Spannelement Mit Flüssigkeiten Werkstücke spannen

Redakteur: Dipl.-Ing. Dorothee Quitter

Forscher der Universität des Saarlandes haben ein Verfahren entwickelt, bei dem empfindliche Werkstücke mithilfe einer magnetorheologischen Flüssigkeit gespannt werden können.

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Ein Knopfdruck genügt, und die ölig erscheinende Flüssigkeit wird plötzlich zäh wie fester Honig. Nur wenige Millisekunden später blickt man auf eine Substanz, die in ihrer Struktur ausgetrocknetem Lehm ähnelt. Dieser Effekt zeichnet die so genannten magnetorheologischen Flüssigkeiten aus. Das sind meist Silikon- oder Mineralöle, in denen winzige Eisenteilchen gleichmäßig verteilt werden. Stellt man diese Flüssigkeiten in ein Magnetfeld, richten sich die darin enthaltenen Eisenteilchen blitzschnell nach den Polen aus. An der Universität des Saarlandes forscht man daran, wie diese Substanzen zum Fixieren von Werkstücken, aber auch für andere Anwendungen genutzt werden können. Dabei wird zum Beispiel untersucht, wie man den Magnetkreis für die jeweilige Anwendung optimal gestalten kann.

Neuartiges Spannsystem in der Flugzeugindustrie getestet

In dem von der Europäischen Union geförderten Verbundprojekt Maffix konnte das neue Verfahren bereits in der Flugzeugindustrie getestet werden. Dort müssen titanhaltige Metallträger, die den Rumpf eines Flugzeugs stabilisieren, vor der Bearbeitung aufwändig eingespannt werden. Titan hat nämlich die Eigenschaft, dass es leicht in seine Urform zurückspringt (Memory-Effekt) und die kleinste, ungewollte Verformung nicht mehr zu korrigieren ist. Damit wird der Herstellungsprozess, bei dem die Fixierung der Werkstoffe schon fast die Hälfte der gesamten Arbeitszeit in Anspruch nimmt, enorm verbessert.

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