Messtechnik

Mikro-Schrauber prüft Kupplungen für Zahnarztbohrer

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Doch für beide Fälle fanden die Kavo-Betriebsmittelkonstrukteure eine Lösung. Nachdem man den Experten bei Atlas Copco Tools die Anwendung beschrieben hatte, wurde für die Prüfapplikation eine Sonderschraubspindel mit reduzierter Drehzahl geliefert, die bereits ab 10 min-1 präzise Werte liefert. Das Problem der Querkräfte löste Dietmar Egle zudem mit einem Trick. „Wir konnten einen einfachen Silikonschlauch so modifizieren, dass sich über ihn Spindel und zu prüfende Kupplung querkraftfrei koppeln lassen – solch eine Lösung gab es am Markt nicht.“

Für den Prüfaufbau bei Kavo wird ein ansonsten „normaler“ Einbauschrauber der Microtorque-MT-Serie verwendet. Wegen ihres integrierten Drehmomentgebers eignen sich diese Werkzeuge für höchste Prozesssicherheit (Stufe 4, bei Vernetzung ins übergeordnete Leitsystem: Stufe 5). Die Drehmomentspannen reichen von 0,5 bis 5 Ncm beim Microtorque ETF MT 5 bis hin zu 50 bis 500 Ncm beim Microtorque ETF MT 500. Die Steuerungen speichern bis zu 16 Schraubparameter und können über acht Anzugsstufen montieren (zum Beispiel anziehen, ein Stück weit kontrolliert lösen, dann aufs Endmoment anziehen ...).

Silikonschlauch überträgt Drehmoment von der Spindel auf die Kupplung

Kavo setzt die MT-Spindel beim Prüfen in ähnlicher Weise ein. Die zu testende Multiflex-Kupplung wird auf der einen Seite in das feststehende Griffstück gesteckt. Auf der Anschlussseite überträgt der modifizierte Silikonschlauch das Drehmoment von der Spindel auf die Kupplung. Nun lässt sich das Drehmoment über den integrierten Geber direkt erfassen; der Prüfablauf mit der Anzahl der Umdrehungen und dem maximal zulässigem Drehmoment kann in der Steuerung hinterlegt werden. Zum Auswerten nutzen die Warthausener die Software Tools-Talk MT von Atlas Copco. Sie stellt den Verlauf des Drehmoments über dem Drehwinkel grafisch dar. „Ist alles in Ordnung, bleibt das Drehmoment nach zwei Umdrehungen unter 1,4 Newton-Zentimetern und relativ konstant“, erläutert Egle. Die ersten Umdrehungen warte man ab, da sich die O-Ringe setzen müssten. Diese trennen die einzelnen Kammern für Antriebs- und Sprayluft sowie Wasser voneinander.

Ebenso leicht sind Fehler zu erkennen. „Entweder ist das Drehmoment zu hoch, oder der Verlauf zeigt deutlich erkennbare Spitzen“, fährt Dietmar Egle fort. Zu hohe Drehmomente rühren meistens von zu dicken oder fehlerhaften O-Ringen her. Und erkennbare Spitzen im Diagramm deuten etwa auf einen Schlag im Einstich für den O-Ring hin. Analog ließ sich früher auf diese Weise der Querkrafteinfluss erkennen, den Kavo Dental aber über den zwischengeschalteten Silikonschlauch eliminiert hat. „Heute können wir unseren Kunden die gleichbleibende Leichtgängigkeit der Kupplung garantieren“, fasst Michael Seefelder die Erfahrungen mit der Microtorque-Spindel zusammen.

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