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In erster Creo-Version sind bisher neun CAD-Apps verfügbar
Doch was steckt nun drin, in Creo? Die neun rollenbasierten Apps, die mit der ersten Version verfügbar sind, wurden entwickelt, um Engineering-, Fertigungs- und Serviceprozesse zu optimieren und die Produktivität der einzelnen Beteiligten zu steigern.
- Creo Sketch: das Tool für einfache "freihändige" Zeichnungen und Designkonzepte in 2D steht seit Juli 2011 kostenlos zum Download zur Verfügung
- Creo Layout: steht für frühe Konzeptlayouts in 2D, die später als Grundlage für 3D-Designs dienen.
- Creo Parametric: für leistungsstarke, 3D-parametrische Modellierung, wie sie Creo Elements/Pro (ehemals Pro/Engineer) bietet. Über Erweiterungen stehen ein viele 3D CAD/CAID/CAM/CAE-Funktionen zur Verfügung. Die neuen Erweiterungen sollen die Flexibilität im Entwurfsprozess erhöhen und die Weiterverwendung von Altdaten unterstützen.
- Creo Direct: mit dem direkten Modellierungsansatz schnelle und flexible Entwürfe und Bearbeitungen in 3D erstellen. Die Funktion ist kompatibel mit Creo Parametric, und soll die Flexibilität im Entwicklungsprozess erhöhen.
- Creo Simulate: Funktionalitäten für strukturelle und thermische Simulationen.
- Creo Schematics: für 2D-Systemdiagramme für die Rohrleitungs- und Kabeldesignplanung.
- Creo Illustrate: für technische Illustrationen in 3D, komplexe Informationen zu Service und Ersatzteilen, zu Trainings und Arbeitsanleitungen und mehr.
- Creo View ECAD: Ansichten, Abfragen und Anmerkungen im Bereich der elektronischen Geometrie.
- Creo View MCAD: Ansichten, Abfragen und Markierungen im Bereich der mechanischen Geometrie
Das ist jedoch erst die Basis, denn PTC will die Anzahl nach und nach auf 35 bis 40 Apps erhöhen – die von den Partnern nicht hinzugerechnet. Wie Michael Campbell berichtet, ist beispielsweise das Parametric App noch viel zu umfangreich. Manche dieser Apps werden kostenlos sein wie Creo Skech, andere im mittleren Preissegment liegen wie Creo Direct. Das komplexe Creo Simulate wird angesichts seines großen Funktionsumfangs dagegen zu den hochpreisigen Apps gehören.
Creo Paramentric als neues App für parametrische 3D-Modellierung
Die größte Veränderung betrifft Pro/Engineer: „Von heute an wird es kein weiteres Release von Pro/Engineer mehr geben. Es wird in Creo weiterentwickelt zu Creo Parametric und Creo Simulate“, macht Michael Campbell den Anwendern bewusst. Für CoCreate wird der vollständige Übergang zu Creo mehr Zeit in Anspruch nehmen. Zum einen ist die CoCreate-Technologie in Creo Direct eingeflossen. Doch zum anderen ist jetzt Creo/Elements/Direct 18.0 erschienen und eine Version 19 wird folgen.
Nach Aussage von Campbell ist Cocreate eine zu mächtige Software, als dass Creo Direct diesen Funktionsumfang schon jetzt abbilden könnte. Deshalb wird mit jedem neuen Release auch der Funktionsumfang in Creo zunehmen, bis die komplette CoCreate-Funktionalität in Creo Direct übergegangen ist.
Brian Shepherd, Executive Vice President Product Development bei PTC ist von der neuen Software überzeugt: „Mit der Einführung von Creo 1.0 leitet PTC nach der Etablierung des parametrischen Modellierens in den 1980er Jahren zum zweiten Mal einen fundamentalen Wandel auf dem CAD-Markt ein“.
Zahlreiche Informationen und Videos zu Creo
Bereits seit einigen Jahren ist der CAD-Markt ist gesättigt. Laut PTC liegt der Grund darin, dass von den CAD-Anbieter kaum Neues auf den Markt gebracht wurde und bestehende Probleme ungelöst blieben. Die Nutzer hätten sich bereits mit vorhandenen Problemen abgefunden.
Deshalb hat sich PTC viel vorgenommen: Auf der Planet PTC 2011 in Las Vegas stellte das Unternehmen das völlig neu konzipierte Softwarepaket Creo 1.0 vor und will damit den Markt für CAD-Software revolutionieren. „Anhand der Reaktionen, die wir auf dem Markt beobachten konnten, glauben wir, dass Creo das Potential hat, CAD-Innovation wieder zu beleben“, ist sich James Heppelmann, Präsident und CEO von PTC, sicher.
CAD-Apps von Creo basieren alle auf der gleichen Architektur
Mit dem Launch von Creo 1.0 verspricht PTC viel, denn das neue Produkt soll die bisher lange ungelöst gebliebenen Probleme von MCAD-Software lösen: schwere Bedienbarkeit, mangelnde Interoperabilität, ungenügend leistungsstarkes Baugruppen-Management und das Festhalten an veralteten Technologien. Deshalb basiert Creo auf skalierbaren Apps, die untereinander zusammenarbeiten und auf der gleichen Architektur aufbauen. Damit sollen die Nutzer enger über den gesamten Produktlebenszyklus angebunden und beteiligt werden, so dass sich betrieblichen Abläufe optimieren, die Produktivität steigern und ihre Produkte in höherer Qualität auf den Markt bringen lassen.
Michael Campbell, DVP, Creo Produktentwicklung, ist zuversichtlich, die Erwartungen erfüllen zu können: „Wir haben die Software zwar erst heute vorgestellt, aber das Feedback von Kunden war bisher sehr positiv. Die Idee, dass wir über diese Probleme nachgedacht haben und sie auf diese Weise zu lösen versuchen, wurde begrüßt.“
Schluss mit überdimensionierter CAD-Software
Der Ansatz ist vielversprechend: statt eines riesigen Softwarepakets, von dem nur ein geringer Funktionsumfang genutzt wird, erhält im Unternehmen jedes Team in der Produktentwicklung lediglich die Apps, die für die eigene Arbeit nötig sind. Auf diese Weise kann sowohl die Produktivität als auch die Effizienz in der Produktentwicklung gesteigert werden.
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