Continental reduziert Reifenabrieb immer weiter – mit neuen Technologien und intensiver Forschung. Ein neues Analyseverfahren erkennt selbst feinste Abriebpartikel direkt bei ihrer Entstehung. Ein Staubsauger spielt dabei eine zentrale Rolle.
Ein Continental-Messfahrzeug sammelt mithilfe eines speziellen Staubsaugers die hinter einem angetriebenen Rad auftretenden Partikel im Realbetrieb.
(Bild: Continental)
Continental treibt die Reduktion von Reifenabrieb mit neuen Technologien, aktuellen Forschungsprojekten und starkem Engagement in verschiedenen Industrie-Initiativen voran. Das Ergebnis: eine nachweislich geringere Umweltbelastung. Laut einer aktuellen ADAC-Auswertung von 160 getesteten Produkten emittieren Continental-Reifen elf Prozent* weniger Abrieb als der Durchschnitt der getesteten Reifen des Wettbewerbs – ein Beleg für die Wirksamkeit der von Continental eingesetzten Technologien und Maßnahmen.
Ein zentraler Baustein für diesen Fortschritt ist intensive Forschung. So hat Continental beispielsweise gemeinsam mit der Technischen Universität Braunschweig ein innovatives Analyseverfahren für Reifenabrieb entwickelt, bei dem ein speziell adaptierter Staubsauger hinter einem Antriebsrad zum Einsatz kommt. Diese Methode in Kombination mit speziellen Partikel-Sensoren ermöglicht die Detektion auch feinster luftgetragener Partikel hinter den Rädern und an weiteren Positionen des Fahrzeugs.
„Die Daten zu Menge, Größe und Struktur der Partikel ermöglichen eine noch gezieltere Optimierung von Reifendesigns und Gummimischungen – ohne Kompromisse bei Sicherheit und Leistung“, sagt Dr. Matthias Haufe, Leiter Materialentwicklung und Industrialisierung des Reifenbereichs von Continental.
(Bild: Continental)
Das Messverfahren entstand im Rahmen des kürzlich abgeschlossenen Forschungsprojekts OLRAP („Online-Analyse von luftgetragenen Reifenabriebpartikeln bei der Entstehung und Abgrenzung zu Partikeln anderer Herkunft“). Die gewonnenen Erkenntnisse fließen direkt in die Reifenentwicklung von Continental ein und ermöglichen gezielte Optimierungen. „Die Daten zu Menge, Größe und Struktur der Partikel ermöglichen eine noch gezieltere Optimierung von Reifendesigns und Gummimischungen – ohne Kompromisse bei Sicherheit und Leistung“, sagt Dr. Matthias Haufe, Leiter Materialentwicklung und Industrialisierung des Reifenbereichs von Continental. „Damit schaffen wir nicht nur technologische Fortschritte, sondern bereiten unsere Produkte auch auf spezifische Regulierungen wie die Euro-7-Norm vor, die ab 2028 erstmals Grenzwerte für Reifenabrieb in der EU festlegt.“
Neues Verfahren zur Online-Analyse von Reifenabrieb
Continental und die TU Braunschweig entwickeln gemeinsam ein Verfahren zur Echtzeiterkennung von Reifenabriebpartikeln. Von links nach rechts: Prof. Dr. Georg-Peter Ostermeyer (TU Braunschweig), Dr. Matthias Haufe (Continental), Edwin Goudswaard (Continental), Prof. Dr. Carsten Schilde (TU Braunschweig), Dr. Thomas Kramer (Continental), Dr. Benjamin Oelze (Continental), Dr. Frank Schiefer (TU Braunschweig).
(Bild: Continental)
Sensorik im Einsatz: Ein speziell ausgerüstetes Testfahrzeug analysiert Reifenabrieb direkt bei der Entstehung.
(Bild: Continental)
Das vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur geförderte Projekt OLRAP liefert Erkenntnisse über die Beschaffenheit von Reifenabrieb. Zum Einsatz kam ein speziell ausgerüstetes Messfahrzeug, das Continental für Tests im realen Fahrbetrieb konzipiert hat. Dieses war zum Beispiel mit einem speziellen Staubsauger ausgerüstet, der hinter einem angetriebenen Rad die auftretenden Partikel einsammelte. Auf diese Weise konnten Rückschlüsse auf die Herkunft der Partikel gezogen werden: Ob diese zum Beispiel von Reifen, vom Straßenbelag oder auch von den Bremsen erzeugt wurden. Die von der TU Braunschweig entwickelten Partikelmessgeräte, die an verschiedenen Stellen des Fahrzeugs, unter anderem ebenfalls direkt hinter den Rädern, montiert waren, lieferten detaillierte zeitgenaue Daten. Diese wurden in Beziehung zu Faktoren wie Fahrdynamik, Straßenoberfläche und Wetterbedingungen gesetzt – ein entscheidender Schritt für die wissenschaftlich fundierte Erfassung von Reifenabrieb. Durch die Verwendung eines im Projekt entwickelten Multisampler-Geräts konnten Proben auch gezielt in Relation zu konkreten Ereignissen einer Messfahrt gesetzt werden. So ließen sich im Labor Partikelproben vergleichen, die zum Beispiel nur in Kurven oder nur bei Geradeausfahrt genommen wurden.
„Wir konnten klare Zusammenhänge zwischen Partikelkonzentration und Geschwindigkeitsprofil erkennen – und in welchem Maße hohe Längs- und Querbeschleunigungen den Reifenabrieb beeinflussen“, erklärt Dr. Benjamin Oelze, Leiter der Entwicklung von Prüfverfahren für Reifenabrieb bei Continental.
(Bild: Continental)
„Die hochkomplexe Versuchsanordnung mit zeitgleichen Messungen an verschiedenen Punkten unseres Testfahrzeugs lieferte enorme Datenmengen. Diese helfen uns, das Thema Reifenabrieb immer besser zu verstehen“, sagt Dr. Benjamin Oelze, Leiter der Entwicklung von Prüfverfahren für Reifenabrieb bei Continental. „Wir konnten zum Beispiel auch klare Zusammenhänge zwischen Partikelkonzentration und Geschwindigkeitsprofil erkennen – und in welchem Maße hohe Längs- und Querbeschleunigungen den Reifenabrieb beeinflussen.“ Diese Ergebnisse können nun auch dazu dienen, zum Beispiel Verkehrsflüsse noch umweltgerechter zu steuern oder Emissionen zu minimieren, indem voreingestellte Fahrprofile von Automobilmodellen optimiert werden.
Weniger Reifenabrieb – ohne Kompromisse bei Sicherheit und Leistung
Online-Messung in Echtzeit: Die Versuchsanordnung erfasst simultan Daten an mehreren Punkten des Testfahrzeugs – für ein präzises Verständnis von Reifenabrieb und dessen Einflussfaktoren.
(Bild: Continental)
Continental engagiert sich seit Jahren in verschiedenen Forschungsprojekten zum Thema Reifenabrieb. So führt der Reifenhersteller den Co-Vorsitz des „Tire Industry Project“ (TIP), einer Initiative, die unter anderem die Auswirkungen von Reifen auf die Umwelt während des gesamten Lebenszyklus‘ erforscht. Außerdem war Continental als einziger Reifenhersteller am RAU-Projekt („Reifenabrieb in der Umwelt“) beteiligt, einer Initiative des Bundesforschungsministeriums. Dabei wurde ein Filtersystem entwickelt, das bis zu 97 Prozent der Feststoffe aus dem Regenwasser-Straßenablauf herausfiltert.
Mit dem im Projekt entwickelten Multisampler-Gerät konnten Proben gezielt bestimmten Ereignissen während der Messfahrt zugeordnet werden.
(Bild: Continental)
Die Hauptaufgabe des Reifens ist es, die Kräfte des Fahrzeugs zu übertragen und für ausreichend Haftung auf der Straße zu sorgen. Dieser Grip kommt durch Reibung zustande, und die Reibung wiederum führt zu Abrieb von Reifen und Straße. Ein gewisses Maß an Reifenabrieb ist nicht zu vermeiden, wenn gleichzeitig die sicherheitsrelevanten Eigenschaften des Reifens, etwa die Nassbremseigenschaften, keine gravierenden Einbußen vollziehen sollen. Studien zeigen: Individuelles Fahrverhalten und Straßenbeschaffenheit beeinflussen den Abrieb bis zu dreimal stärker als das Reifendesign. Doch diese Faktoren sind für Reifenhersteller wie Continental kaum steuerbar.
Stand: 08.12.2025
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Das Reifendesign hingegen schon – und genau hier setzt Continental an: Die Reifenlinie EcoContact 6 beispielsweise erzeugt 30 Prozent weniger Abrieb pro Kilometer und bietet gleichzeitig 20 Prozent mehr Laufleistung im Vergleich zum Vorgängermodell – ein messbarer Fortschritt für Umwelt und Effizienz, ohne Kompromisse bei Sicherheit und Leistung.
Viele unterschiedliche Faktoren beeinflussen die Entstehung von Reifen- und Straßenabriebpartikeln.