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Schraubverbindung

Maxi-Cosi-Montage lückenlos überwacht

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Selbstfurchende Spezialschrauben für extrem harte Kunststoffe

Sicherheitskritisch und im Falle eines Unfalls für die kleinen Passagiere überlebenswichtig sind die Halteschrauben der Sicherheitsgurte. Je nach Modell werden die selbstfurchenden Spezialschrauben in Kunststoffe eingedreht, die mitunter härter sind als Stahl. Weil man hier zudem auf das Vorbohren verzichtet, kommt es zu Werkstoffpaarungen, die Schraubfälle extrem hart oder extrem weich machen und während des Verschraubens wechselnde Drehmomente erfordern. "Das ist mit konventioneller Schraubtechnik nicht umzusetzen", urteilt der Qualitätsingenieur, und erklärt, dass eine Schraube, die mit 1,5 Nm in Polyamid (PA) gut halte, in glasfaserverstärktem Polyamid bereits Eindrehmomente von 2,5 bis 3,5 Nm nötig mache. Dorel vergütet nämlich den PA-Kunststoff an kritischen Stellen mit 20 bis 60 % Glasfaseranteil (= PAG). Da die SL-Stabschrauber von Atlas Copco ein Drehmomentspektrum von 0,3 bis 10 Nm abdecken, reicht dennoch ein einziger Schrauber je Montagestation aus. Als Besonderheit hebt Grünewald die "Job-Programmierung" hervor, über die er jedem einzelnen Schraubfall einer Montagesequenz ein eigenes Drehmoment und einen eigenen Drehwinkel zuordnen kann. Mit bis zu 250 maßgeschneiderten Parametersätzen lässt sich ein Tensor SL programmieren. Nur wenn diese Parameter korrekt erzielt wurden, blinkt am Ende des Zyklus (dem "Job") eine grüne I.O.-Leuchte (i. O. = in Ordnung) auf. Dann wird die Station für das nächste Bauteil freigegeben. Fehlerhafte Teile werden sofort erkannt, ausgeschleust und in eine separate Nacharbeitsstation getaktet, wo – ebenfalls mit einem Tensor SL – korrigiert wird und die Mitarbeiter der Atlant-Gruppe eventuell schadhafte Komponenten austauschen.

Sicherheitsrelevanten Verschraubungen auf einen Blick

Sämtliche sicherheitskritischen Schraubdaten der 20 Montagelinien und der Nacharbeitsstation hat Maarten van Leuken fest im Blick. Der Montage- und Qualitätstechniker sitzt vor einem Bildschirm in seinem Büro und klickt auf seiner Benutzeroberfläche das Tools-Net-Symbol an: "Die Daten aller sicherheitsrelevanten Verschraubungen laufen hier zusammen", sagt van Leuken, "denn jeder unserer 21 Tensorschrauber speist seine Montageergebnisse über den Tools-Net-Server in meine Schraubfalldatenbank ein." Durch die Atlas-Copco-Software sind alle Stationen miteinander vernetzt; über den Tools-Net-Server gelangen an jedem Produktionstag aktuell 21 360 weitere Montageergebnisse in die Datenbank. "Ich kann von meinem Arbeitsplatz aus per Mausklick die Schraubdaten jedes einzelnen Kindersitzes aufrufen und nachsehen, mit welchem Drehmoment und Drehwinkel eine bestimmte Gurtverschraubung ausgeführt wurde", unterstreicht van Leuken. Anziehgrafiken und Drehmomentkurven der Tensor-Systeme verrieten selbst geringfügigste Änderungen in der Beschaffenheit des Kunststoffs oder der Oberflächengüte der Schraubengewinde. Durch die vielfältigen Grafikfunktionen der Atlas-Copco-Software kann der Experte Trends ausmachen und schon frühzeitig gegensteuern. Ein Beispiel: Als vor Kurzem einige SL-Schrauber vermeintlich zu früh abschalten, konnte er mit Tools-Net-Software und Tensor-System den Fehler schnell ausmachen. "Schuld war eine Lieferung schlecht gehärteter Schrauben; die haben wir daraufhin sofort ausgetauscht!"

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In der Regel seien es aber nur kleine Drehmomentkorrekturen im Bereich von Zehntel-Newtonmetern oder Nachbesserungen bei den Eindrehwinkeln um einige Grad, mit denen er die Montage noch weiter optimieren könne. Maarten van Leuken kann alle Tensor-SL-Werkzeuge im Werk bequem von seinem Bildschirmarbeitsplatz aus umprogrammieren. (jup)

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