Lineartechnik Lineartechnik im Aufwind: VDMA erwartet 30 % Umsatzplus

Redakteur: Stefanie Michel

Nach den dramatischen Produktionseinbrüchen im Jahr 2009 befindet sich die Lineartechnik in einer unglaublichen Aufholjagd. Für 2010 erwartet der VDMA für die Lineartechnik ein Umsatzplus von 30 Prozent, für 2011 nochmals ein Plus von 10 Prozent.

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Klaus Jäger, Vorsitzende des Arbeitskreises Lineartechnik im VDMA und Geschäftsführer von Atlanta Antriebssysteme E. Seidenspinner (Bild: VDMA)
Klaus Jäger, Vorsitzende des Arbeitskreises Lineartechnik im VDMA und Geschäftsführer von Atlanta Antriebssysteme E. Seidenspinner (Bild: VDMA)

"Wir konnten, sicherlich auch bedingt durch die Wechselkurssituation mit den asiatischen Marktbegleitern, in Europa Marktanteile ausbauen“ erläutert der Vorsitzende des Arbeitskreises Lineartechnik, Klaus Jäger, Geschäftsführer der Atlanta Antriebssysteme E. Seidenspinner GmbH anlässlich der Herbstsitzung des Arbeitskreises Lineartechnik im VDMA.

"Nach den starken Auftragsrückgängen im Jahr 2009 konnte die deutsche Lineartechnik äußerst erfreuliche Auftragseingänge verzeichnen, mit bis zu plus 60 Prozent", betonte Jäger. Natürlich spielt hier der Basiseffekt der Vorjahre eine große Rolle und die Tatsache, dass weltweit die Automatisierungsprojekte und die Werkzeugmaschinenbranche wieder anziehen.

Projekte in der Automatisierung sorgen 2011 für weiterhin steigende Umsätze in der Lineartechnik

Vorausgesetzt das Weltkonjunkturklima erhält keine überraschende Eintrübung, erwartet die Lineartechnik für 2011 durchschnittlich ein Plus von zehn Prozent in Umsatz und Auftragseingang. Treiber werden nach wie vor Projekte im Automatisierungsbereich sein. Jäger plädiert trotzdem für Nüchternheit in der Lagebeurteilung.

Nach wie vor gibt es Unsicherheiten - trotzdem sollten die Unternehmen auf ihre Stärken vertrauen: "In Deutschland haben wir ein einzigartiges Netzwerk zwischen Herstellern, Kunden und Forschung, die entlang der gesamten Wertschöpfungskette ein hohes Innovationstempo erzielen. Die Lineartechnik liefert wettbewerbsentscheidende Systemlösungen was die Leistungsdichte angeht. Ebenso haben moderne und flexible Produktionsprozesse und die Nutzung diverser Arbeitszeitmodelle geholfen, die Krise durchzustehen. Das qualifizierte Personal konnte weitgehend gehalten werden und so steht die Branche ihren Kunden weiterhin leistungsstark zur Verfügung. Wichtiges Instrument war und ist die Zeitarbeit", betonte Jäger.

Ein weiteres Thema der Branche wird die Behebung der Engpässe entlang der Zulieferkette der Lineartechnik sein, hier zeichnen sich bei Material und Elektronikkomponenten die ersten Produktionsbehinderungen ab.

In Ausbildung investieren: Ingenieure bilden Grundlage des zukünftigen Erfolges

Die Lineartechnik und der Maschinenbau in Deutschland können ihren internationalen Erfolg nur ausbauen, wenn sie verstärkt in die Ingenieurausbildung investieren. "Es wird unsere Aufgabe sein, gemeinsam mit den Hochschulen die praxisnahe und erfolgreiche Ingenieurausbildung weiter auszubauen", analysierte Jäger anlässlich der Sitzung an der TU Darmstadt. "Das Image des Ingenieurberufes muss weiter gesellschaftlich ausgebaut und die guten Verdienstmöglichkeiten aufgezeigt werden."

Die Industrie betont, dass die Ausbildungsmöglichkeiten momentan nicht dem industriellen Bedarf entsprechen. Gefordert wird bei einer guten Qualität eine deutliche Erhöhung der Quantität.

In den nächsten Jahren wird das Problem des Ingenieurmangels durch die sinkenden Schülerzahlen noch verstärkt. Es muss den Schülern bereits im Gymnasium mehr Interesse und auch Spaß an Mathematik und Physik vermittelt werden.

"Der aufkeimende Aufschwung habe das schon vor der Krise bestehende Thema Mangel an Fachkräften und Ingenieuren wieder akut werden lassen, nichts desto trotz können wir bei weiterhin guten Randbedingungen das Produktionsniveau von 2007/2008 Anfang 2012 wieder erreichen", bekräftigt Jäger. (mi)

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