Ätzen

Mikrometergenaue Fertigung komplexer Designs

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Millionenfach wiederholgenau

Die digitalen Werkzeuge für die Fotolackmasken sind schnell und kostengünstig zu erstellen und im Gegensatz zu teuren Formwerkzeugen beim Stanzen auch im Design- und Entwicklungsprozess kurzfristig und ohne großen Aufwand anzupassen. Auch ändert ein besonders diffiziles Design nichts an den Werkzeugkosten. Ob eine Öffnung oder viele – bei der digitalen Vorlage ist die Komplexität kein Kostenkriterium. Ein Verschleiß der Werkzeuge, wie er beim Stanzen nach zigfachem Stanzprozess gang und gäbe ist, ist bei den digitalen Werkzeugen ausgeschlossen. Ein Faktor, der sich positiv auf die Wiederholgenauigkeit auswirkt, wie Markus Rettig betont: „Die Wiederholgenauigkeit beim Ätzen sucht ihresgleichen. Wir können dank des digitalen Toolings gewährleisten, dass das erste und das millionste Teil absolut identisch sind.“

Damit räumt Markus Rettig auch mit dem Vorurteil auf, dass fotochemisches Ätzen nur zur Prototypenfertigung geeignet sei. „Der Ätzvorgang ist schnell, präzise und auf millionenfache Wiederholung ausgelegt, ideal für Komponentenfertigungen wie Lautsprecherabdeckungen oder andere Zierelemente im Autointerieur.“ Bei noch höheren Stückzahlen und Metallteilen, bei denen es nicht so stark auf Konturgenauigkeit und Planität ankommt, können Hochgeschwindigkeitsverfahren wie das Stanzen die wirtschaftlichste Variante sein. Für Komponenten jedoch, die geometrisch komplex und besonders filigran sein sollen und in geringerer Auflage benötigt werden, ist das Ätzen die effizienteste Lösung. Die Grenzen der Ätztechnik setzt die Dicke des zu bearbeitenden Metalls. Ideal ist das Verfahren für Metalle mit einer Stärke zwischen 10 Mikrometern und 1,5 Millimetern und für Plattengrößen bis zu 600 x 1.500 Millimetern. Bei dickeren Metallen würde der Ätzvorgang länger dauern und sich damit nicht mehr rentieren.

Vielseitig im Automotive-Bereich

Nicht nur im Interieur- und Designbereich spielt die Ätztechnik eine Rolle, auch bei anderen Anwendungen im Auto vertrauen Erstzulieferer auf die Materialeigenschaften geätzter Metallteile. Dazu gehören elektronische und sicherheitsrelevante Teile wie Leadframes, Komponenten für Motorsteuerungssysteme, Sensoren oder leitfähige Federn, daneben auch Flachfedern für Brems- und Einspritzsysteme sowie Platten und Gitter für Brennstoffzellen bei entsprechenden alternativen Antrieben. Markus Rettig beschreibt die Herausforderungen im Automotive-Sektor: „Der Trend zur Miniaturisierung von Komponenten für mehr Effizienz und weniger Gewicht schreitet immer weiter voran. So werden immer komplexere und hochentwickelte Fahrzeuge gebaut, die auf eine ausgefeilte Mikrofertigung angewiesen sind. Die Anforderungen für uns als Partner in der Mikrofertigung steigen damit ebenfalls. Erwartet werden ästhetisch anspruchsvolle und distinktive High-End-Designs, die Gewährleistung sensibler Sicherheitsfunktionen und stetige technische Innovationen. Fotochemische Ätztechnik schafft diesen Spagat zwischen Funktion und Ästhetik – wirtschaftlich und effizient. Damit sind OEMs für die Zukunft gerüstet.“ (qui)

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