Management-Buy-out Mehr Freiraum, um Kundenbedürfnissen gerecht zu werden

Redakteur: Stefanie Michel

Gunther Schulz, Geschäftsführer der bisherigen R.A. Rodriguez GmbH, hat die deutsche Tochter des gleichnamigen amerikanischen Vertriebsunternehmens übernommen. Die Gesellschaft firmiert ab sofort unter Rodriguez GmbH.

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Seit dem 1. Juli 2008 ist Gunther Schulz, Geschäftsführer der bisherigen R.A. Rodriguez GmbH, alleiniger Eigentümer der deutschen Tochter des gleichnamigen amerikanischen Vertriebsunternehmens für Antriebstechnik. Die Gesellschaft firmiert ab sofort unter Rodriguez GmbH.

Die Geschäftsführung für den Bereich „Vertrieb und Technik“ obliegt weiterhin Gunther Schulz. Wirtschaftsingenieur Jochen Remmert übernimmt die Geschäftsführung für den Bereich „Finanzen und Fertigung“, für den er bereits seit zweieinhalb Jahren bei Rodriguez verantwortlich zeichnet. Zu dem Management-Buy-out gehört auch die Niederlassung Süd in Marbach am Neckar, das französische Vertriebsbüro St. Germain En Laye bei Paris sowie die Rodriguez-Deutschland-Tochter ICB International Customized Bearings, die 2002 in Charlotte, North Carolina/USA, gegründet wurde.

Vom Ingenieurbüro zum leistungsstarken Systemlieferanten

Die neue Gesellschaft beschäftigt insgesamt 105 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. 84 davon sind am Standort in Eschweiler tätig, der seinen Ursprung Mitte der 70er-Jahre in einem Ingenieurbüro hat. Im Zuge des erfolgreichen Vertriebs von hochwertigen Antriebskomponenten wie den Kaydon-Dünnringlagern hat Gunther Schulz 1984 die GmbH gegründet und das weltweite Exportgeschäft für R.A. Rodriguez in New York abgewickelt.

Bis heute hat er die deutsche Tochter zu einem leistungsstarken Systemlieferanten mit einem Jahresumsatz von 40,2 Mio. Euro in 2007 aufgebaut. Seit gut zehn Jahren gehört dazu auch eine eigene Fertigung, die kontinuierlich ausgebaut wird. Vor dem Hintergrund dieses Wachstums wird aktuell der Standort in Eschweiler um Büro- und Lagerflächen erweitert.

Produktangebot und Service konsequent auf Kundenbedürfnisse ausgerichtet

Rodriguez-Kunden können weiterhin auf die differenzierten Qualitätsprodukte aus den Bereichen Precision Bearings, Customized Bearings, Lineartechnik und Automotive zählen. Sie profitieren zudem von dem freieren unternehmerischen Handeln, das Schulz nun möglich ist.

Mit dem Ausbau der eigenen Fertigung erhöht die Rodriguez GmbH ihre Flexibilität: Zum Beispiel lässt sich die Endenbearbeitung von Führungswellen und Kugelgewindetrieben in maßgeschneiderten und qualitativ hochwertigen Ausführungen zu wirtschaftlicheren Konditionen und vor allem mit kurzen Lieferzeiten realisieren – ein wichtiger Aspekt bei der anhaltend hohen Nachfrage im Maschinen- und Anlagenbau.

Produktangebot und damit verbundene Services können nun konsequent auf die entsprechenden Märkte bzw. Kundenbedürfnisse ausgerichtet und Trends sowie sich ändernden Rahmenbedingungen bestmöglich entsprochen werden.

Standort und Arbeitsplätze langfristig gesichert

Ein weiterer Grund für das Buy-out liegt Schulz persönlich besonders am Herzen: „Mir war es wichtig, langfristig zu sichern, was ich aufgebaut habe.“ Eine eventuelle Übernahme seines Lebenswerkes durch ein externes Unternehmen nach dem Heuschrecken-Prinzip wollte Schulz unbedingt ausschließen. „Ich möchte ebenfalls vermeiden, dass eines Tages eine Führungskraft das Ruder übernimmt, die den Betrieb möglicherweise nicht in meinem Sinne weiterführt.“ Dazu würde beispielsweise die Konzentration auf eine bestimmte Produktgruppe gehören, was mit hoher Wahrscheinlichkeit einen Stellenabbau zur Folge hätte.

Schulz hingegen plant, den Fokus zunehmend auf die kundenspezifische Fertigung auszurichten und blickt zuversichtlich in die Zukunft: „Damit ist die Schaffung weiterer Arbeitsplätze verbunden.“ Ziel ist es, in den nächsten vier Jahren 18 weitere Stellen zu schaffen und zu besetzen. Zudem soll das Engagement als Ausbildungsunternehmen gesichert werden.

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