegebenenfalls bei der Aktualisierung der Formtrennung.
„Mit diesem Modul nutzen wir die Durchgängigkeit der Werkzeugverwendung in der Produktentwicklung als Hauptstärke von NX, um mit geringem Zeitverbrauch kompromisslos auf die vorbildgerechte Detaillierung unserer Modelle optimierte Werkzeuge zu konstruieren“, sagt Roco-Werkzeugkonstrukteur Rudolf Vogel.
Mit NX CAM direkt zur Maschinenprogrammierung
Damit ist jedoch das Ende der durchgängigen Verwendung von NX als Entwicklungswerkzeug bei Roco noch längst nicht erreicht. In einer eigenen CAM-Abteilung werden aus den Geometriedaten der Formen ebenfalls unter Verwendung von NX die Programme für die Werkzeugmaschinen generiert, bis hin zur Elektrodenherstellung.
So erlaubt NX den Modellbahnspezialisten von Roco durch seinen integrierten Systemansatz, den gesamten Vorgang der Produktentstehung mit nur einem Programm abzudecken. Von der ersten Skizze über die Entwicklung der Modelle und der zu deren Herstellung erforderlichen Werkzeuge bis hin zur Programmierung der Fertigungsmaschinen.
Nur so gelingt die Herstellung von Modellen, die zugleich bis in alle Details dem Vorbild täuschend ähnlich sehen, beste Fahreigenschaften aufweisen, für den harten Betrieb auf der Anlage geeignet sind und die Geldbörsen der Enthusiasten nicht zu stark belasten. (Nach dem Umblättern: Die Fakten kompakt)
Artikelfiles und Artikellinks
Link: NX von Siemens PLM Software
Link: Modellbahnbauer Roco
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