Stirnradgetriebe

Mit Industriegetrieben genug Kraft für Portalkräne

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Zwei 690-V-Drehstrommotoren mit zwei nachgeschalteten Industriegetrieben X3FS250/B von SEW-Eurodrive bilden die Antriebseinheit, quasi die Muskeln des Krans. Sie verleihen dem Hubwerk eine Geschwindigkeit bis 80 m/min. Beide Hubantriebe sind über eine elektrische Welle synchronisiert. Das Nenndrehmoment der beiden Industriegetriebe beträgt 175 kNm. Nach einer bestimmten Anzahl Betriebsstunden werden sie in vorgeschriebenen Intervallen gewartet. Hierbei wird der Ölstand kontrolliert und bei Verschleißerscheinungen das Getriebeöl oder die Wellendichtringe erneuert.

Ob im Fahrwerk oder für die Katzfahrt: Getriebemotoren sorgen für Bewegung

Das 690-V-Energiekabel zur Versorgung des Krans läuft auf einem Kabelschlepp. Diese hohe Spannungsebene wurde gewählt, damit die Ströme nicht so hoch sind und das Kabel nicht zu dick wird. Die Kabel wurden in den von innen begehbaren Traversen des Kranes auf Kabelpritschen verlegt. Sie sind somit jederzeit zugänglich. Das Fahrwerk des Portalkrans verläuft entlang der Bahngleise und erreicht eine Maximalgeschwinigkeit von 100 m/min. Für die Fahrantriebe verbaute Tobies 24 SEW-Kegelradgetriebemotoren des Typs KT127.

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Weitere Antriebe von SEW-Eurodrive ermöglichen die Katzfahrt von Maschinenhaus und E-Container auf dem Portalkran. Auch hier kamen vier Kegelradgetriebemotoren KT127 zum Einsatz. Das Katzfahrwerk erreicht eine Maximalgeschwindigkeit von 150 m/min. Dabei werden die Elektroenergieleitungen als Kabelschlepp am Kranausleger entlang geführt. Sämtliche Kabel laufen über Kunststoffrollen, die einen leisen Betrieb ermöglichen.

Immer überwacht: keine Container mit über 65 Tonnen Last umschlagen

Die Hebezeuge, mit denen ISO-genormte Container umgeschlagen werden, bezeichnet man im Betrieb von Hafenterminals als Spreader („to spread“ englisch für „spreizen“). Es handelt sich hierbei um Teleskop-Rahmen, die auf die Länge des Containers eingestellt werden können. Dieser wuchtige Greifer hängt an einem Flaschenzug mit acht Stahlseilen unterhalb des Maschinenraums. Am Befestigungspunkt wird die Last gewogen. Eine Zugmessdose wacht darüber, dass die 65 Tonnen Maximallast, für die der Containerkran ausgelegt ist, nicht überschritten werden.

Seit mehreren Jahren arbeitet Tobies Förder- und Krananlagen mit SEW-Eurodrive zusammen. Geschäftsführer Andreas Tobies zeigt sich mit dem Lieferanten seiner Antriebe sehr zufrieden: "SEW reagiert sehr flexibel auf unsere Wünsche. Falls mal etwas Unvorhergesehenes passiert, gibt es keine bürokratischen Hindernisse, sondern zuerst wird das Problem behoben und dann alles weitere geregelt." Und SEW-Vertriebsingeneur Jürgen Holzer vom Technischen Büro Mannheim sorgt dafür, dass sich der Kranhersteller in jeder Hinsicht auf seinen Antriebslieferanten verlassen kann. (mi)

* Gunthart Mau ist Referent für die Fachpresse bei SEW-Eurodrive in Bruchsal.

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