Mehrschichtverpackungen auf Basis von Polyethylenterephthalat (PET) waren bisher schwer recycelbar. Vier führende Technologieunternehmen haben nun ein Recyclingmodell mit geschlossenem Kreislauf entwickelt. Ist das die Lösung?
Das neue Recyclingsverfahren von Mehrschichtverpackungen wird der Kreislaufwirtschaft gerecht und ist ohne Abfall möglich, da selbst das PET wiederverwendet wird.
(Bild: Recycle Man - stock.adobe.com)
Die Recyclingfähigkeit von Haushaltsverpackungen aus Kunststoff ist in Deutschland auf 81 Prozent gestiegen. Das hat die GVM Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung im Auftrag der IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen ermittelt. So haben sich bereits 2018 die in der IK organisierten Hersteller von Kunststoffverpackungen ambitionierte Ziele gesetzt: Bis 2025 sollen Haushaltverpackungen aus Kunststoff auf dem deutschen Markt zu 90 Prozent recycling- und mehrwegfähig sein – ganz nach den Zielen des „European Green Deal“. Dabei umfassen Haushaltsverpackungen sowohl die beteiligungspflichtigen Verpackungen im Gelben Sack als auch die PET-Getränkeflaschen im Pfandsystem, deren Recyclingfähigkeit 2020 bei nahezu 100 Prozent lag.
Diese Vorschrift wiederverwendbar oder recycelbar zu sein gilt bei Mehrschichtverpackungen als besonders große Herausforderung, denn für den optimalen Produktschutz und höchste Materialeffizienz werden bei Mehrschichtfolien oft verschiedene Kunststoffarten, zum Teil auch mit Aluminium, kombiniert, um Barrierewirkungen zu erreichen. Diese leistungsstarken High-Tech-Folien waren jedoch oft schwer bis gar nicht recyclingfähig. In den vergangenen Jahren konnten jedoch viele nicht recyclingfähige PET/PO-Verbundfolien durch recyclingfähige Strukturen ersetzt und in vielen Fällen auf Aluminium als Hochbarriere verzichtet werden.
Kreislaufwirtschaft für PET-haltige Verpackungsmaterialien
Sulayr, ein in Europa tätiges Recyclingunternehmen, hat erfolgreich ein Verfahren für das Recycling von Mehrschichtverpackungen auf den Markt gebracht, das der Anforderung eines „Closed-loop“ gerecht und mit dem eine Wiederverwendung von PET praktisch ohne Abfall möglich wird. Eine Kreislaufwirtschaft für PET-haltige Verpackungsmaterialien existiert somit bereits. Diesen Prozess wollen vier führenden Technologieunternehmen noch weiter optimieren, mit dem Ziel, die Trennung der einzelnen Schichten noch weiter zu vereinfachen: BASF als Spezialist für Industrieklebstoffe, der Verpackungsmaschinen-Hersteller Bobst und der Folienexperte Evertis unterstützen Sulayr bei diesem Vorhaben. Die Unternehmen haben sich zu einer strategischen Partnerschaft zusammengeschlossen, bei der sie ihr Know-how aus der gesamten Verpackungs-Wertschöpfungskette bündeln.
Unterschiede bei PET-haltigen Mehrschichtverpackungen
Schon seit 2009 ist Sulayr in der Lage, verschiedene Arten von Mehrschichtverpackungen zu trennen, aber die Geschwindigkeit und Kosteneffizienz des Verfahrens hängt vom Debonding (Trennung) der Folien ab. Mit ihren Technologien sei das Unternehmen zwar in der Lage, die meisten PET-haltigen Mehrschichtverpackungen zu trennen und das recycelte PET der Industrie wieder als Rohstoff zur Verfügung zu stellen. „Wir stellen jedoch Unterschiede bei den Schalen fest, die nach ihrer Verwendung in unser Unternehmen geliefert werden. Die wasserbasierten Epotal-Klebstoffe der BASF zum Beispiel ermöglichen eine einfache und schnelle Trennung sowie eine hohe Qualität der Rezyklate. Bei lösemittelbasierten Klebstoffen beispielsweise ist dies nicht der Fall“, erklärt Miguel Ángel Arena, CEO von Sulayr.
Um das Recyclingverfahren zu optimieren, könnten alle PET/PE-Schalen unter spezifischen Bedingungen hergestellt werden, um eine einfache Trennung zu gewährleisten. Genau auf diesem Gebiet arbeiten die Partner zusammen: Bevor ein neues Laminat auf den Markt kommt, wird es beispielsweise von Evertis in Bezug auf seine Recycelfähigkeit im Rahmen des Verfahrens von Sulayr qualifiziert. So wird sichergestellt, dass die einzelnen Schichten leicht zu trennen sind.
Einfacheres Auftrennen der Laminate durch wasserbasierten Epotal-Klebstoff
Best-Practice-Beispiel eines geschlossenen Recycling-Kreislaufs für PET-basierte Mehrschichtverpackungen.
(Bild: BASF SE)
Herzstück des Verfahrens ist eine von Evertis hergestellte Mehrschichtfolie, die aus einer PET- und PE-Schicht besteht. Diese Mehrschichtfolie wird auf einer Beschichtungsanlage von Bobst mit einem wasserbasierten Epotal-Klebstoff der BASF laminiert. „Durch den Einsatz des wasserbasierten Klebstoffs wird ein einfacheres Auftrennen der Laminate mit deutlich weniger Aufwand ermöglicht, als dies bei anderen Klebstoff-Systeme der Fall ist. Zudem wirkt sich das wässrige System sowohl auf die Qualität des Rezyklats als auch die Ausbeute positiv aus“, erklärt Kresimir Cule, Fachverantwortlicher bei BASF.
Verfahren mit Haushalts- und Industrieabfällen möglich
Mehrschichtfolien werden für ganz verschiedene Verpackungsmaterialien eingesetzt. Nach Gebrauch kommt der Abfall in Sortieranlagen. Sulayr nutzt den sogenannten Abfall als Rohstoff und stellt somit einen „Closed-loop“ sicher. Das Unternehmen trennt die verschiedenen Schichten und führt das PET einer erneuten Nutzung zu. Dabei wird das recycelte PET an Evertis und andere Folienhersteller geliefert, die den Kreislauf erneut in Gang setzen. Das Verfahren kann für Abfälle von Verbrauchern (post-consumer) und Industrie (post-industrial) eingesetzt werden.
Stand: 08.12.2025
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Dieses Best-Practice-Verfahren könnte den gesamten Diskurs zwischen Stakeholdern der Wertschöpfungskette und Verpackungsverbänden wie Petcore und CEFLEX über PET, Abfall und Nachhaltigkeit entscheidend verändern. „Als Hersteller von Druck- und Verarbeitungsmaschinen haben wir die Pflicht, unseren Beitrag auf dem Weg zu zukunftsfähigen, recycelbaren Lösungen zu leisten“, erklärte Sara Alexander, Marketing and Communication Manager Flexible Packaging bei Bobst. Dafür entwickle Bobst seine Anlagenplattform in Bezug auf die best geeignete Beschichtungstechnologie, Prozessagilität und -geschwindigkeit mit wasserbasierten Klebstoffen weiter.